Tech Trends 2018 - Das Morgen verstehen

Amy Webb: Eine Hype ist noch kein Trend

Wenn Amy Webb über die Zukunft spricht, hören Unternehmer und Politiker aufmerksam zu. Wir haben mit der Trendforscherin vom Future Today Institute über den Tech Trends Report 2018 gesprochen.

Großer Auftritt: Amy Webb bei der Vorstellung des „Tech Trends Report 2018“ (Foto: Kaylin Balderrama)

Großer Auftritt: Amy Webb bei der Vorstellung des „Tech Trends Report 2018“ (Foto: Kaylin Balderrama)

Mit Trends ist das so eine Sache. Sie kommen und gehen. Was von Dauer sein wird, ist schwer zu prognostizieren. Amy Webb versucht es trotzdem – indem sie unzählige wirtschaftliche und demografische Daten sowie Medienberichte analysiert, um nach Signalen und Mustern zu suchen, die auf eine Veränderung hindeuten. Die Ergebnisse veröffentlicht die Gründerin des Future Today Institute seit elf Jahren im „Tech Trends Report“. In diesem Jahr hat sie 225 aufkommende Trends identifiziert. Die Band­breite reicht von Robotik über neue Mobilitätskonzepte und Kryptowährungen bis hin zu Smart City und E-Health-Anwendungen.

China im Fokus

Mit einem Land hat sich Webb im aktuellen Report besonders beschäftigt: China. „Die chinesische Regierung investiert Hunderte Milliarden Dollar in Künstliche Intelligenz, Genom-Editierung, grüne Technologien und erneuerbare Energien, Smart Farming und Weltraumforschung“, so die Zukunftsforscherin. „Diese Investitionen – gepaart mit staatlich geförderten Programmen wie dem Bau der Neuen Seidenstraße und der schnell wachsenden Wirtschaft – machen China zu wichtig, um das Land zu ignorieren.“

Hellwach sein

Eine weitere zentrale Erkenntnis: 2018 markiert den Anfang vom Ende des Smartphones. Stattdessen werden intelligente Wearables und nahezu unsichtbare Schnittstellen die Art, wie wir die physische Welt erleben, verändern, glaubt Webb. Dazu könnten Hör­geräte mit biometrischen Sensoren und Lautsprechern oder smarte Brillen gehören, die Infos aufzeichnen und anzeigen. Mit solchen Thesen will Webb Unternehmer und Politiker frühzeitig für anstehende Veränderungen sensibilisieren. Denn nichts wäre schlimmer, als eine wegweisende Entwicklung zu verschlafen.

Im Exklusiv-Interview erklärt die Forscherin Amy Webb, welche Trends für Unternehmer wirklich wichtig sind und was passiert, wenn sie diese verschlafen.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Was zeichnet die Trends aus, die Sie in den „Tech Trends Report“ des Future Today Institute aufnehmen?

Amy Webb: Für uns müssen Trends folgende Merkmale aufweisen: Sie werden von einem menschlichen Grundbedürfnis getrieben, das sich durch eine neue Technologie befriedigen lässt. Trends sind auch nichts Statisches, sondern sie entwickeln sich immer weiter und verschwinden nicht nach kurzer Zeit wieder. Und sie kommen auch nicht plötzlich aus dem Nichts. Sie kündigen sich durch schwache Signale in Daten oft über Jahre hinweg an und gehen im Lauf der Zeit in den Mainstream über. Das heißt aber auch: Nur weil etwas gehypt wird, ist es noch kein Trend.

Und was ist dann ein Trend?

Webb: Ein Trend ist etwas, das zum nachhaltigen Wandel in der Gesellschaft, innerhalb eines Wirtschaftszweigs oder im Verhalten des Menschen führt.

Mit Blick auf diese Definition: Was ist dann „the next big tech-thing“?

Webb: Ich denke, dass Künstliche Intelligenz, kurz KI, die wichtigste technische Entwicklung ist. Wir läuten damit die dritte Ära der Informa­tik ein. KI wird sich künftig überall finden – im Berufsleben, in der Verwaltung und im Privatleben ab.


Teil 1: Ein Hype ist noch keine Trend

Teil 2: Künstliche Intelligenz wird alle treffen

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