• Multiples: Unternehmensbewertung für KMU

    Wie viel ist mein Unternehmen wert? In einer Transaktion eine von vielen, aber eine der wichtigsten Fragen. Nutzt man das Ertragswertverfahren oder DCF? Viele ziehen Firmenbewertungen von Vergleichsunternehmen heran und nutzen die implizierten Multiples. Hierbei ist es wichtig, die richtige Vergleichsgruppe nach Branche und Größe heranzuziehen.

    Die DUB KMU-Multiples bieten die Bewertungsmethode für Unternehmen unter EUR 20 Mio. Umsatz.

    Multiples

DUB KMU-MULTIPLES

Min. Max.
Bau & Handwerk3,65,6
Beratende Dienstleistung4,15,7
Chemie & Kunststoffe4,86,9
Elektrotechnik4,56,2
Fahrzeugbau & -zubehör4,26,1
Handel & e-Commerce4,56,4
Maschinen- & Anlagenbau4,56,6
Medien4,46,0
Nahrungs- & Genussmittel4,46,4
Pharma, Bio- & Medizintechnologie5,37,7
Software4,76,8
Telekommunikation4,56,3
Textil & Bekleidung3,75,4
Transport & Logistik3,75,6
Umwelttechnik4,46,7
Versorgungswirtschaft4,36,3
Durchschnitt aller Branchen4,36,3


Unternehmensumsatz unter 20 Millionen Euro.
Die KMU-Multiples werden in Kooperation mit
con|cess M-A Partner erstellt.
Stand: Juni 2017

EBIT-Multiples für kleine Unternehmen

Viele Unternehmer stellen sich aus verschiedenen Anlässen regelmäßig die Frage, was ihre Firma wohl wert ist? Da die Unternehmensbewertung im Allgemeinen nicht in den Fertigkeitsbereich eines Unternehmers fällt, stößt dieser dabei sehr schnell an seine Grenzen, zumal neben der rein formalen Berechnung zudem auch Kenntnis der aktuellen Marktlage wichtig ist.

Für diesen Fall holt man sich in aller Regel externen Rat, wobei oftmals auch eine grobe Einschätzung für viele Situationen erst mal ausreichend ist. Da wäre ein Hilfsmittel zur überschlägigen Berechnung gerade Recht. Ein gängiges Mittel zur überschlägigen Berechnung sind sogenannte EBIT-Multiples, welche den Ergebnismultiplikator je nach Branche und Größe des Unternehmens ausweisen. Banken und Berater ziehen solche Multiples regelmäßig zur Rate, wenn es um einen Verkauf geht. Die meisten Tabellen haben aber ein Manko: die dort dargestellten EBIT-Faktoren beziehen sich auf börsennotierte Unternehmen, welche mit dem Marktpreisumfeld des in Deutschland zahlenmäßig am wichtigsten Segmentes der KMU’s (kleine und mittelständische Unternehmen) im Wertebereich zwischen EUR 1 und 10 Mio. kaum etwas zu tun haben und tendenziell deutlich höher liegen als für KMU’s.

Daraus resultieren oftmals gravierende Fehleinschätzungen von Inhabern mit teilweise schwerwiegenden Folgen. Gemeinsam mit concess M+A Partner bietet DUB.de jetzt regelmäßig speziell für das KMU-Segment ermittelte EBIT-Faktoren. Diese basieren auf realisierten Transaktionen und ermöglichen Unternehmensinhabern sehr viel genauer als bisher den eigenen Unternehmenswert zu überschlagen. Bei Anwendung und Nutzung der Tabelle sei zur Sicherheit darauf hingewiesen, dass dies trotz allem ein individuelles Unternehmenswertgutachten nicht ersetzen und dem Anwender nur einen Anhaltswert bieten kann.

