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Hamburg, 19.05.2017

Ende der Dummheit

Comdirect-CEO Arno Walter glaubt an den Siegeszug von künstlicher Intelligenz und Sprachsteuerung. Auch privat testet er früh Technikinnovationen aus.

Künstlich und intelligent: Sprachgesteuerte und lernende Systeme wie Amazons Alexa werden alltagstauglich (Bild: Niklas Hughes)

Technologien wie künstliche Intelligenz werden uns künftig in immer mehr Lebensbereichen begegnen, erwartet Arno Walter, Vorstandschef der Direktbank comdirect. In seiner Branche dürfte es künftig noch weniger Filialen geben als heute – und doch dürften viele gehypte Fintechs scheitern.

DUB UNTERNHEMER-Magazin: Welche neue Technologie wird revolutionär wie das Smartphone?
Arno Walter: Ich erwarte eine Kombination aus Sprachsteuerung und künstlicher Intelligenz. Wir gehen auf das Ende der Dummheit zu – leider noch nicht auf das der Menschheit, aber auf das der Maschinen. Ein privates Beispiel: Meine Familie nutzt seit Jahresanfang Amazons Alexa. Und ich bin positiv überrascht von ihrer Alltagstauglichkeit und der extrem schnellen Gewöhnung daran. Natürlich hapert es noch in einigen Bereichen. Beim Thema Finanzen haben wir noch sehr viele Ideen, wie wir unseren Alexa-Skill, den wir erst vor Kurzem auf den Markt gebracht haben, weiter ausbauen. Artificial Intelligence und Chat-Bots werden uns künftig in immer mehr Lebensbereichen begegnen. Je intelligenter die Systeme werden – und sie lernen schnell –, desto mehr werden sie zu einem bestimmenden Faktor.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Walter:
Die immer besser lernenden und selbstständig agierenden Maschinen werden ein großes Problem der alternden Gesellschaft lösen können: die Betreuung einer ganzen Generation zunehmend pflegebedürftiger Menschen. Die Schrittmacher der digitalen Welt heißen Goo­gle, Apple, Facebook und Amazon.

Können deutsche Unternehmen noch aufschließen?
Walter: Ehrliche Antwort: Nein. Im digitalen Plattformgeschäft ist der Zug abgefahren. Darüber hinaus steht dem ein fundamentales kulturelles Problem entgegen. In Amerika herrscht noch immer diese Gründergeistmentalität, der Traum „vom Tellerwäscher zum Millionär“, der auch die Kultur des Scheiterns beinhaltet. Das haben uns die USA voraus. Übrigens gab es diese Kultur hierzulande auch einmal. Nach dem Krieg hat der deutsche Mittelstand dieses Land groß gemacht und viele Weltmarktführer hervorgebracht. Für den Aufbau waren Entrepreneurship und Erfindergeist gefragt.

Teil 1: Ende der Dummheit

Teil 2: Deutschland – König der Optimierer

Teil 3: „Wir haben den Bankkunden emanzipiert“

Teil 4: „In einigen Jahren werden nicht mehr so viele der heutigen Fintechs existieren.“

Teil 5: „Banker aus Leidenschaft“

 

 

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