Komplex einfach

Effiziente Lieferketten durch KI

Thomas Grunau, CEO der Frachtplattform Saloodo!, baut den Einsatz Künstlicher Intelligenz aus und prognostiziert effizientere Lieferketten.

Der Diplom-Kaufmann Thomas Grunau ist CEO der digitalen Frachtplattform Saloodo!
Thomas Grunau:
Der Diplom-Kaufmann ist CEO der digitalen Frachtplattform Saloodo!. Zuvor hatte er Managementpositionen in den Bereichen E-Commerce, Marketing und Digitalisierung bei der Kühne + Nagel-Gruppe inne (Foto: PR)

Seine Logistiklösung optimiere den gesamten Transportprozess, sagt Thomas Grunau, CEO des Online-Marktplatzes Saloodo!. Mit dem Tool, so verspricht er, können Versender und Spediteure Transportaufträge einfach und sicher abwickeln.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Laut dem „Tech Trends Report 2018“ des Future Today Institute treibt China die digitale Transformation besonders stark voran. Welche anderen Länder sehen Sie als Vorreiter?

Thomas Grunau: In puncto digitaler Transformation in Europa sind das die baltischen Staaten. Man muss nur bedenken, dass zum Beispiel Estland schon vor mehr als zwölf Jahren die Möglichkeit geschaffen hat, dass seine Bürger online wählen können. Oder Lettland, das als erstes Land in Europa ein eigenes Start-up-Gesetz verabschiedet hat, um die Gründung und Entwicklung von innovativen Unternehmen zu fördern. So etwas kann ich hierzulande derzeit nicht erkennen.

Welcher digitale Megatrend verändert Ihr Unternehmen aktuell am meisten?

Grunau: Als digitale Frachtplattform sind wir ein Online-Marktplatz, auf dem Verlader und Transportdienstleister Frachtangebote und freien Laderaum finden. Früher mussten Unternehmen verschiedene Speditionen abtelefonieren, um den besten Preis für einen Transport zu bekommen. Heute werden die Auftragsanbahnung und der Transport über Frachtplattformen digital abgewickelt. Ein Megatrend, der für uns Relevanz hat, ist Künstliche Intelligenz. Schon heute bekommen die Kunden den aktuellen Marktpreis für ihre jeweilige Transportanfrage von uns geliefert – basierend auf Echtzeitdaten sowie speziellen Algorithmen. Im Unterschied zu dieser „Datenverarbeitung“ schaut Künstliche Intelligenz in die Zukunft – kann den Marktpreis prognostizieren oder dem Spediteur sagen, wo er wann mit seinem Lkw sein sollte, um die besten Chancen auf einen Auftrag zu bekommen. ­Diese prognostische Kompetenz erleichtert die Entwicklung komplexer Systeme. Künstliche Intelligenz könnte helfen, die Lieferkette zu vereinfachen und effektiver zu machen. Daher beschäftigen wir uns bereits mit Einsatzszenarien für Saloodo!.

Um im Rennen um die Zukunft zu bleiben, sind Innovationen überlebensnotwendig. Kann man diese „per System“ kreieren? Wie fördern Sie Innovationsgeist? Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit Start-ups/InsureTechs/FinTechs/etc.?

Grunau: Innovationen sind, genau wie Kreativität beispielsweise, nicht auf Knopfdruck abrufbar. Aber Unternehmen können Voraussetzungen dafür schaffen, die Innovationsentwicklung inhouse zu fördern. Saloodo! macht dies durch eine offene Unternehmenskultur und regelmäßigen interdisziplinären Meetings.
Natürlich spielt auch der Austausch mit anderen Unternehmen für uns eine große Rolle. Wir arbeiten bereits mit anderen Start-ups zusammen und sind offen für weitere Kooperationen.

Teil 1: Effiziente Lieferketten durch KI

Teil 2: Nachhaltiges Handeln, hohe Kundenzufriedenheit

 

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