Akquisitionsfinanzierung (Fremdkapital)
Du hast ein Unternehmen bewertet und die Due Diligence läuft – jetzt stellt sich die Frage: Wie finanzierst du den Kauf? Lerne, wie Eigenkapital, Bankkredit, Fördermittel und Verkäuferdarlehen zusammenspielen.
1 Wie viel Eigenkapital brauchst du?
Die wichtigste Frage bei der Akquisitionsfinanzierung: Wie viel Eigenkapital muss ich selbst mitbringen? Das Eigenkapital ist der Anteil des Finanzierungsbedarfs, den du nicht über Kredite deckst – dein „Skin in the Game".
Wie viel echtes Eigenkapital die Bank sehen will
Banken erwarten bei Übernahmen mindestens 10 bis 20 Prozent echtes Eigenkapital. Bringst du keine Erfahrung in der Branche des Zielunternehmens mit, sind es eher 20 bis 30 Prozent – die Bank finanziert dann nicht nur ein Unternehmen, sondern auch deine Einarbeitung.
Gerechnet wird auf den Gesamtfinanzierungsbedarf, also Kaufpreis plus Nebenkosten – nicht auf den Kaufpreis allein. Anwalt, Steuerberater, Prüfung und Notar müssen ebenfalls bezahlt werden, und zwar sofort. Wer nur den Kaufpreis rechnet, unterschätzt seinen Eigenkapitalbedarf systematisch.
Kaufpreis 1.000.000 € plus rund 100.000 € Nebenkosten ergeben einen Gesamtbedarf von 1.100.000 €.
10 Prozent echtes Eigenkapital: 110.000 €
20 Prozent echtes Eigenkapital: 220.000 €
Umgekehrt gelesen: Mit 110.000 € auf dem Konto bewegst du dich am unteren Rand dessen, was für einen Kaufpreis von einer Million finanzierbar ist – und brauchst dafür eine Struktur, die überzeugt.
Was zählt als Eigenkapital – und was nicht
Banken schauen nicht nur auf die Höhe, sondern auf die Herkunft. Entscheidend ist, ob das Geld im Verlustfall wirklich als Erstes haftet.
Zählt: liquide Mittel auf deinem Konto und Wertpapiere, die du verkaufst. Beteiligungskapital von Mitinvestoren oder Beteiligungsgesellschaften. Familiendarlehen und Schenkungen, sofern ein qualifizierter Rangrücktritt erklärt ist.
Zählt nur anteilig: das nachrangige Verkäuferdarlehen – dazu gleich mehr.
Zählt nicht: Vermögen, das in deiner eigenen Immobilie steckt (das kann Sicherheit sein, ist aber kein Eigenkapital). Ein privat aufgenommener Kredit, den du als Eigenkapital einbringst – die Bank fragt nach der Herkunft und rechnet die Rate dagegen. Familiendarlehen ohne Rangrücktritt. Zugesagte, aber nicht eingezahlte Mittel.
Ein nachrangiges Verkäuferdarlehen ist dein stärkster Hebel, aber es ersetzt Eigenkapital nur anteilig. In der Praxis rechnen Banken häufig die Hälfte an – und höchstens bis zur Höhe deines echten Eigenkapitals. Der Grund: Es muss irgendwann zurückgezahlt werden, und der Verkäufer ist kein Gesellschafter.
Konkret: Ein Verkäuferdarlehen von 300.000 € senkt dein Bankdarlehen um 300.000 €, ersetzt aber nur rund 150.000 € Eigenkapital.
Er zählt für die Bank am Tag 1 weder als Eigenkapital noch als Fremdkapital. Was er leistet: Er senkt den Finanzierungsbedarf zum Closing und damit Bankdarlehen und Kapitaldienst. Die Bank prüft aber, ob dein Liquiditätsplan die spätere Zahlung trägt – finanzieren wird sie den Earn-Out nicht.
Wer die Eigenkapitallücke durch immer mehr Nachrangbausteine ersetzt, erreicht das Gegenteil: Die Bank sieht einen Käufer, der nichts zu verlieren hat. Ein Verkäuferdarlehen in Höhe des Kaufpreises bei null Eigenkapital ist keine Finanzierung, sondern ein Ratenkauf – den begleitet keine Bank.
Rückbeteiligung des Verkäufers
Beim Rollover behält der Verkäufer einen Minderheitsanteil, typischerweise 10 bis 25 Prozent. Für diesen Teil fließt kein Kaufpreis, du brauchst also entsprechend weniger Kapital. Banken sehen das gern: Der Verkäufer behält ein eigenes Interesse am Erfolg und bleibt in der Übergangsphase erreichbar.
