Hardware mit Köpfchen

Industrie 4.0 beim Zulieferer Schaeffler

Erst die richtigen Bauteile machen Maschinen intelligent. Klaus Rosenfeld, Vorstandschef von Schaeffler, über die digitale Industrie.

Vernetzte Maschinen: Bauteile werden mehr und mehr miteinander kommunizieren (Bild: Niklas Hughes)

Allein war gestern. Unternehmensübergreifende Plattformen schaffen eine Datenbasis, die Voraussetzung für die Industrie 4.0 ist. Klaus Rosenfeld zeigt, wo und wie der Zulieferer Schaeffler digital agiert.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Welche Innovation wird unsere Welt verändern wie das Smartphone?

Klaus Rosenfeld: Das Smartphone hat das mobile Internet des Menschen geschaffen. In den kommenden Jahren wird das Internet der Dinge unser Leben verändern. Daten werden Kernbestandteil der Wertschöpfung. Sie werden über Unternehmensgrenzen hinweg ausgetauscht, werden gehandelt und ermöglichen zusätzliche Wertschöpfung. Schon in wenigen Jahren werden Maschinen, die uns umgeben, miteinander vernetzt sein und deren digitale Abbilder ohne Zutun des Menschen mit­einander kommunizieren.

Alphabet/Google, Apple, Amazon, Facebook: Vergleichsweise junge, amerikanische IT-Unternehmen geben weltweit Takt und Ton an, sind an der Börse mehr wert als die DAX-Unternehmen zusammen. Warum schaffen wir es nicht, in diese Liga vorzustoßen?

Rosenfeld: Die Digitalisierung ermöglicht neue Wertschöpfungsstrukturen durch datenbasierte Geschäftsmodelle. Die genannten Unternehmen haben das früher erkannt als andere. Der Wert dieser Unternehmen beruht auf Daten, den Informationen, die daraus abgeleitet werden und dem Zugang zu den Daten. Im Vergleich zu deutschen Unternehmen verfügen diese softwareorientierten Unternehmen über sehr wenige physische Assets. Hier liegt für uns eine Chance. Mit Blick auf das „Internet der Dinge“ müssen wir uns so aufstellen, dass wir Sachkapital und datenbasierte Wertschöpfung verbinden. Dabei müssen der Kunde und seine Anforderungen im Mittelpunkt stehen.

Welches Unternehmen weltweit hat sein Geschäftsmodell vorbildlich auf die Zukunft ausgerichtet? Was beeindruckt Sie an dem Unternehmen am meisten?

Rosenfeld: Es gibt im digitalen Umfeld sehr innovative und erfolgreiche Geschäftsmodelle. Stellvertretend für ihr zukunftsorientiertes Agieren möchte ich Amazon und Apple nennen. Beide Unternehmen sind in dieser Hinsicht vorbildlich. Amazon überzeugt dabei für mich durch exzellente Kundenorientierung, Apple durch sein zukunftsweisendes Geschäftsmodell. Im Industrieumfeld entstehen neue, digitale Geschäftsmodelle derzeit gerade erst. Als global aufgestellter Automobil- und Industriezulieferer verfolgen wir die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit und arbeiten selbst mit Hochdruck daran, unser Geschäftsmodell noch stärker auf die zukünftigen Bedürfnisse unserer Kunden auszurichten.

Teil 1: Hardware mit Köpfchen
Teil 2: "Mehr Möglichkeiten heißt mehr Verantwortung"
Teil 3: "Wandel braucht Selbstvertrauen"

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