 

 

DUB KMU-MULTIPLES Vergleich

Min. Max.
Bau & Handwerk+1,6%+9,9%
Beratende Dienstleistung -3,4% -2,6%
Chemie & Kunststoffe -0,7%+1,2%
Elektrotechnik+1,7%+7,9%
Fahrzeugbau & -zubehör -0,3%+6,4%
Handel & e-Commerce+1,9%+2,4%
Maschinen- & Anlagenbau -4,3%+0,9%
Medien -0,2%+4,7%
Nahrungs- & Genussmittel+1,7%+4,5%
Pharma, Bio- & Medizintechnologie+1,4%+6,0%
Software+1,6%+4,1%
Telekommunikation -0,7%+4,4%
Textil & Bekleidung -2,2%+5,2%
Transport & Logistik -1,9% -6,4%
Umwelttechnik+3,4%+9,8%
Versorgungswirtschaft+0,6%+2,3%
Durchschnitt aller Branchen-5,4%-0,9%


Die Tabelle zeigt die Veränderung der Branchenmultiplikatoren im Vergleich zum Vorjahr

Ermittlung des Unternehmenswerts

Für jeden Branchenbereich sind jeweilige Preisspannen (Min./Max.) angegeben, d.h. die Mehrzahl der in der jeweiligen Branche tätigen Unternehmen liegen in dem jeweils ausgewiesenen Bereich. Trotzdem kann es in begründeten Einzelfällen auch zu Preisen außerhalb des angegebenen Bereiches kommen. Bei der eigenen Einschätzung hinsichtlich Maximum und Minimum sollten Sie sich von den unternehmenseigenen Spezifika leiten lassen, wie z.B.:

  • Inhaberabhängigkeit im Wettbewerbsvergleich
  • Einzelne Kundenab- bzw. -unabhängigkeit
  • Nutzbarkeit besonderer Alleinstellungs- und Differenzierungsmerkmale im Wettbewerb
  • Wachstumspotential im Vergleich zum Wettbewerb


Beispiel aus obiger Tabelle mit einem Medienunternehmen:
bereinigter EBIT EUR 0,5 Mio.
x EBIT-Faktor 5,0
= Unternehmenswert von EUR 2,5 Mio.

Der Unternehmenswert ist nicht mit dem Wert des Eigenkapitals gleichzusetzen. Vom Unternehmenswert sind zinstragende Verbindlichkeiten abzuziehen. Barmittel, die nicht betriebsnotwendig sind, sind hingegen dazuzurechnen. Der verbleibende Teil steht den Gesellschaftern als Eigenkapital zu.

Haben Sie eine Frage?

Sie haben eine Frage zu den Multiples oder einer Unternehmensbewertung?

Schreiben Sie uns unter info@dub.de.

Bestimmung und Bereinigung des EBIT

Bei Ermittlung des Unternehmenswertes anhand der Multiplikator-Tabelle ist der nachhaltig zu erwirtschaftende EBIT (Earnings Before Interest and Tax = Gewinn vor Zinsen und Steuern) in der Zukunft anzusetzen. Die erwirtschafteten Gewinne der Vergangenheit können in diesem Zusammenhang lediglich zur Plausibilisierung der künftig zu erwartenden Gewinne dienen, begründen für sich aber noch nicht den Unternehmenswert.

Ebenso ist der nachhaltige EBIT um sog. Inhaberspezifika zu bereinigen. Dieses ist häufig gegeben, wenn Familienmitglieder zu marktunüblichen Konditionen im Unternehmen arbeiten. Wird der private Fuhrpark über das Unternehmen abgerechnet oder ist der Mietzins, der für die genutzte Immobilie an die Besitzgesellschaft gezahlt wird, marktüblich? Zum Beispiel muss bei der Zahlung eines deutlich über Markt liegenden Gehaltes an den geschäftsführenden Gesellschafter die Differenz zu dem Marktgehalt dem EBIT noch zugeschlagen werden. Ein typisches Maß für angestellte Geschäftsführer von KMU’s liegt oft zwischen EUR 80.000 und 120.000, je nach Größe und Ertragskraft des Unternehmens.

