So läuft eine Due Diligence ab

Steuernachforderungen, hohe Abfindungssumme, verzwickte Kundenbeziehungen: Risiken bei einem Unternehmenskauf gibt es viele. Eine Due Diligence ist deshalb zwingend erforderlich. So läuft das Verfahren ab.

Wenn ein Unternehmen verkauft werden soll oder zumindest ein großer Teil dessen, dann kommt ein Verfahren ins Spiel, dass im Deutschen mit „gebotener Sorgfalt“ übersetzt wird. Weitaus geläufiger ist der angloamerikanische Begriff der „Due Diligence“. Gleichwohl sendet die deutsche Übersetzung ein deutliches Signal vor allem an den möglichen Käufer das Objekt seiner Begierde genau zu prüfen.

Weil die Bandbreite an Unternehmen in Deutschland groß ist, sind die Prüfverfahren einer Due Diligence auch äußerst verschieden. Im Fall einer kleinen Arztpraxis mit drei Mitarbeitern etwa geht das in zwei Tagen über die Bühne, bei einem multinationalen Konzern, der von zehn verschiedenen Rechtsordnungen der jeweiligen Länder betroffen ist, dauert das Ganze mehrere Wochen.

Grundsätzlich unterteilte man die Vorgehensweise in drei Phasen. Im ersten Schritt sollte der mögliche Erwerber das Geschäftsmodell des Unternehmens verstehen und analysieren. In einem zweiten Schritt erfolgt die sogenannte Commercial Due Diligence, in der geprüft wird, ob das bislang mündlich Angepriesene sich auch inhaltlich im Unternehmen abbildet. Dazu gehört bei einem Produktionsbetrieb etwa, ob die Maschinen auf dem neusten Stand sind. In der dritten Phase erhalten die Interessenten durch die sogenannten Tax, Financial und Legal Due Diligence einen noch genaueren Einblick in die Firma.

Diese Vorgehensweise hat den entscheidenden Vorteil, dass das Zielunternehmen in seinen Abläufen nicht groß gestört wird. Außerdem reduziert dieser Prozess den Transaktionsaufwand. Wer im ersten Schritt misstrauisch geworden ist oder Widersprüche entdeckte, muss den nächsten Schritt gar nicht erst machen, sondern kann das Verfahren abbrechen.

Ganz am Anfang steht das Erstinformationsgespräch, in dem das Verkaufsmotiv und der Zeithorizont des Verkäufers deutlich werden sollte. Zudem sollte das Treffen dazu dienen, das Geschäftsmodell und die Werttreiber der Firma zu erfassen. Nicht weniger wichtig: Das Gespräch sollte eine Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit während der Due Diligence schaffen.

Die entscheidenden Informationen erhält der Interessent sukzessive im sogenannten Datenraum. In wenigen Fällen werden die Dokumente noch in einem physischen Datenraum bereitgelegt, umso häufiger wird dafür ein elektronischer Datenraum eingerichtet, in dem die entsprechenden Dokumente hochgeladen werden. Für die Einrichtung und den Betrieb elektronischer Datenräume werden in der Praxis regelmäßig spezielle Servicedienstleister hinzugezogen. Der Käufer erstellt dafür in der Regel eine Due Diligence Checkliste.

Teil 2: So läuft eine Due Diligence ab

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