SMART COMPANY-Check

Interview: Oliver Johne, Geschäftsführer Futures Services

Zum Unternehmen: Futures-Services ist ein Dienstleister für die Energiebranche und begleitet den Mineralölhandel seit Mitte der 1980er Jahre als Partner in der Einkaufsoptimierung.

Oliver Johne ist Geschäftsführer beim Dienstleister Futures Services.

Oliver Johne ist Geschäftsführer beim Dienstleister Futures Services (Foto: PR).

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Wodurch zeichnet sich Ihr Unternehmen aus?

Oliver Johne: Wir informieren Energiehändler mit dem Schwerpunkt Mineralöl und Treibstoffe über die Preisentwicklungen an den Märkten und Börsen. Wir steuern die Ein- und Verkaufspreise und haben ein Programm, mit dem unsere Energiehändler automatisiert ihre Treib- und Brennstoffe verkaufen können. Sie sind hierüber direkt an die Börse gekoppelt – und zwar rund um die Uhr.

Sehen Sie sich und Ihre Mitarbeiter für die Herausforderung Digitalisierung gut aufstellt?

Johne: Ja, zumindest bei der Entwicklung für Programme für digitale Auftragsabwicklung oder Datenübertragung ist das bereits der Fall. Defizite haben wir noch in der digitalen Vermarktung sowie im digitalen Marketing und der digitalen Öffentlichkeitsarbeit. Ansonsten sehen wir uns bei der Erstellung von Digitalisierungs- und Automatisierungsprogrammen für unsere Klienten und für uns selbst gut positioniert.

Wo steht Ihre Branche im Bereich der Digitalisierung?

Johne: Der Mittelstand der Energiebranche ist hier relativ wenig vorangeschritten, eher rudimentär und rangiert sicherlich unter dem allgemeinen Industriedurchschnitt. Das liegt auch daran, dass die Energiebranche eine alte Branche ist - die mit den Veränderungen der Digitalisierung ihre Probleme hat. Unternehmen aus jüngeren Branchen tun sich da sicherlich etwas weniger schwer.

Wie sehen das Ihre Kunden?

Johne: Es nimmt immer mehr zu, dass unsere Kunden erkennen, welche Chancen mit der Digitalisierung verbunden sind. Das gilt auch für Energiehändler, die bisher kein Interesse an den digitalisierten Abwicklungen hatten. Das Einzige, was sie zurückhält ist die Eigenentwicklung von digitalisierten Lösungen - denn diese sind sehr kostenaufwändig. Und es gibt einen großen Unsicherheitsfaktor: Schließlich hat man schon seit 50 Jahren alles manuell gemacht und plötzlich entscheidet der Computer darüber. Das ist für viele noch beängstigend.

Wie bilden Sie sich persönlich und Ihre Mitarbeiter digital weiter?

Johne: Wir haben ein Schulungssystem. Dafür nutzen wir einen digitalen Dienstleister, der Schulungsvideos und -kurse anbietet. Grundsätzlich gibt es für jeden Mitarbeiter die Möglichkeit mindestens zweier Fortbildungen im Jahr.

Welche Rahmenbedingungen benötigen Sie für den digitalen Wandel?

Johne: Für mich sind die Erreichbarkeit und Verfügbarkeit der digitalen Instrumente das A und O. Es reicht auch nicht, dass man irgendeine Internetverbindung hat, sondern man braucht eine stabile Verbindung und zwei verschiedene Technologien. Bei uns ist das das normale Telefonnetz plus ein Koaxialkabel. So stellen wir sicher, dass wir zu 100 Prozent im Jahr online sind.

Welche konkreten Digitalisierungsmaßnahmen haben Sie ergriffen?

Johne: Konkret stellen wir im Human Ressourcing auf digitale Abwicklung um. Das heißt: Personalakten werden in diesem Jahr bei uns digitalisiert hinterlegt. Ein zentrales Kundenmanagement ist bei uns vor einigen Jahren schon eingeführt worden. Und auch die Projektentwicklung ist bei uns ein ganz großes Thema. Hierfür nutzen wir auch Remote-Entwicklungen – auf verschiedenen Kontinenten parallel. Während dieses Telefoninterviews sitze ich gerade in Indien, meine Tauberbischofsheimer Telefonnummer wird weitergeleitet. Das zeigt: Wir sind in unserem Arbeitsumfeld komplett digital vernetzt und können von jedem Ort auf der Welt aus arbeiten – solange wir Internet haben.

Ihr erster Eindruck: Wie hilfreich war der SMART COMPANY-Schnellcheck für Sie?

Johne: Das Ergebnis des Schnellchecks ist für mich nicht überraschend. Wir haben durchaus ein Bewusstsein für Digitalisierung und unseren aktuellen Stand. Dennoch sind auch für uns ein solches Interview und solche Fragestellungen als Sparringspartner immer wieder hilfreich, um seine aktuelle Position neu zu beleuchten und auch unterschiedliche Methoden und Betrachtungen zum Thema Digitalisierung und in letzter Konsequenz auch Innovation kennenzulernen.

Welche Frage aus dem Check war für Sie am Wichtigsten?

Johne: Für mich ist die Frage Nr. 7 eine ganz entscheidende. Generell sind alle Fragen wichtig aber bei Frage 7 muss man Farbe bekennen und sich ganz klar kritisch hinterfragen. Hat man den Bedarf an Digitalisierung sowie deren Nutzen erkannt gilt es konkrete Maßnahmen zu ergreifen und sei es erst einmal eine Zielsetzung. Ich denke hier fallen viele Unternehmen – wenn Sie ehrlich sind – durch. Mittlerweile ziehen die deutschen Unternehmen zwar langsam nach, sodass sich die Situation verbessert, ich glaube aber gerade mittelständische sowie kleine Firmen müssen sich hier eingestehen, dass Sie noch keine klare Strategie und auch noch keine Maßnahmen ergriffen haben.

Leiten Sie konkrete Schritte aus dem SMART COMPANY-Check ab? Gab es einen Aha-Effekt? 

Johne: Da wir uns unserem Stand der Digitalisierung durchaus bewusst sind, blieb der große Aha-Effekt für uns aus. Insofern werden wir auch keine konkreten Schritte aus dem Test ableiten.

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