Zurück zur Hauptseite

Wir sind selbst disruptiv

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Robert Bosch GmbH, über kreative Zufälle und hausgemachte Disruption.

 


Vernetzt unterwegs: Mit Bosch-Innovationen, etwa mikromechanischen Sensoren
(Bild: Niklas Hughes)

Bei Bosch will man nicht darauf warten, vom Wettbewerb überholt und „disruptiert“ zu werden. Die Devise dort lautet: anpacken und den Wandel durch Innovationen selbst fördern.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Blick in die Zukunft: Welche Innovation wird unser Leben in den kommenden Jahren so nachhaltig verändern wie der Siegeszug des Smartphones?

Volkmar Denner: Ganz klar ist das die Vernetzung der Welt über das Internet der Dinge. Die digitale Vernetzung wird zu einem grundlegenden Wandel in allen Lebensbereichen führen. Wir stehen in dieser Entwicklung erst ganz am Anfang. Viele Umbrüche können wir heute noch gar nicht absehen. Wichtig für Unternehmen ist, diesen Wandel mitzugestalten und nicht einfach abzuwarten, was passiert. Bosch bereitet sich seit Jahren systematisch auf die Vernetzung vor. Strategisches Ziel von Bosch sind Lösungen für das vernetzte Leben.

Alphabet/Google, Amazon, Facebook: Vergleichsweise junge, amerikanische IT-Unternehmen geben weltweit Takt und Ton an, sind an der Börse mehr wert als die DAX-Unternehmen zusammen. Warum schaffen wir es nicht, in diese Liga vorzustoßen?

Denner: Der Börsenwert eines Unternehmens ist nicht zwingend ein Gradmesser für seine Bedeutung. Wesentlich ist doch, wer die vernetzte Welt der Zukunft gestaltet. Dieses Rennen ist vollkommen offen. Erfolgreich wird sein, wer beides beherrscht: Soft- und Hardware. Bosch ist hier hervorragend aufgestellt. Wir kommen von der Hardware und bauen seit Jahren unsere Software-Kompetenz aus. Mehr als
15 000 Bosch-Software-Experten auf der ganzen Welt arbeiten an Lösungen für die vernetzte Welt. Zudem profitieren wir von unserer breiten technologischen Kompetenz und unserem Branchenwissen. In der vernetzten Welt hat der einen Vorteil, der in vielen Bereichen zuhause und stark ist.

Welche Geschäftsmodelle haben in Zukunft die besten Chancen?

Denner: Erfolgreich sind vor allem jene Unternehmen, die Nutzer und ihre Probleme in den Fokus vernetzter Lösungen stellen, nicht unbedingt das Produkt oder die Technik. Ein zweites Erfolgskriterium sind Kooperationen und Partnerschaften basierend auf einheitlichen Standards und offenen Plattformen. Interoperationale Lösungen bieten Kunden den größten Nutzen.

Digitalisierung und Transformation: Erwarten Sie, dass auf uns soziale und politische Herausforderungen zukommen, etwa frappierend steigende Arbeitslosigkeit oder radikale gesellschaftliche Umbrüche?

Denner: Das erwarte ich nicht. Solange wir die zahlreichen und vielfältigen Chancen der digitalen Transformation nutzen, werden wir auch die damit verbundenen Herausforderungen bewältigen können. Natürlich werden sich Tätigkeiten verändern, auch wegfallen. Aber es werden auch neue, anspruchsvollere Tätigkeiten entstehen. Wir müssen uns nur frühzeitig mit diesen Auswirkungen auseinandersetzen. Beispielsweise passen wir bei Bosch die Inhalte unserer Ausbildung sukzessive an die Bedürfnisse der vernetzten Produktion an.

Teil 1: Wir sind selbst disruptiv

Teil 2: „Uns geht es nicht darum, wie wir möglichst viel Geld verdienen“

Teil 3: „Dem Scheitern darf nichts Negatives anhaften“

 

Das interessiert andere Leser

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis

Was Unternehmer wissen müssen

DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis

Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick

Das interessiert andere Leser
  • 14.-16.11.2019 | FRANCHISE EXPO19 | Frankfurt

    Die erfolgreiche Messe geht in die zweite Runde. Der neue Szene-Treff für Menschen mit Lust auf Selbständigkeit, Interesse an Franchising und für Unternehmen, die über Franchising expandieren wollen.

