Mehr als nur frisches Kapital

Mittelständler profitieren vom Know-how und Netzwerk ihrer Investoren.

Finanzinvestoren verfügen meist über große unternehmerische Erfahrungen. Damit können sie mittelständischen Betrieben helfen, sich strategisch weiterzuentwickeln. Zu den typischen Mustern unternehmerisch denkender Financiers gehört zum Beispiel die Konzentration auf das Kerngeschäft, die Entwicklung neuer Produkte und die Eroberung neuer Märkte. "Die Trennung von Randaktivitäten muss nicht zwangsläufig zulasten von Abteilungen oder Mitarbeitern gehen", betont Andreas Pahl, Interim-Geschäftsführer für Mittelständler.

Im Gegenteil, Investoren können verkaufte Unternehmensbereiche weiterentwickeln. Ein Beispiel dafür: der Acherner Vlieshersteller Ziegler. Das Unternehmen gehörte jahrelang zur Hartmann-Gruppe, einem Produzenten von Medizin- und Pflegeprodukten. Weil Ziegler selbst nur wenige Medizinprodukte im Portfolio hatte, wurde der Betrieb vor einigen Jahren an die Beteiligungsgesellschaft Staufen verkauft. Ralf Stokar von Neuforn, einer der Staufen-Gründer, identifizierte als Beirat bei Ziegler die Möbel- und Automobilindustrie als neue Kundengruppen - mit Erfolg: Der Ziegler-Umsatz verdoppelte sich innerhalb von fünf Jahren auf 20 Millionen Euro.

"Das waren Veränderungen, die wir ohne das Wissen unserer Berater nicht hätten stemmen können", sagt Thomas Eisner, kaufmännischer Leiter bei Ziegler. Vielen Mittelständlern fehle die Managementkapazität, solche Change-Prozesse in Eigenregie zu realisieren. Experte Pahl erkennt dabei ein für aktive Investoren typisches Vorgehen: "Mit gezielten Investitionen in neue Geschäftsfelder wird die Marktposition ausgebaut und die Wettbewerbsfähigkeit verbessert."

Einen Geldgeber und Unternehmensentwickler in einer Person hat auch Sven Krahn gefunden. Der Berliner Financier Friedrich A. Neuman stieg in Krahns Firma Singlepoint ein und brachte neben Kapital gleich zwei Großkunden mit. Für das Jungunternehmen ein entscheidender Schritt, der ohne Neuman kaum möglich gewesen wäre. Krahn profitiert von der Erfahrung seines Investors, der bereits vier Companys gegründet hat. Einen Tag in der Woche sitzt Neuman neben Krahn im Büro, liefert Ideen, vermittelt Geschäfte und knüpft für ihn Kontakte.

© Handelsblatt GmbH. Alle Rechte vorbehalten
Mehr auf www.handelsblatt.com

Das interessiert andere Leser

  • Begehrte Pleitefirmen

    Warum ausländische Investoren um insolvente deutsche Unternehmen feilschen.

  • Gesucht, gefunden

    Wer genau weiß, was er will, wird schneller fündig: zum Beispiel auf der DUB-Franchisebörse. Im Fall von Lutz Große und dem System Filtafry war das ein Glücksfall für alle Beteiligten.

  • Risiko Familienunternehmen

    Familienunternehmen können schneller von einer Insolvenz bedroht sein als andere. Doch das Risiko lässt sich senken.

  • Von Mäusen und Gazellen

    „Growth Guy“ Verne Harnish, Gründer der Entrepreneurs’ Organization, Autor und Coach, verrät, warum Unternehmer einsam sind und wann das beste Timing für Firmenausbau oder -verkauf ist.

  • Keine Angst vor dem blauen Brief

    Wenn ein Familienunternehmen einen neuen Chef bekommt, werden Mitarbeiter selten gekündigt. Im Gegenteil.

  • Passende Partner

    Wenn ein Franchisenehmer einen Nachfolger für sein Unternehmen sucht, ist auch der Franchisegeber gefragt – um ihn dabei im Sinne des Systems zu unterstützen.

  • Franchise: Bedeutung und Nutzen des System-Handbuchs

    Lesen Sie mehr über die „Betriebsanleitung“ für die Führung des Franchisebetriebes.

