Einander vertrauen

Keine digitalen Infrastrukturen ohne IT-Sicherheit. Das gilt auch für China, erklärt Dr. Dirk Stenkamp, Vorstandsvorsitzender der TÜV NORD GROUP.

Austausch: Als Gastprofessor der Shanghai Maritime University reist Dr. Dirk Stenkamp häufig nach China (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Wie bewerten Sie die Entwicklung der chinesischen Digitalwirtschaft und speziell von Firmen wie Alibaba oder Baidu?
Dirk Stenkamp:
China ist bei der Digitalisierung bereits heute ein Schwergewicht. Die genannten Firmen sind Beispiele für marktführendes Knowhow und intelligente Geschäftsmodelle. Chinesische Hersteller werden für die Digitalisierung in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Ein Beispiel dafür ist der Verkauf von Kuka an den chinesischen Konzern Midea. Ich bin immer wieder in China unterwegs und beeindruckt von dem Tempo der Entwicklung. „Industrie 5.0“ ist hier bereits ein gängiges Schlagwort.

Wie schätzen Sie das Potenzial für deutsche Unternehmen im chinesischen Digitalboom ein?
Stenkamp:
China ist ein schnell wachsendes Land. Chinesische Unternehmen suchen Anschluss an weltweite Standards und nutzen dafür deutsches Know-how. Ihr Ziel ist es, bei der Qualität ebenfalls Weltmeister zu werden. Plattformen funktionieren auch in China nur, wenn Anbieter und Käufer einander vertrauen. Deswegen orientiert sich China besonders an innovativen deutschen Firmen, an unseren Qualitätsstandards und an Prüforganisationen wie TÜV NORD.

Was macht der TÜV NORD in China in Sachen Digitalisierung und IT-Sicherheit?
Stenkamp:
Wir haben gerade die unabhängige Prüfung der Cloud für das öffentliche Gesundheitswesen der Stadt Lishui übernommen und sehr positive Erfahrungen gemacht. Spannend war auch das Audit einer IT-Plattform für die Überwachung und vorausschauende Wartung eines Containerterminals. Das war die erste Konformitätsprüfung einer chinesischen Industrie-4.0-Anwendung nach europäischen Best Practices. Wir verfolgen mit großem Interesse die wachsende Halbleiterindustrie im Land. Dafür zahlt sich die Kooperation unserer Tochter TÜViT mit der chinesischen Security- Prüf- und -Zertifizierungsorganisation ISCCC aus.

Welche Rolle spielt bei der IT-Sicherheit das Label „made in Germany“ für Ihre Aktivitäten in China?
Stenkamp:
Deutsche Prüfsiegel haben eine wachsende Bedeutung. Entsprechend erhalten wir immer mehr Anfragen nach deutschen Gütesiegeln. Mit deutschen und europäischen Zertifizierungen erhoffen sich chinesische Hersteller den Markteintritt in Europa und mehr Erfolg auf dem heimischen Markt.

Was planen Sie zukünftig in China?
Stenkamp:
In der zunehmend digital vernetzten Welt müssen wir verstärkt die Technik vor cyberkriminellen Attacken schützen, zum Beispiel vor Hackerangriffen. Dabei spielt „Security4Safety“, die Verbindung von IT-Sicherheit und mechanischer Sicherheit, eine bedeutende Rolle. Das ist ein Zukunftsthema für TÜV NORD auch auf dem chinesischen Markt. In der Beratung und Prüfung von Hard- und Software für Logistik, Infrastruktur und Prozessautomatisierung liegt großes Potenzial.

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