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Bereit für die Neuen?

Bei der Wahl des Arbeitgebers gilt die Generation Y als besonders anspruchsvoll – 55 Prozent bevorzugen flache Hierarchien im Berufsleben. Welches Unternehmen positioniert sich am besten im „War for Talents“? Eine Studie will der Frage auf den Grund gehen.

Selbstbewusst: Die Generation Y weiß, was sie will (Foto: iStock.com/Xavier Arnau)

Was ist wirklich dran am Mythos Generation Y? Sind die Millennials wirklich so kompliziert und fordernde Arbeitnehmer, wie es gemeinhin heißt? Und wie reagieren die mittelständischen Arbeitgeber darauf? Mit welchem Image, welchem Angebot wollen sie die gefragten Digital Natives im „War for Talents“ an sich binden? Diesen Fragen ist eine aktuelle Erhebung auf der Spur. In einem ersten Schritt hat das Sozialwissenschaftliche Institut Schad (S.W.I.) in einem Testzeitraum von einem Monat 1.016 Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen befragt, wie sie sich ihren zukünftigen Arbeitgeber vorstellen. Darauf aufbauend fragt eine derzeit durchgeführte S.W.I.-Studie, welche Unternehmen den Anforderungen der Studierenden am besten gerecht werden. Dabei werden die umsatzstärksten mittelständischen Unternehmen zu den gleichen Themenbereichen wie die Studierenden befragt. Anschließend werden die Erkenntnisse beider Studien verglichen. Durch dieses Matching können diejenigen Unternehmen gekürt werden, die im Wettbewerb um den Nachwuchs am besten aufgestellt sind.

Der Untersuchungshintergrund: Vielen Personalern gilt die Generation Y, die Bevölkerungsgruppe der zwischen Anfang der 80er und Ende der 90er Geborenen, immer noch als rotes Tuch. Anstelle von Status suche sie eher den Sinn und die Freude an der Arbeit, heißt es oft. Selbstverwirklichung und Freizeit seien ihr wichtiger als berufliches Vorankommen und materieller Wohlstand, ist über sie zu lesen. Und überaus selbstbewusst sei sie, mit steilen Hierarchien tue sie sich generell schwer. Seit Jahren werden hitzige Debatten in Wirtschaft, Wissenschaft und Medien über die angeblichen Traumtänzer und Andersdenkenden geführt. Denn über die Millennials, wie sie auch genannt werden, gibt es geteilte Meinungen. Manch ein Soziologe bestreitet gar die Aussagekraft eines solchen Sammelbegriffs. „Sicher kann man über die heute 17- bis 34-Jährigen hierzulande vor allem zwei Dinge sagen“, erklärt Marcus Schad, Geschäftsführer S.W.I. „Sie sind die erste Generation von Digital Natives, denn sie sind sowohl mit dem Internet als auch mit immer leistungsfähigeren mobilen Endgeräten aufgewachsen. Und keine Generation vor ihr war jemals so gebildet.“ Von 2005 bis 2015 stieg die Zahl der Schulabgänger mit allgemeiner Hochschulreife in Deutschland von rund 43 Prozent auf 51 Prozent pro Jahr. Die Zahl der Hochschulabsolventen hierzulande stieg im gleichen Zeitraum von 21 Prozent auf rund 31 Prozent eines jeden Jahrgangs an.

Teil 1: Ergebnisse der Studierendenbefragung

Im Rahmen der Online-Umfrage wurden die Studierenden gebeten anzugeben, welche Aspekte ihnen bei der Wahl eines Arbeitgebers nach Studienabschluss wichtig sind. Dabei standen neun große Themenbereiche zur Auswahl: Altersvorsorge und Gesundheitsförderung durch den Arbeitgeber, Work-Life-Balance, finanzielle und sachliche Zuwendungen, Weiterbildungsangebote/ Karrierechancen, Betriebsklima, Arbeitnehmervertretung/Betriebsrat, Image/Renommee des Unternehmens sowie die internationale Präsenz des Unternehmens. Da die Anforderungen an einen Arbeitgeber mehrdimensional sind, waren auch Mehrfachnennungen möglich. „Das Ergebnis unterstreicht das Bild einer Generation, für welche die Sinnhaftigkeit im Beruf mehr zählt als die schnelle Karriere“, sagt Schad. Wichtigster Punkt für die Studierenden war mit rund 80 Prozent das Betriebsklima. Auch die Annahme, die Generation Y sei nicht mehr bereit, alles dem Beruf unterzuordnen, und fordere einen stärkeren Ausgleich zwischen Berufs- und Privatleben, wird von der Studie bestätigt: Mit rund 72 Prozent liegt die Work-Life-Balance auf Platz zwei der wichtigsten Werte. Bedeutet dies etwa, dass die Generation Y beruflich nichts erreichen will? Weit gefehlt! Mit rund 64 Prozent rangieren Angebote zur Weiterbildung und die Chance auf einen beruflichen Aufstieg auf Platz drei der Forderungen an den Arbeitgeber.

Teil 1: Bereit für die Neuen?
Teil 2: Bitte freundlich
Teil 3: Ausgeglichen

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