Tech Trends 2018: Besuch beim Digital-Doc

Digitalisierung im Gesundheitswesen

Nicht weniger als die Gesundheitsbranche revolutionieren – das sollen Telemedizin, elektronische Krankenakte, Gesundheits-Apps und Co. Richtig eingesetzt, verbessern sie Vorsorge, Diagnose und Behandlung.

Mit wenigen Klicks in der elektronischen Patienten­akte kennt der Arzt die gesamte Krankengeschichte

Guter Überblick: Mit wenigen Klicks in der elektronischen Patienten­akte kennt der Arzt die gesamte Krankengeschichte (Foto: Getty Images/metamorworks)

David Meinertz erledigt von London aus seit 2011 etwas, was in Deutschland bis vor Kurzem undenkbar war: Per Telesprechstunde diagnostiziert er Krankheiten und stellt Rezepte aus – gegen eine Gebühr von maximal 29 Euro. Über 400.000 Bundesbürger haben sich bereits an seine Online-Arztpraxis DrEd gewandt. Um solche telemedizinischen Angebote auch hierzulande zu ermöglichen, hat der Deutsche Ärztetag das Fernbehandlungsverbot im Frühjahr gelockert. Endlich, sagen jene, die schon seit Jahren darauf drängen. Das helfe gegen überfüllte Warte­zimmer, und es verbessere die Versorgung in ländlichen Gebieten, wo es an Ärzten mangelt.

Unkonventionelle Ansätze

Telemedizin ist nur ein Beispiel dafür, wie die Digitalisierung im Gesundheitswesen Einzug hält. Hinter dem Begriff E-Health verbirgt sich alles, was – mithilfe von IT – der Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dient, aber auch die Verwaltung im Gesundheitswesen effizienter gestaltet (siehe Seite 76). So gibt es Apps, die Physiotherapien zu Hause ermöglichen oder bei Hörschäden und beim Management chronischer Krankheiten wie Diabetes helfen.

Videospiele unterstützen in der Psychotherapie, bei der Prävention von Alzheimer und der Behandlung einseitiger Sehschwächen. Und smarte T-Shirts überwachen die Herzfrequenz. Das alles sind längst keine Spielereien aus dem Lifestyle-Bereich mehr, sondern Mittel, die Kranken das Leben erleichtern.

Besser informiert

Was die Arbeit der Ärzte vereinfachen und Doppeluntersuchungen verhindern würde, wäre eine ­stärkere Vernetzung. Die TK geht einen ersten Schritt in diese Richtung: Sie hat für ihre Versicherten eine elektronische Patientenakte eingeführt.

Befunde und Medikamentenpläne werden in einer App gespeichert. Das erleichtert den Austausch zwischen Ärzten und soll sensible Patientendaten besser schützen. Denn laut Deutschem Datenschutzinstitut nutzen 54 Prozent der Ärzte E-Mail und Messengerdienste, um Unter­suchungsergebnisse zu versenden, allerdings unverschlüsselt. Weil es der bequemste Weg ist – bis jetzt.

Quelle: Statista Global Consumer Survey, Juni 2018

Quelle: Statista Global Consumer Survey, Juni 2018 (Foto: Getty Images/soulcld)


Teil 1: Digitalisierung im Gesundheitswesen

Teil 2: E-Health trifft auf Wearables

Teil 3: Smarte Pillen und mehr KI?

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