Zwei Dinge gehören geregelt: ein Ausstieg zu festen Regeln, meist über Kauf- und Verkaufsoptionen nach drei bis fünf Jahren, und die Klarheit, dass du die Geschäftsführung führst. Für Förderdarlehen gilt in der Regel: Du brauchst die Mehrheit und die aktive Rolle.
Strukturen ohne echtes Eigenkapital, auch wenn Verkäuferdarlehen und Mezzanine die Lücke rechnerisch schließen. Ein Verkäuferdarlehen ohne Rangrücktritt oder mit Tilgung ab dem ersten Jahr, weil es dann mit der Bank um denselben Cashflow konkurriert. Ein Earn-Out, der als Eigenkapital gerechnet wird oder im Liquiditätsplan fehlt. Eigenkapital aus Privatkrediten, deren Rate du aus deinem Geschäftsführergehalt bedienen musst. Und Minderheitsbeteiligungen als Kaufgegenstand: Ohne Kontrolle über die Ausschüttungen kann deine Erwerbsgesellschaft den Kredit nicht sicher bedienen.
Mehr zu Transaktionsstrukturen mit Verkäuferdarlehen und Earn-Out → Modul 2: Transaktionsablauf und Deal-Strukturen verstehen
2 Die Finanzierungsbausteine
Eine Akquisitionsfinanzierung besteht in der Regel aus mehreren Bausteinen, die zusammen den Kaufpreis plus Transaktionskosten abdecken.
Banken denken in Rängen
Wer im Verlustfall zuerst bedient wird, trägt das geringste Risiko und verlangt den niedrigsten Zins. Je weiter unten ein Baustein in dieser Rangfolge steht, desto mehr wirkt er für die Bank wie Eigenkapital – und desto teurer ist er.
1. Rang: Bankdarlehen – der Kern der Finanzierung, besichert, günstigster Zins.
Nachrang: Mezzanine und stille Beteiligung – schließt die Lücke zwischen Bank und Eigenkapital, ohne Sicherheiten, dafür deutlich teurer.
Nachrang: Verkäuferdarlehen – günstiger als Mezzanine und zugleich ein Signal an die Bank, dass der Verkäufer an sein Unternehmen glaubt.
Kein Kapital: Earn-Out – verschiebt einen Teil des Kaufpreises in die Zukunft, senkt aber den Bedarf am Tag 1.
Letzter Rang: Eigenkapital – haftet zuerst. Ohne echtes Eigenkapital finanziert keine Bank.
Bankkredit (Senior Debt)
Der Bankkredit ist der größte Finanzierungsbaustein – typischerweise 40 bis 70 Prozent des Gesamtbedarfs. Was darüber hinaus fehlt, decken Eigenkapital, Verkäuferdarlehen und gegebenenfalls Mezzanine.
Laufzeit: 5–7 Jahre, mit regelmäßiger Tilgung
Sicherheiten: Die Bank besichert den Kredit in der Regel über die Vermögenswerte des gekauften Unternehmens (Maschinen, Forderungen, ggf. Immobilien) sowie persönliche Bürgschaften des Käufers
Tilgungsfähigkeit: Die Bank prüft, ob das Unternehmen den Kredit aus dem laufenden Cashflow bedienen kann – der sogenannte Debt Service Coverage Ratio (DSCR) muss über 1,0 liegen, idealerweise bei mind. 1,2–1,5
Welche Banken? Nicht jede Bank macht Akquisitionsfinanzierungen. Sparkassen und Volksbanken finanzieren häufig kleinere Deals, größere Häuser und spezialisierte Banken ab ca. 2 Mio. € Kaufpreis
Mezzanine-Kapital
Mezzanine-Kapital ist eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital. Es wird häufig über eine Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) des Bundeslandes bereitgestellt – meist in dem Bundesland, in dem das Zielunternehmen sitzt.