Bei der Ermittlung des bereinigten EBIT ist abschließend vor allem darauf zu achten, dass bei Betrachtung einer Personengesellschaft (z.B. GbR, GmbH & Co. KG, etc.) die Arbeitsleistung und das Gehalt des tätigen Inhabers kostenmäßig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt wird. Um hier eine Vergleichbarkeit mit einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG, etc.) herzustellen, ist vor Anwendung des EBIT-Multiples bei einer Personengesellschaft immer der in der G+V ausgewiesene EBIT noch um ein Geschäftsführergehalt zu reduzieren, da alleine dies systematisch sonst zu einem überhöhten Unternehmenswert führt.

Fragen & Antworten:

17.07.2017 | Ralf N.:
  Wenn der Unternehmenswert nach der Multiplikatormethode berechnet wird, muss dann der Substanzwert für Maschinen und Warenlager dem Verkaufspreis hinzugerechnet werden? Also: Verkaufspreis = Unternehmenswert + Substanzwert für Maschinen + Substanzwert Warenlager
Nicolas Rädecke | DUB.de:
  Wie beim DCF oder Ertragswertverfahren geht es bei den Multiples darum zu ermitteln, welchen Ertrag und damit Wert der fortlaufende operative Betrieb generiert. Der Betrieb kann dabei nicht ohne Maschinen, Anlagen und Waren funktionieren, die werden also nicht separat berechnet. Anlagevermögen, das nicht betriebsnotwendig ist, wie z.B. die Gründervilla auf dem Betriebsgelände, kann evtl. zum Kaufpreis hinzugerechnet werden. Die Betriebsimmobilie nur, wenn im Gegenzug ein angemessener Mietzins vom EBIT abgezogen wird. Im Unterschied zum Ertragswertverfahren wird beim EBIT Multiple das Ergebnis vor Zinsen herangezogen. Damit ergibt sich der Unternehmenswert, der unabhängig von der Finanzierungsart gegeben ist. Für die Feststellung des Kaufpreises des Eigenkapitals muss die Nettoverschuldung abgezogen werden.
28.09.2016 | Herr Carsten W.:
  Frage: Warum gibt es Spannen und warum sind die bei einigen Branchen größer als bei anderen?
Nicolas Rädecke | DUB.de:
  Unternehmen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen rechtfertigen höhere oder niedrigere Bewertungen. So sind Unternehmen aus gleicher Branche unterschiedlich viel wert, wenn das eine noch mehr Wachstumspotential hat als das andere. Auch z.B. die Abhängigkeit von dem Altunternehmer kann die Planungssicherheit reduzieren. Wenn es unsicherer ist, ob das Unternehmen die erwarteten Ergebnisse erzielt, wird in der Regel ein geringerer Kaufpreis gezahlt.
23.09.2016 | Mareike M.:
  Wie nutze ich die Multiplikatoren, wenn das Unternehmen ein negatives Ergebnis hat?
Nicolas Rädecke | DUB.de:
  Bei Unternehmen, die Verluste machen, ist die Tabelle erst einmal nicht anwendbar. Zu klären wäre, welche Aussicht das Unternehmen hat, kurzfristig und nachhaltig in die Gewinnzone zurück zu kehren. Auf der Basis wird das Unternehmen dann bewertet. Hierzu sollten Sie einen Experten zur Rate ziehen, der sich das Unternehmen und die Entwicklung genau ansieht. Den finden Sie z.B. hier: https://www.dub.de/beraterboerse/
19.09.2016 | Fabian T.:
  Ich möchte ein Gastronomieunternehmen bewerten. Welcher Branche soll ich das zuordnen?
Nicolas Rädecke | DUB.de:
  Im ersten Schritt würden wir vorschlagen, es Nahrungs- & Genussmittel zuzurechnen.

 

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