Spezial: E-Health - Medizin der Zukunft: „Warnung gehört“

Digitalisierung in der deutschen Gesundheitsbranche

Strukturen aufbrechen – das ist die Forderung des Vorstandsvorsitzenden der SBK, Hans Unterhuber. Nur so kann sich der deutsche Gesundheitsmarkt digital behaupten.

Dr. Hans Unterhuber promovierte Volkswirtschaftler und wurde 1998 Mitglied des Vorstands der Siemens-Betriebskranken­kasse (SBK), bevor er 2002 zum Vorstandsvorsitzenden ernannt wurde

Dr. Hans Unterhuber, promovierter Volkswirtschaftler, wurde 1998 Mitglied des Vorstands der Siemens-Betriebskranken­kasse (SBK), bevor er 2002 zum Vorstandsvorsitzenden ernannt wurde (Foto: PR)

Das deutsche Gesundheitswesen ist leistungs­fähig, aber alles andere als Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Der veraltete gesetzliche Rahmen und die Selbstverwaltung drosseln das Transformations­tempo enorm. In mehr politischem Mut und klaren Zielen sieht Hans Unterhuber, CEO der Siemens-Betriebskrankenkasse, einen Weg aus der Misere.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Wie stellen Sie sicher, dass bei Ihren digitalen Maßnahmen der Versicherte im Mittelpunkt steht?

Hans Unterhuber: In der Versorgung schließen wir bewusst Verträge mit den Anbietern, deren digitale Leistungen unseren Versicherten einen Mehrwert bieten. Die Bürokratie – Papierkrieg und Zettelwirtschaft – kann mithilfe der Digitalisierung erheblich abgebaut werden. Die zentrale Plattform, die wir dafür konsequent ausbauen, ist unsere App „Meine SBK“.

In den vergangenen Jahren wurde seitens der Politik auf die Selbstverwaltung des Gesundheitsmarkts gesetzt. Ein Fehler?

Unterhuber: Die politischen Vorgaben gehen in die richtige Richtung. Nur der gesetzgeberische Rahmen passt – noch – nicht zu diesen Visionen. Er muss modernisiert werden. Leider orientieren sich die operativen Einheiten der Selbstverwaltung bei ihrer Arbeit zu sehr an diesen nicht mehr zeitgemäßen Vorschriften. Es fehlt der Mut der Politik, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen, und bei der Selbstverwaltung der Mut, eine überholte Regelung etwas weiter auszulegen. Was wir in Deutschland bei der Digitalisierung brauchen, ist eine klares Zielbild, auf das wir alle hinarbeiten.

Welche Auswirkungen hätte die umfassende Datennutzung im Rahmen der elektronischen Gesundheitsakte auf die tatsächliche Versorgung Ihrer Patienten?

Unterhuber: Sie schafft Transparenz und dadurch Nutzen. Transparenz vor allem für die Patienten, denn die persönlichen medizinischen Basisdaten sind immer verfügbar. Patienten können genau nachvollziehen, welche Diagnosen und Untersuchungsergebnisse die behandelnden Ärzte über sie gespeichert haben und welche Medikamente sie nehmen. Die zusammen­getragenen Daten können auch für weitere Akteure freigegeben werden: den Facharzt, das Krankenhaus, die Krankenkasse. So werden Doppeluntersuchungen gespart, die Beratung kann mit diesem breiteren ­Wissen verbessert werden, und im Notfall haben alle Beteiligten die wichtigsten Informationen parat.

Teil 1: Digitalisierung in der deutschen Gesundheitsbranche

Teil 2: Smarte Krankenkasse in der Zukunft?

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