Typischer Anteil: Häufig 10–30% des Kaufpreises
Struktur: Oft als (typisch) stille Beteiligung oder eigenkapitalähnliches Instrument
Laufzeit: Häufig 5–10 Jahre, teils endfällig
Sicherheiten: Meist keine klassischen dinglichen Sicherheiten; dafür sind die Konditionen in der Regel teurer als Senior Debt
Bankensicht: Kann – je nach Ausgestaltung – als eigenkapitalähnlicher Baustein wirken (v. a. wegen Nachrangigkeit und langer Kapitalbindung) und damit die Finanzierung insgesamt „bankfähiger" machen
Wichtig: Mezzanine ist nicht immer der richtige Baustein – insbesondere, weil es zusätzliche Kosten und Strukturkomplexität mitbringen kann. Sinnvoll kann es z. B. sein, wenn Eigenkapital für eine solide Struktur nicht ausreicht, oder wenn die Bank aufgrund der Eigenkapitalquote / Risikostruktur zurückhaltend ist und eine Finanzierungslücke geschlossen werden muss.
Verkäuferdarlehen (Vendor Loan)
Der Verkäufer belässt einen Teil des Kaufpreises als Darlehen im Unternehmen – typischerweise 10–30% des Kaufpreises.
Vorteil für den Käufer: Reduziert den benötigten Bankkredit und das Eigenkapital
Vorteil für den Verkäufer: Kann den Gesamtkaufpreis erhöhen und zeigt Vertrauen in das Unternehmen
Vorteil für den Finanzierungspartner (Bank): Signalisiert Banken, dass der Verkäufer weiterhin unternehmerisches Risiko trägt und selbst von der zukünftigen Stabilität und Ertragskraft des Unternehmens überzeugt ist.
Typische Konditionen: Nachrangig zum Bankkredit, Laufzeit 2–5 Jahre, strukturiert als endfälliges Darlehen
Bankensicht: Wird als wirtschaftliches Eigenkapital gewertet, da nachrangig zum Bankkredit
Qualifizierter Rangrücktritt: Das Darlehen wird erst bedient, wenn der Bankkredit vertragsgemäß läuft. Ohne diese Erklärung zählt es als ganz normale Verbindlichkeit – und dein Vorteil ist weg.
Tilgungsfreie Anfangsjahre: Üblich sind zwei bis drei Jahre ohne Tilgung, damit der Cashflow zunächst dem Bankkredit dient. Zinsen werden häufig gestundet.
Keine kollidierenden Sicherheiten: Sicherheiten zugunsten des Verkäufers, die mit denen der Bank konkurrieren, sind ein Ablehnungsgrund.
Verkäufer lehnen ein Darlehen selten grundsätzlich ab – sie fürchten das Ausfallrisiko. Biete an, was die Angst nimmt: kurze Laufzeit nach der Bankphase, marktüblicher Zins, Informationsrechte, notfalls eine persönliche Teilbürgschaft.
Dein stärkstes Argument ist der Kaufpreis: Ohne Verkäuferdarlehen trägt das Unternehmen weniger Bankdarlehen, und der Preis sinkt entsprechend. Ein Verkäufer, der einen Teil stundet, bekommt in der Regel mehr als einer, der auf sofortiger Vollzahlung besteht.
Earn-Out
Ein Teil des Kaufpreises wird an die zukünftige Performance des Unternehmens geknüpft – z.B. an Umsatz- oder EBITDA-Ziele.
Typischer Anteil: 10–20% des Kaufpreises
Laufzeit: Meist 1–3 Jahre nach dem Closing
Risikoteilung: Schützt den Käufer, wenn die Performance nach der Übernahme schlechter ist als erwartet
Fördermittel
In Deutschland gibt es eigene Förderprogramme für Unternehmensnachfolgen – ein häufig unterschätzter Baustein. Sie wirken auf zwei Wegen:
Günstigere Konditionen: niedrigere Zinsen und längere Laufzeiten als ein reiner Bankkredit
Risikoübernahme: Förderbank oder Bürgschaftsbank tragen einen Teil des Ausfallrisikos. Das ist für die Bank oft das eigentliche Argument – und der Grund, warum eine Finanzierung überhaupt zustande kommt
Welche Geldgeber es gibt und wie du herankommst, steht in Abschnitt 5.
KfW-Förderkredite werden über die finanzierende Bank beantragt – nicht direkt bei der KfW. Sprich deinen Bankberater oder uns darauf an. Es gibt Banken, die kennen sich besser mit den Förderprogrammen für Übernahmen aus als andere. Wenn dein Bankberater nicht weiterweiß, wechsle die Bank oder binde einen spezialisierten Finanzierungsberater ein.
3 Dein Finanzierungsplan
Jetzt fügen wir die Bausteine zusammen. Ein Finanzierungsplan zeigt, wie du den Kaufpreis plus Transaktionskosten aufbringst – und ob die Finanzierung tragfähig ist.