  • Ehrgeiz und Leidenschaft

    Judith Williams. Die frühere Opernsängerin, heutige Unternehmerin und TV-Moderatorin über Rezepte für ein erfolgreiches Leben.

  • Der Amazon-Plan

    Das entschlüsselte Erfolgsgeheimnis des Amazon-Gründers Jeff Bezos.

  • So digital tickt Berlin

    Alles #Neuland? Die Redaktion des DUB UNTERNEHMER-Magazins hat sechs deutsche Spitzenpolitiker nach ihrer Vision der digitalen Zukunft befragt.

  • Die vier wichtigsten „Deal Breaker“

    Deal Breaker können Übernahmen in letzter Minute scheitern lassen. Das sind die häufigsten.

  • Bilanzbombe Pensionen

    In vielen Firmen klaffen riesige Pensionslücken – ein ernstes Problem, vor allem beim Unternehmensverkauf.

  • Auf die (Franchise-)Größe kommt es an

    Einsteiger in der Franchise-Branche haben es schwer. Aber der Aufwand zahlt sich aus.

  • Unternehmensverkauf: Worauf bei Earn-Out-Klauseln achten?

    Was Unternehmensverkäufer und -käufer über variable Preiskomponenten wissen müssen.

  • Die fünf wichtigsten Trends der CeBIT

    2017 werden auf der CeBIT wieder die großen Trends der IT-Branche gezeigt. Ganz oben auf der Tagesordnung: künstliche Intelligenz.

  • Disruption meets Design

    Produktdesigner stehen vor einem Paradigmenwechsel. Die analoge und digitale Welt verschmelzen zunehmend miteinander. Was sich hinter der „new holistic experience“ verbirgt.

  • Wie ein Franchisenehmer seine Mitarbeiter für sich werben lässt

    Employer Branding – Ein Unternehmer aus Hannover zeigt, dass solche Kampagnen sinnvoll sein können.

  • Die Mär vom Gründerland Deutschland

    Beim Jahrestreffen der deutschen Franchise-Experten (9. bis 10. Mai in Berlin) diskutiert die Branche mit der Politik kontroverse Themen.

  • Wenn die Chefin nicht mehr will

    So planen Inhaberinnen die Unternehmensnachfolge.

  • Energiemanagementsysteme lohnen sich

    Die Firma Kaiser+Kraft hat ein Energiemanagementsystem eingeführt. Geschäftsführer Andreas Krüger über die Vor- und Nachteile.

  • Sorgfältige Vorbereitung

    Wenn Unternehmen in überschaubarer Zeit verkauft werden sollen, ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend für den Verkaufserfolg.

  • Berater finden leicht gemacht

    Die Beraterbörse von DUB.de hilft Ihnen, den richtigen Unternehmensberater für Ihr Projekt zu finden.

  • Wie Franchisesysteme neue Partner finden

    Neue Partner zu finden, ist für Franchisesysteme momentan besonders schwer. So klappt’s trotzdem.

  • Fremdwort Disruption

    Der Begriff ist in aller Munde. Viele Chefs wissen aber nicht, wie sie mit innovativen Unternehmen umgehen sollen.

  • Was tun bei einem Hörsturz?

    Auch zu viel Stress kann zu Hörversagen führen. Dr. Bilgen Kurt erklärt, warum Betroffene vor allem ruhig bleiben sollen.

  • Bye Bye Britain, hello Germany

    Viele britische Firmen wollen der Insel den Rücken kehren. Ihr Lieblingsziel: Deutschland.

  • Was tun bei Fake News?

    Auch Unternehmen leiden unter Fake News, etwa bei falschen Behauptungen auf Bewertungsportalen. Das raten Experten.

  • Lissabon
    Liebesgrüße vom Tejo

    Lissabon ist die perfekte Destination für ein langes Wochenende. Das sind die Must-Sees.

  • Neue Subventionen für Start-ups

    Die Bundesregierung startet einen neuen milliardenschweren Fördertopf für junge Unternehmen.

  • Frauen auf der Jagd
    Waidfrausheil

    Jagen: ein elitäres Hobby für ältere Herren? Das war einmal. Wie Frauen die Männerdomäne erobern.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick