Tech Trends 2018: Das Morgen verstehen

Künstliche Intelligenz wird alle treffen

 

Im „Tech Trends Report 2018“ werden Sie wie folgt zitiert: „Wenn es um Künstliche Intelligenz geht, haben wir viel falschen Optimismus und Angst.“ Dem Leser bleiben Sie allerdings die Antwort schuldig, wie Sie selbst zu KI stehen. Sind Sie mit Blick auf neue Technologien optimistisch oder ängstlich?

Webb: Ich bin ein Pragmatiker. Ich bin also weder ein Technologie-Optimist, noch habe ich beim Gedanken an eine Zukunft mit KI nur Dystopien vor Augen. Der falsche Optimismus und die Angst sind die Folge von Missverständnissen. Wir lesen seit Jahrzehnten Bücher und schauen Filme, die außergewöhnliche Geschichten über die Zukunft erzählen. Denken Sie nur an die Superintelligenz „Skynet“ in „Terminator“. Deshalb sind unsere Erwartungen sehr hoch. Wie die Zukunft aber wirklich aussieht, lässt sich schwer sagen.

Trotzdem bin ich mir sicher, dass Sie eine grobe Idee haben, wie eine Zukunft mit KI aussieht.

Webb: Wir müssen noch mehr Zeit und Mühe darauf verwenden, mehr über KI, über ihre Fähigkeiten und ihr Verhältnis zum Menschen zu erfahren. Ich habe aber zumindest eine Ahnung, wer die Zukunft gestalten wird.

Und das wäre wer?

Webb: Die wirkliche Zukunft werden die gestalten, die ich „The Big Nine“ nenne: Google, Amazon, Apple, IBM, Microsoft, Facebook, Baidu, Alibaba und Tencent.

Das sind alles US-amerikanische und chinesische Konzerne. Sie diese Länder auch führend bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien?

Webb: Das hängt von der Technologie ab. Für die KI sind es China und die USA. In Japan hingegen sehen wir einige der spannendsten Entwicklungen im Bereich Robotik. Bei der Genom-Editierung finden die meisten Forschungsarbeiten in China und in den USA statt – was vielleicht nicht überrascht, da Biotechnologie eine starke Verbindung zu KI hat. Bei smarten Brillen und Wearables wird wahrscheinlich Korea die Nase vorn haben. Und Deutschland wird aufgrund seiner hohen Standards und der langen Ingenieurstradition seinen Teil zur Entwicklung autonomer Fahrzeuge beitragen. Zudem sehe ich derzeit tolle Forschungsansätze zur biometrischen Erkennung an deutschen Universitäten.

Welche Wirtschaftszweige werden in den nächsten fünf Jahren vom technologischen Wandel besonders betroffen sein?

Webb: Von KI wird jeder kommerzielle Sektor betroffen sein. Denn diese Technologie treibt den Wandel nicht nur beim Data-Mining und in der Produktion voran, sondern auch bei Hardware und der Datenspeicherung. Neue Arten von Computerchips und Silizium befinden sich genauso in der Entwicklung wie ein neuer Ansatz in der Computer­architektur. Ziel ist es, die Daten von vornherein näher an den Ort zu bringen, an dem sie dann auch verarbeitet werden. Sprachschnittstellen werden in den kommenden fünf Jahren einige Aufgaben in Unternehmen – insbesondere im Kundenservice, bei Reservierungsanfragen und an Rezeptionen – übernehmen und den Menschen überflüssig machen. Sogar die Landwirtschaft, die wir nicht gerade als technologisch fortschrittlichen Sektor betrachten, wird betroffen sein: Genom-Editierung, kollaborative Roboterarbeiter und maschinelles Lernen zur Ernteüberwachung werden Einzug halten. Kurzum: Technologie ist überall – und ihr Einfluss wird auch weiter zunehmen.

Angenommen, ein Unternehmen reagiert nicht rechtzeitig auf sich abzeichnende Veränderungen: Welche Konsequenzen hätte das?

Webb: Die Folgen können verheerend sein. Erfolg­reiche Unternehmen sind übrigens besonders anfällig, weil sie nicht gezielt nach Störungen suchen und deshalb bedeutende Veränderungen nicht wahrnehmen. So war Blackberry Mitte der 2000er-Jahre Marktführer bei Mobiltelefonen. Gleichzeitig gab es eine ­Menge Forschung zu haptischen Schnittstellen, Video-Streaming und Ähnlichem. Überall fanden sich schwache ­Signale und sich abzeichnende Trends, aber Black­berry hat sie ignoriert und nichts unternommen.


Teil 1: Ein Hype ist noch keine Trend

Teil 2: Künstliche Intelligenz wird alle treffen

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