Beispiel: Finanzierungsplan für einen 800.000 €-Deal
Baustein | Betrag | Anteil |
|---|---|---|
Eigenkapital (Bargeld) | 100.000 € | ~12% |
Verkäuferdarlehen | 120.000 € | 15% |
Bankkredit (inkl. KfW-Anteil) | 530.000 € | ~66% |
Transaktionskosten (Anwalt, StB, DD) | 50.000 € | ~6% |
Gesamtfinanzierungsbedarf | 850.000 € | 100% |
Jetzt die Rechnung, die die Bank aufmacht: Der Käufer bringt 100.000 € echtes Eigenkapital mit, knapp 12 Prozent des Finanzierungsbedarfs. Das Verkäuferdarlehen über 120.000 € rechnet sie nur zur Hälfte an, also mit 60.000 € – die Obergrenze in Höhe des echten Eigenkapitals greift hier nicht.
Wirtschaftlich zählt die Bank damit 160.000 €, also rund 19 Prozent. Nicht die 27 Prozent, die sich aus der schlichten Addition von Eigenkapital und Verkäuferdarlehen ergäben. Das liegt im unteren Bereich dessen, was Banken erwarten: machbar, aber ohne Puffer. Schon 10.000 € mehr echtes Eigenkapital heben die Quote über 20 Prozent.
Viele Käufer rechnen nur den Kaufpreis – und vergessen die Transaktionskosten: Anwalt, Steuerberater, Due Diligence, Notar, ggf. Maklergebühren. Plane mindestens 5–10% des Kaufpreises zusätzlich ein. Bei einem 800.000 €-Deal sind das 40.000–80.000 € extra.
Zusätzlich beachten: Es kann sein, dass zusätzlich eine Betriebsmittellinie oder eine sonstige Liquiditätsfinanzierung erforderlich ist, insbesondere wenn im Rahmen der Transaktion nur wenig Cash übernommen wird oder nach dem Closing ein erhöhter Working-Capital-Bedarf entsteht.
4 Kapitaldienstfähigkeit: die eine Rechnung der Bank
Bevor eine Bank über Sicherheiten, Bürgschaften oder Fördermittel spricht, stellt sie eine einzige Frage: Verdient das Unternehmen genug, um Zins und Tilgung aus dem laufenden Geschäft zu bezahlen? Wer diese Rechnung selbst beherrscht, weiß vor dem ersten Bankgespräch, ob sein Kaufpreis trägt.
Der Grundgedanke
Bei einem Unternehmenskauf zahlst nicht du das Darlehen zurück, sondern das gekaufte Unternehmen. Es erwirtschaftet Gewinn, schüttet ihn an deine Erwerbsgesellschaft aus, und die bedient damit den Kredit. Die Bank prüft deshalb nicht dein Gehalt, sondern den nachhaltig verfügbaren Cashflow des Zielunternehmens.
Kapitaldienstfähigkeit = verfügbarer Cashflow ÷ jährlicher Kapitaldienst
Liegt der Wert über 1, reicht der Cashflow rechnerisch. Banken wollen aber einen Puffer: ab etwa 1,5 gilt ein Vorhaben als komfortabel finanzierbar, zwischen 1,2 und 1,5 als machbar mit Anpassungen, darunter als nicht tragfähig.
Warum nicht das ganze EBITDA zählt
Ausgangspunkt ist das bereinigte EBITDA. Davon steht aber nur ein Teil für den Kapitaldienst zur Verfügung, weil das Unternehmen weiterhin Geld braucht für:
Steuern auf den Gewinn
Erhaltungsinvestitionen in Maschinen, Fahrzeuge und IT, damit die Substanz nicht verfällt
Gebundenes Kapital im Tagesgeschäft, wenn das Unternehmen wächst und mehr Geld in Lager und Forderungen steckt
Ein angemessenes Geschäftsführergehalt, falls es nicht schon im bereinigten EBITDA steckt
Als Faustregel für eine erste Einschätzung rechnen Banken mit rund 70 Prozent des bereinigten EBITDA als verfügbarem Cashflow. Bei investitionsintensiven Geschäftsmodellen wie Produktion, Logistik oder Bau liegt der Wert niedriger, bei Dienstleistern ohne großes Anlagevermögen höher.
