Hamburg, 30.06.2017

Neue Geschäftsmodelle

Mit seinem KI-Start-up Quorum AI will der US-Gründer Noah Schwartz den Markt revolutionieren.


Noah Schwartz ist CEO und Chefingenieur des Start-ups Quorum AI (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Welche Bedeutung hat KI Ihrer Meinung nach für traditionelle Industrien?
Noah Schwartz:
Die aktuellen Entwicklungen haben besonders in der Automobilindustrie vielen die Augen geöffnet. Sie verstehen autonomes Fahren als Chance und investieren in entsprechende Forschung und Entwicklung. Das intelligente Auto kann mehr als nur fahren, es stellt sich auf seinen Besitzer als Konsumenten ein. Ein autonomes Google-Auto könnte bald die nächstgelegene Filiale eines Kooperationspartners vorschlagen, wenn man einen Kaffee kaufen will, obwohl man direkt neben einem anderen Café steht. Der Autohersteller und seine Kooperationspartner bilden dann neue Geschäftsnetzwerke. 

Welches KI-Produkt bieten Sie heute an?
Schwartz:
Unser Produkt ist eine selbstlernende KI-Software, auf der Basis künstlicher neuronaler Netze. Sie lernt in Echtzeit und kann sich so sehr stark personalisieren. Unsere KI basiert nicht auf der Mustererkennung von tausenden Fällen, dem sogenannten Deep Learning, und sie braucht keine Cloud, sondern wird direkt auf einem Endgerät abgespielt. Ein großer Vorteil für den Datenschutz.

Wo kommt Ihre KI bereits zum Einsatz?
Schwartz: Wir testen sie zurzeit in selbstfahrenden Autos. Die KI lernt, den Fahrer zu verstehen und sein Verhalten in allen Verkehrssituationen zu antizipieren. Ziel ist es, dass das Auto den Fahrstil des Fahrers kopiert. Im Callcenter analysiert sie beispielsweise die Stimmung des anrufenden Kunden in Echtzeit und gibt den Mitarbeitern entsprechende Hinweise.

Was ist Ihr Ziel für die nächsten drei Jahre?
Schwartz: Wir wandeln unsere KI gerade in eine Plattform um und möchten ein Lizenzmodell anbieten, damit interessierte Entwickler mit unserer KI arbeiten können.

Zur Person

Der CEO und Chefingenieur des Start-ups Quorum AI forschte zwölf Jahre lang in der Neurobiologie und setzte seine Forschungsergebnisse im Bereich Augmented Reality und Robotics ein

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