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„Trainer sind ausschlaggebend für die duale Karriere“


Thomas Lurz, Personalentwicklung s.Oliver: Der zwölffache Weltmeister im Freiwasserschwimmen fordert mehr Engagement von Sportlern (Foto: Harry Traenkner)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Herr Kaiser, Sie hängten mit Anfang 20 das Rad an den Nagel. Hatten Sie den Eindruck, sich zwischen Spitzensport und Berufskarriere enscheiden zu müssen?
Kaiser:
Als aktiver Leistungssportler sah ich keine Möglichkeit, nebenbei an meiner Berufskarriere zu feilen. Hier hätte ich mir mehr Beratung – etwa von meinem Trainer – gewünscht.
Thomas Lurz:
Die Trainer sind ausschlaggebend für die duale Karriere. Sie sollten ein entsprechendes Weiterbildungsprogramm durchlaufen. Das würde sich auch positiv auf den deutschen Medaillenspiegel auswirken. Denn eine berufliche Per­spektive nimmt den Sportlern im Moment des Wettkampfs den Druck und ebnet den Weg zum Sieg.

Wie haben Sie den Einstieg in die Berufskarriere gefunden?
Lurz:
Das Schwimmen stand für mich immer an erster Stelle. Weil ich einen Abschluss haben wollte, studierte ich nebenbei Sozialpädagogik. Vor allem war ich aber Geschäftsführer in dem „Betrieb Thomas Lurz“. Sportler sind Vertriebler: Ich habe Sponsoren akquiriert und Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Als sich meine Profikarriere dem Ende zuneigte, fing ich an, Klinken zu putzen. Ich stellte mich bei Unternehmen vor und bot ihnen Trainingsprogramme an – mit Erfolg. Irgendwann hörte der Inhaber des Modeunternehmens s.Oliver einen Vortrag von mir und bot mir an, in der Personalentwicklung anzufangen.

Boron-Kölm: Es hängt auch von den Sportlern selbst ab, ob die duale Karriere gelingt. Sie müssen aktiv werden und dürfen sich nicht auf ihren Erfolgen ausruhen. Um den Athleten dies bewusst zu machen, hat die Stiftung Deutsche Sporthilfe die Initiative Sprungbrett Zukunft ins Leben gerufen, die unter anderem Kurzzeitpraktika, ein Mentorenprogramm und die DUB-Praktikantenbörse umfasst.

Kirn: Wir bieten auch Mentorenprogramme und Schnupperpraktika an – allerdings nicht nur für Sportler, sondern für alle Menschen, die sich beruflich orientieren möchten.

Anke Kirn, Head of Workforce Capability Germany, Deutsche Bank: Die Personalerin ist überzeugt, dass Arbeitnehmer künftig mehr Flexibilität von Unternehmen einfordern (Foto: Harry Traenkner)

Was können Unternehmen sonst noch tun?
Lurz:
Bei s.Oliver gibt es Vertrauensarbeitszeit, und die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten. Dadurch konnte ich weitertrainieren, als ich schon dort arbeitete.

Frau Kirn, der Trend geht hin zu mehr Flexibilität aufseiten der Arbeitgeber. Auch bei Ihnen?
Kirn:
Absolut. Das Tempo in der heutigen Welt ist so rasant, das die Arbeit nicht mehr dieselbe ist wie noch vor 20 Jahren. Die Menschen brauchen mehr Erholungsphasen und fordern deshalb berechtigterweise mehr Flexibilität von den Unternehmen.

DUB-Praktikantenbörse

WAS: Die Praktikantenbörse ist ein Angebot für Unternehmen und Spitzensportler. Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete die Börse im Herbst 2014.
WIE: Bundeskader-Athleten und Sportler aus dem Radsportteam Racing Students präsentieren ihr Profil auf DUB.de. Unternehmen wählen passende Praktikanten aus.
WER: Initiatoren der Praktikantenbörse sind die Stiftung Deutsche Sporthilfe, die Deutsche Bank und die Deutsche Unternehmerbörse DUB.de.

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Teil 1: Top-Athlet – und dann?
Teil 2: „Trainer sind ausschlaggebend für die duale Karriere“

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