Die Laufzeit entscheidet über die Rate
Akquisitionsdarlehen werden fast immer annuitätisch getilgt, also in gleichbleibenden Jahresraten aus Zins und Tilgung. Je länger die Laufzeit, desto niedriger die Rate – und desto besser sieht die Rechnung aus.
Förderprogramme erlauben längere Laufzeiten, und das senkt die Rate spürbar. Die Bank prüft die Tragfähigkeit trotzdem meist auf sechs bis sieben Jahre, weil sie das Risiko nicht über ein Jahrzehnt strecken will. Ein Kaufpreis, der nur mit zehn Jahren Laufzeit funktioniert, ist zu hoch.
Der Stressfall
Banken rechnen nicht nur den Planfall. Sie senken das EBITDA um 20, 30 oder 40 Prozent und schauen, ab wann die Rechnung kippt. Genau dieser Puffer ist der Grund, warum sie 1,5 sehen wollen und nicht 1,0: Bei einem Wert von 1,0 reicht ein durchschnittliches Jahr, um die Finanzierung zu gefährden.
Die zweite Kennzahl
Neben der Kapitaldienstfähigkeit schaut jede Bank auf das Verhältnis von Fremdkapital zu bereinigtem EBITDA. Es sagt, wie viele Jahresgewinne nötig wären, um die Schulden zu tilgen. Beide Kennzahlen hängen zusammen – wer den Kaufpreis über mehr Bankdarlehen finanziert, verschlechtert beide gleichzeitig.
Der Schnell-Check auf dub.de zeigt dir, ob dein Kaufpreis mit deinem Eigenkapital und dem Verkäuferbeitrag trägt und wie groß die Lücke ist, falls nicht.
Mit dem Akquisitionsfinanzierungs-Service der DUB entwickeln wir aus deinen Unterlagen eine bankfähige Struktur, erstellen die Finanzierungsanfrage und sprechen neben Banken auch Mezzanine-Geber und Beteiligungsgesellschaften an. Für dich kostenfrei; im Erfolgsfall werden wir von der finanzierenden Bank vergütet.
Die Vorlage Finanzierungsplan und Kapitaldienst führt dich durch beide Rechnungen: Kapitalbedarf und Mittelherkunft auf dem ersten Blatt, Kapitaldienstfähigkeit samt Stressfall auf dem zweiten. Das Ergebnis deiner Bewertung aus Modul 3 ist der Ausgangspunkt.
5 Fördermittel: wer finanziert was
Deutschland hat eines der besten Fördersysteme für Unternehmensnachfolgen in Europa. Für dich als Käufer zählt vor allem eines: Fördermittel senken nicht nur deinen Zins, sie machen die Finanzierung überhaupt erst möglich, weil sie der Bank Risiko abnehmen.
Vier Akteure, vier Lücken
KfW – bundesweit einheitliche Förderdarlehen. Das eigentliche Argument für die Bank ist nicht der günstigere Zins, sondern die Haftungsfreistellung: Die KfW übernimmt einen Teil des Ausfallrisikos.
Bürgschaftsbank des Bundeslandes – springt ein, wenn dir Sicherheiten fehlen, etwa weil du keine Immobilie hast. Sie verbürgt einen Teil des Kredits gegenüber der Bank, gegen eine laufende Provision.
Landesförderbank – ergänzt und verbilligt, mit eigenen Programmen je Bundesland. Was es gibt, hängt davon ab, wo das Zielunternehmen sitzt.
Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) – stille Beteiligung, die wie Eigenkapital wirkt, ohne dass du Anteile abgibst. Der naheliegende Weg, wenn dein Eigenkapital für eine solide Struktur nicht reicht.
Du beantragst Fördermittel nie direkt. Weder bei der KfW noch bei der Bürgschaftsbank. Der Antrag läuft immer über die Bank, die deinen Kredit gibt – sie reicht ihn weiter und haftet mit. Das heißt auch: Eine Bank, die deinen Kauf nicht finanzieren will, verschafft dir keine Förderung.
Wann Förderung ausscheidet
Nicht jeder Kauf ist förderfähig. Typische Ausschlussgründe: Du übernimmst keine unternehmerische Führung, sondern nur eine Minderheitsbeteiligung. Das Unternehmen ist in Schwierigkeiten im Sinne des Beihilferechts. Oder das Vorhaben fällt in eine ausgeschlossene Branche. Kläre das früh – es entscheidet mit über deine Struktur.
Programmnummern, Höchstbeträge, Haftungsquoten und Laufzeiten werden regelmäßig neu zugeschnitten, Programme werden eingestellt und ersetzt. Deshalb stehen hier bewusst keine konkreten Programme und Zahlen.
