Für freies Denken

Geht es darum, digitale Lösungen im Unternehmen möglich zu machen, setzt Stabilus-CEO Dietmar Siemssen auf Querdenker.


Dietmar Siemssen, CEO von Stabilus (Foto: PR)

Wenn auf ein Haus der Begriff Hidden Champion zutrifft, ist es Stabilus. Der Druckfeder- und Antriebshersteller nutzt die Transformation, um Prozesse und Produkte zu verbessern und sich als Marktführer zu behaupten. Dabei setzt CEO Dietmar Siemssen auf die Einbindung der Mitarbeiter weltweit.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: In Deutschland haben technologischer Wandel und Innovation in der Regel eher evolutionär und nicht revolutionär stattgefunden. Sind wir zu wenig disruptiv?
Dietmar Siemssen:
Wie immer gilt es Chancen zu erkennen und Lösungen auszuarbeiten. Voraussetzung für disruptive Lösungen sind Mitarbeiter und Organisationen, in denen es genügend „disruptiv“ zugeht, die querdenken und mit neuen Ideen smarte Lösungen entwickeln. Dafür ist eine Zusammenarbeit mit Universitäten und Start-ups sehr bereichernd. Deutschland hinkt im Vergleich zu anderen Wirtschaftsräumen bei diesen Kooperationen hinterher. Wir selbst haben beispielsweise erst jüngst positive Erfahrungen in dieser Art Zusammenarbeit für das Konzept eines Smart Chairs gemacht. Moderne, vernetzte Büromöbel von morgen erheben Daten, tauschen sie untereinander aus und stellen sicher, dass die gesamte Arbeitsumgebung sich auf den Nutzer optimal und ergonomisch einstellt. Ein weiteres Beispiel ist unsere gerade geschlossene Vereinbarung mit dem MIT in Boston.

Wie können wir unsere Systeme stärken, um die steigenden IT-Risiken in einer digitalisierten Gesellschaft, etwa durch Betriebsspionage, Hacker-Attacken oder Negativkampagnen, abzuwehren? Inwieweit können deutsche Unternehmen in diesem Umfeld eine führende Rolle übernehmen?
Siemssen: Grundsätzlich sind hohe Standards notwendig und wir betreiben einen hohen Aufwand, entsprechend der technologischen Entwicklung unsere Standards kontinuierlich zu erhöhen. Insbesondere die Anbindung unserer Produktionsstandorte erhält dabei ein hohes Augenmerk von unserer IT. Die Verschlüsselung der Datenströme ist dabei ein weiteres wichtiges Thema. Diese muss in den jeweiligen Endgeräten erfolgen. Eine durchgängige End2End-Verschlüsselung in der elektronischen Kommunikation ist wichtig. Der Mensch sollte in der Diskussion nicht vergessen werden. Es gilt, die Anwender für sicheres Verhalten zu sensibilisieren. Studien zeigen, dass oftmals die Anwender gute technische Vorgaben nicht vollumfänglich umsetzen. Als drittes Thema ist die Umstellung von Passwörtern auf Smartcards oder biometrische Daten zu nennen. Passwörter haben in vielerlei Hinsicht Schwachstellen, die mit den anderen Verfahren beseitigt werden.

In den USA und Asien werden ohne viele Einschränkungen Benutzerdaten gesammelt und verwertet. In Europa gibt es die „Charta der digitalen Grundrechte“ für Datenschutz und Privatsphäre. Wie lassen sich die hiesigen Rahmenbedingungen als Vorteil nutzen?
Siemssen: Vorbehalte entstehen, wo es keine Transparenz und Sinnhaftigkeit für den Einzelnen gibt. Die Bedenken drehen sich stets um die Fragen: Wo werden Daten erhoben, wie werden sie erhoben, was geschieht mit den Daten und wie werden sie gesichert? Regelmäßige Audits und Zertifizierungen helfen, die Vorbehalte abzubauen. Wenn Digitalisierung und Big Data den Menschen Vorteile geben, fördert dies die gesellschaftliche Akzeptanz. Bei unseren Produkten geht es im Rahmen der Digitalisierung nicht um verhaltensbasierte Informationen, sondern um Fragen von vorbeugender Wartung, Sicherheit und Anlagenverfügbarkeit. Dies richtet noch mehr den Fokus auf die Produktqualität, die stets ein zentrales Anliegen in unserem Unternehmen ist.

Teil 1: Für freies Denken

Teil 2: „Intelligente Bauteile”

Teil 3: Soziale Medien für die Mitarbeitergewinnung

 

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