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„Angebote entwickeln“

CDU-Bildungs- und Digitalpolitiker Tankred Schipanski sieht viele gute Ansätze für digitale Bildung und Forschung.


 

Tankred Schipanski ist seit 2009 CDU-Abgeordneter im Bundestag. Er ist Obmann im Ausschuss Digitale Agenda und Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (Foto: Tobias Koch)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Smartphone gesteuerte Häuser und Autos für Fortgeschrittene, E-Commerce, Fitness-Apps und Social Media für jedermann – Digitalisierung verändert Arbeitswelt und Lebensgewohnheiten zunehmend. Wie empfinden Sie diese Umbrüche?

Tankred Schipanski: Es stimmt, der digitale Wandel betrifft und verändert alle Lebensbereiche. Ich kann zunächst einmal gut nachvollziehen, dass das Tempo, mit der sich diese Entwicklung vollzieht, viele Menschen verunsichert. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass es auch in der Vergangenheit große und übergreifende Veränderungen gab, die Industrialisierung im 19. Jahrhundert ist nur ein Beispiel. Dieser historische Blick ist manchmal ganz heilsam und zeigt: Wir sind dem Wandel nicht hilflos ausgeliefert, Zukunft ist immer auch gestaltbar.

Ist die Politik gerüstet, um Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft auf die digitale Zukunft vorzubereiten?  Welche gesetzgeberischen Änderungen bzw. Abbau bürokratischer Hürden sollten erfolgen?

Schipanski: Eben weil der digitale Wandel ein so umfassender Prozess ist, können ihn Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nur gemeinsam gestalten. Aufgabe der Politik ist es, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen, damit wir die mit der Digitalisierung verbundenen Chancen klug nutzen und die Risiken eindämmen. Wir brauchen eine innovationsoffene Gesetzgebung, damit neue Geschäftsmodelle entstehen und Unternehmen sich entwickeln können. Was den Abbau bürokratischer Hürden betrifft, müssen wir beispielsweise im Bereich E-Government und Open Data Tempo machen. Mit der Digitalen Agenda haben wir in dieser Legislaturperiode einen wichtigen Aufschlag gemacht, aber der Prozess ist natürlich lange nicht abgeschlossen.

Welche zentralen infrastrukturellen Aufgaben sind dabei zu erfüllen?

Schipanski: An erster Stelle steht dabei gewiss das weitere Vorantreiben des Breitbandausbaus. Hier sind wir ein gutes Stück vorangekommen, aber es ist noch Luft nach oben. Beim Thema E-Government haben wir im Dezember einen Durchbruch erreicht: Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, die Verwaltungsportale aller Behörden zu einem „Portalverbund“ zu verknüpfen. Innerhalb von 5 Jahren sollen möglichst viele Verwaltungsleistungen von Bund, Ländern und Kommunen online angeboten werden und einfach erreicht werden können. Auch die Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen über die Telematikinfrastruktur geht endlich voran.

Was machen Taxi- und Lkw-Fahrer, wenn autonomes Fahren Standard wird? Was wird aus Krankenpflegern, wenn Roboter ihre Aufgaben übernehmen? Was wird aus Postboten, wenn die Auslieferung mithilfe autonomer Autos oder Drohnen funktioniert? Kommt die Grundsicherung?

Schipanski: Ohne Frage, auch unsere Arbeitswelt verändert sich grundlegend. Einige Branchen sind davon mehr betroffen als andere. Vertraute Berufsbilder werden verschwinden, neue Berufe, wie zum Beispiel der Data Scientist, entstehen. Darüber, wie sich die Beschäftigung künftig entwickeln wird, herrscht in Fachkreisen aber Uneinigkeit. Die menschliche Arbeitskraft wird nicht per se überflüssig werden. Qualifizierung wird aber künftig noch wichtiger werden, deshalb muss lebenslanges Lernen unser Leitmotiv sein.

Was kann der Bildungssektor leisten, um vor allem ältere Bürger an digitale Herausforderungen heranzuführen?

Schipanski: Eine ganze Menge. Es gibt auch schon eine Reihe an Angeboten speziell für ältere Nutzer, zum Beispiel von Volkshochschulen oder von Vereinen wie „Deutschland sicher im Netz“. Ziel ist es, dass alle Menschen an der digitalen Gesellschaft teilhaben. Medienkompetenz ist dafür die Grundlage – das ist übrigens keine Frage des Alters, sondern gilt für junge Menschen gleichermaßen.

Teil 1: „Angebote entwickeln“

Teil 2: „Von den Chancen her denken“

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