Die aktuellen Konditionen nennt dir deine Hausbank; nachlesen kannst du sie auf kfw.de und bei der Förderbank deines Bundeslandes. Und wenn dir jemand ein bestimmtes Programm empfiehlt: Frag nach dem Stand. Wer mit einer veralteten Programmliste arbeitet, kostet dich Zeit im Bankgespräch.
Die Übersicht Fördermittel: wer finanziert was fasst die vier Akteure und das Hausbankprinzip auf einer Seite zusammen. Wer weiß, welcher Geldgeber welche Lücke schließt, kann im Gespräch gezielt fragen – statt darauf zu warten, dass die Bank von sich aus alle Möglichkeiten aufzählt.
6 Das Bankgespräch vorbereiten
Das Bankgespräch ist ein Verkaufsgespräch – du verkaufst der Bank dein Übernahmekonzept. Vorbereitung ist alles.
Was die Bank von dir erwartet
Businessplan – Beschreibung des Zielunternehmens, deine Qualifikation, dein Übernahmekonzept, Markt- und Wettbewerbsanalyse
Finanzplan – GuV, Cashflow und Bilanz für 3–5 Jahre, mit realistischen Annahmen und einem konservativen Szenario
Kapitaldienstfähigkeit – die Rechnung aus Abschnitt 4, inklusive Stressfall. Die Bank rechnet sie ohnehin; wer sie mitbringt, führt das Gespräch
Eigenkapitalnachweis – Beleg, dass du das nötige Eigenkapital hast (Kontoauszüge, Vermögensaufstellung)
Informationen zum Zielunternehmen – Jahresabschlüsse der letzten 3 Jahre, ggf. IM oder Teaser
Nicht die Marktanalyse, sondern die Planung: Trägt der Cashflow den Kapitaldienst, sind die Annahmen hinterlegt, und was passiert, wenn es schlechter läuft? Der Rest des Plans beantwortet vor allem eine Frage – ob sie dir zutraut, das Unternehmen zu führen.
Die Vorlage Businessplan für die Bank zeigt dir den Aufbau, die Fehler, an denen Pläne scheitern, und eine Checkliste vor der Abgabe.
Typische Fragen der Bank
Warum dieses Unternehmen? Was ist dein Hintergrund?
Wie realistisch sind die Planzahlen? Was passiert im Worst Case?
Welche Sicherheiten können Sie bieten?
Wie sieht Ihr Eigenkapitalanteil aus?
Gibt es ein Verkäuferdarlehen? Bleibt der Alteigentümer in der Übergangsphase?
Wie ist die Kundenstruktur? Gibt es Abhängigkeiten von Einzelkunden?
Sprich mindestens 2–3 Banken an. Nicht jede Bank macht Akquisitionsfinanzierungen, und die Konditionen können stark variieren. Wenn eine Bank absagt, heißt das nicht, dass dein Vorhaben nicht finanzierbar ist – oft liegt es an der internen Risikopolitik der Bank.
Auf DUB findest du bei jedem Inserat einen Finanzierungs-Check, der dir anhand des geschätzten Kaufpreises zeigt, wie viel Eigenkapital du voraussichtlich brauchst. Nutze diese Schätzung als Ausgangspunkt für deine Finanzierungsplanung.
- EK-Quote 15–40%: Die Bank erwartet 15–40% Eigenkapital, davon mindestens ~10% als echtes Bargeld
- Verkäuferdarlehen zählt halb: Banken rechnen ein nachrangiges Verkäuferdarlehen häufig nur zur Hälfte als Eigenkapital an, und höchstens bis zur Höhe deines echten Eigenkapitals
- Fördermittel nutzen: Der Zins ist der kleinere Effekt. Entscheidend ist, dass Förderbank oder Bürgschaftsbank der Bank Risiko abnehmen – beantragt wird immer über deine Hausbank
- Kapitaldienst mit Puffer: Das Unternehmen muss den Kredit aus dem laufenden Cashflow bedienen können. Komfortabel wird es ab etwa 1,5 – die Bank rechnet auch den Stressfall
Beantworte 5 Fragen zur Akquisitionsfinanzierung. Alle Antworten müssen korrekt sein, um das Modul abzuschließen.
Ergebnis gespeichertErgebnis konnte nicht gespeichert werden.
Konnte nicht gespeichert werden. Bitte später erneut versuchen.