LBO

Bei einem Leveraged Buy-Out (LBO) wird der Kauf eines Unternehmens überwiegend mit Fremdkapital finanziert, das durch die Vermögenswerte und den künftigen Cashflow des gekauften Unternehmens selbst besichert und bedient wird – nicht durch das Eigenkapital des Käufers. Der Fremdkapitalhebel (Leverage) soll die Eigenkapitalrendite des Käufers steigern, erhöht aber gleichzeitig das finanzielle Risiko des übernommenen Unternehmens erheblich.

Was ist ein Leveraged Buy-Out (LBO)?

Ein LBO ist eine Unternehmensübernahme, bei der der Käufer, meist eine Private-Equity-Gesellschaft, seltener ein strategischer Investor oder ein Management-Team im Rahmen eines MBO oder MBI, nur einen vergleichsweise geringen Anteil des Kaufpreises aus eigenem Kapital aufbringt und den überwiegenden Teil über Fremdkapital finanziert. Die Zins- und Tilgungslasten dieses Fremdkapitals trägt nach dem Kauf das erworbene Unternehmen selbst, meist aus dem laufenden operativen Cashflow. Ein LBO ist damit weniger eine eigenständige Nachfolgeform als vielmehr eine Finanzierungsstruktur, die bei MBOs, MBIs und Private-Equity-Übernahmen gleichermaßen zum Einsatz kommen kann.

Wie ist ein Leveraged Buy-Out strukturiert?

Typischerweise gründet der Käufer eine eigens für die Transaktion errichtete Erwerbsgesellschaft (Newco), die das Fremdkapital aufnimmt und anschließend mit der Zielgesellschaft verschmolzen oder eng mit ihr verbunden wird, sodass die Zielgesellschaft wirtschaftlich für die Schulden haftet. Das Fremdkapital setzt sich meist aus mehreren Tranchen mit unterschiedlichem Rang und Risikoprofil zusammen, etwa vorrangig besicherte Bankdarlehen (Senior Debt), nachrangiges Mezzanine-Kapital und gegebenenfalls ein Verkäuferdarlehen. Der Fremdkapitalanteil liegt bei klassischen LBOs häufig bei 60–80 % des Kaufpreises, kann je nach Branche, Zielunternehmen und Marktumfeld aber deutlich variieren.

Welche Rolle spielt der Cashflow beim LBO?

Da Zins und Tilgung aus dem operativen Cashflow des übernommenen Unternehmens bedient werden, eignen sich für einen LBO vor allem Unternehmen mit stabilen, gut prognostizierbaren Cashflows, geringem Investitionsbedarf und solider Marktposition. Nach der Übernahme steht häufig die Optimierung von Effizienz, Kosten und Wachstum im Vordergrund, um den Schuldendienst zuverlässig zu decken und den Unternehmenswert bis zu einem geplanten Exit, etwa einem Verkauf oder Börsengang, zu steigern.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Leveraged Buy-Out?

Der wesentliche Vorteil eines LBO liegt im Hebeleffekt: Da der Käufer nur einen kleinen Teil des Kaufpreises aus Eigenkapital aufbringt, kann ein wertsteigernder Exit eine überproportional hohe Eigenkapitalrendite erzielen. Zudem ermöglicht die Struktur auch Käufern mit begrenztem Eigenkapital, etwa Management-Teams im Rahmen eines MBO oder MBI, größere Übernahmen. Der zentrale Nachteil ist das erhöhte finanzielle Risiko: Gerät der Cashflow des übernommenen Unternehmens unter Druck, etwa durch einen Konjunktureinbruch oder operative Probleme, kann der Schuldendienst schnell zur Belastung werden und im schlimmsten Fall die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gefährden. Die hohe Verschuldung schränkt außerdem die unternehmerische Flexibilität ein, etwa bei zusätzlichem Investitionsbedarf.

LBO vs. MBO vs. MBI: Was ist der Unterschied?

Kriterium

LBO (Leveraged Buy-Out)

MBO (Management-Buy-Out)

MBI (Management-Buy-In)

Art der Unterscheidung

Finanzierungsstruktur (hoher Fremdkapitalanteil)

Käufer-Typ (bestehendes Management)

Käufer-Typ (externes Management)

Käufer

meist Private Equity, teils Management oder strategischer Investor

bereits im Unternehmen tätiges Management

externes, unternehmensfremdes Management

Kombinierbar mit MBO/MBI

ja - MBOs und MBIs werden häufig als LBO finanziert

kann, muss aber nicht als LBO finanziert sein

kann, muss aber nicht als LBO finanziert sein

Zentrales Merkmal

hoher Fremdkapitalhebel, Schuldendienst durch Zielunternehmen

interne Unternehmenskenntnis des Käufers

externe Perspektive, Kenntnis muss aufgebaut werden