Die Lawine rollt

Digitale Vermögensverwaltung

Erik Podzuweit will mit digitaler Vermögensverwaltung neue Anlagechancen eröffnen. Der CEO von Scalable Capital plädiert für eine emotionslose Geldanlage – und Investments auf Basis kluger Algorithmen.

Der Gründer und Geschäftsführer von Scalable Capital war zuvor Co-CEO von Westwing Home & Living
Erik Podzuweit:
Der Gründer und Geschäftsführer von Scalable Capital war zuvor Co-CEO von Westwing Home & Living sowie sieben Jahre lang als Executive Director bei Goldman Sachs in London und Frankfurt tätig (Foto: PR)

Als erster deutscher Robo-Advisor knackte Scalable Capital, das auch mit der ING-DiBa zusammenarbeitet, im Mai die Grenze von einer Milliarde Euro verwaltetem Kundenvermögen. Für CEO Erik Podzuweit ein erster Schritt auf dem Weg zum europäischen Marktführer.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Künstliche Intelligenz  durchdringt alle Bereiche. Welcher digitale Megatrend verändert Ihre Branche besonders stark?

Erik Podzuweit: In der Vermögensverwaltung sind maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz ­wichtige Themen. Der Vermögensaufbau scheitert unter anderem an menschlichen Emotionen wie Panik oder Gier. Deshalb müssen wir die Geldanlage durch kluge Algorithmen entemotionalisieren. Maschinen können auch sehr große Datenmengen analysieren und so bessere, faktenbasierte Entscheidungen treffen. Zudem senkt der hohe Grad der Automatisierung die Kosten für die Geldanlage drastisch. Genau das ist der Grundgedanke von Robo-Advice und von Scalable Capital.

Welche Idee steckt genau dahinter?

Podzuweit: Bisher hatten Privatanleger die Wahl zwischen niedrig verzinsten Sparbüchern oder Tagesgeldkonten und überteuerten aktiv gemanagten Fonds. Beides führt dazu, dass sie sich arm sparen. Wir haben eine Risikomanagement-Technologie entwickelt, mit der wir jedes Portfolio abhängig von der individuellen Risikoneigung und -tragfähigkeit eines Anlegers verwalten. So schonen wir seine Nerven und schützen ihn vor emotionalen Fehlentscheidungen. Durch den konsequenten Einsatz von Technologie und kostengünstigen Exchange-Traded Funds reduzieren wir die Kosten dabei auf ein Minimum.

Zum besseren Verständnis: Wie funktionieren die Algorithmen eines Robo-Beraters?

Podzuweit: Die Frage lässt sich nicht generell beantworten. Die meisten Robo Advisor verfolgen einen einfachen Rebalancing-Ansatz, bei dem die Portfolios in regelmäßigen Abständen auf eine fixe Ausgangsallokation zurückgesetzt werden. Dafür braucht man keine besonders komplexe Technologie. Bei uns ist das etwas anders. Wir halten keine Gewichte in den Portfolios konstant, sondern Risiken. Dafür müssen wir die Portfolios unserer Kunden permanent überwachsen und dynamisch anpassen. Schließlich sind Assetklassen je nach Marktsituation unterschiedlich riskant. Droht eine Verletzung der individuellen Risikovorgabe eines Anlegers, wird das Portfolio automatisch in risikoreichere oder risikoärmere Anlageklassen umgeschichtet. Um dies zu ermöglichen, füttern wir unser Anlagesystem laufend mit einer Flut an historischen und aktuellen Marktdaten, damit es die gegenwärtige Marktlage – wie aktuelle Marktrisiken, Risikodynamiken, Abhängigkeiten und Momentum – einschätzen kann. Daraus leitet das System Projektionen über künftige Marktzustände und optimale Allokationsentscheidungen ab und setzt diese um – für jedes Portfolio individuell.

Teil 1: Digitale Vermögensverwaltung

Teil 2: Erster deutscher Robo-Advisor

Teil 3: Generation Robotic Natives?

 

 

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