  • Verbesserte Suchfunktion und erweiterter Support auf DUB.de
    Neue Funktionen auf DUB.de

    Verbesserte Suchfunktion und erweiterter Support - lesen Sie in der folgendeen Meldung mehr zu den Neuerungen auf DUB.de.

  • Franchise: Deutschland ist attraktivster Franchising-Standort
    Franchise: Traumstandort Deutschland?

    Franchising in Deutschland ist laut dem International Franchise Attractiveness Index die beste Wahl wenn es um den idealen Standort geht.

  • Zielabgleichung - Wollen Verkäufer und Käufer tatsächlich das Gleiche?
    Zielabgleichung - Wollen Verkäufer und Käufer tatsächlich das Gleiche?

    Damit die Unternehmensnachfolge gelingt, ist Klarheit über die eigenen Ziele und Bedürfnisse sowie auch der anderen Seite von Vorteil. Worauf sollten beide Seiten achten damit das Geschäft gelingt?

  • Unternehmensbewertung: Was Firmeninhaber wissen müssen
    Das Gelbe vom Ei?

    Was ist mein Unternehmen wert? Das Ertragswertverfahren und die Discounted-Cashflow-Methode werden oft zur Ermittlung genutzt. Kleine Firmen sollten eine andere Methode nutzen.

  • Videointerview zur Unternehmensnachfolge
    Videointerview: Herausforderung Unternehmensnachfolge

    Dr. Daniel Mundhenke und Andreas Grandt (BRL) im Interview: Die Experten berichten von Herausforderungen aus der Praxis, den unterschiedlichen Formen der Nachfolge, über Fallstricke dabei und vieles mehr.

  • „Die Party zieht vom Haus in den Garten“

    Droht ein Ende des Immobilienbooms? Die Experten Andreas Schütz, Ottmar Heinen, Daniel Hoffmann und Malte Thies diskutieren über mögliche Lösungen des Wohnraummangels und die Rolle der Politik.

  • DUB-Video: Die fünf häufigsten Fehler beim Unternehmensverkauf
    DUB-Video: Die fünf häufigsten Fehler beim Unternehmensverkauf

    Dem Verkauf eines Unternehmens wird oft nicht der richtige Stellenwert eingeräumt. Oft scheitert er aus ebenso profanen wie vermeidbaren Fehlern. Das sind die fünf häufigsten.

  • Nachfolge und Digitalisierung
    Unternehmensnachfolger von morgen

    Unternehmensnachfolge ist für viele Betriebe herausfordernd. Nun erschwert die Digitalisierung noch den Prozess. Sind vor allem die mittelständischen Unternehmen auf den bevorstehenden Wandel vorbereitet?

  • Künstliche Intelligenz: Die Führungskraft von Morgen?
    Künstliche Intelligenz: Die Führungskraft von Morgen?

    Zukunftsforscher Kai Gondlach attestiert der KI schon heute die Fähigkeit bessere Führungsentscheidungen zu treffen. Bis 2050 wird die vierte industrielle Revolution die Politik erreichen.

  • Dienstleistung oder Einzehlandel: Wo finde ich das passende Franchise Unternehmen?
    Zwei Franchise Konzepte – eine Entscheidung

    Ladengeschäft oder Dienstleistungsunternehmen aufmachen? Das sollte man als Franchise-Interessierter am Anfang klären - über die Vor- und Nachteile der Konzepte.

  • Unternehmensübernahme der besonderen Art: Haikutter Alexa hat nach langer Suche einen neuen Kapitän gefunden
    Immer ´ne Handbreit Wasser unterm Kiel

    Auch der Betrieb von Traditionsschiffen kennt Nachfolgeprobleme. Manchmal klappt es aber auch. Das zeigt das Beispiel des Traditionsschiffs Alexa.