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Hamburg, 30.06.2017

Teil 3: „Von Cambridge bis Bangalore“

Kann Ihr Unternehmen den enormen Aufwand für KI-Anwendungen komplett selbst stemmen oder setzen Sie auf Kooperation, beispielsweise mit Start-ups oder etablierten Anbietern von Cloud-Services?
Herbrich: Mit Amazon Web Services (AWS) steht Amazon eine umfangreiche Cloud- Infrastruktur für die Entwicklung von KI zur Verfügung.

Verfügen Sie über ausreichend qualifiziertes Personal, um intern entsprechende Prozesse und Schnittstellen abbilden zu können?
Herbrich: In unseren Entwicklungszentren arbeiten einige der besten Wissenschaftler in diesem Feld. Dazu gehören primär Informatiker und Physiker. In Deutschland ist Berlin ein wichtiger Standort. In Seattle und Bangalore sind ähnlich ausgerichtete Entwicklungszentren angesiedelt. Zusätzlich arbeiten Standorte in Cambridge (UK) und Los Angeles im Bereich Künstliche Intelligenz.

Wie begegnen Sie der Angst vor Datenmissbrauch? Wie sichern Sie Ihr Unternehmen gegen Hacker ab?
Herbrich:
Grundsätzlich ist Amazon die Privatsphäre des Kunden sehr wichtig. Deshalb haben wir ausgeklügelte technische und physische Maßnahmen entwickelt, um unautorisierten Zugang zu System zu verhindern. Ein Team aus hochqualifizierten Sicherheitsexperten überwacht die Daten der Kunden rund um die Uhr und sichert deren Privatsphäre. 

Ist eine „starke KI“, also Computer mit eigenem Bewusstsein, realistisch und moralisch vertretbar?
Herbrich:
Ein Kind lernt in den ersten zwei Lebensjahren aus etwa 500 Millionen Bildern. Daraus könnten Rechner heute nicht einen einzigen Algorithmus entwickeln, der ähnlich wie ein Zweijähriger beliebige Objekte erkennt. Wir sind weit davon entfernt, dass Maschinen schneller lernen als Menschen. Die Lernverfahren brauchen 10.000- bis 100.000-mal mehr Daten als eine Person. Wir sprechen also über ein mehr theoretisches Gedankenmodell, wenn wir fragen, ob Maschinen die Intelligenz von Menschen erreichen können. 

Zur Person

Ralf Herbrich ist Geschäftsführer des Amazon Development Centers Deutschland und Berliner Standortleiter von Amazon. Sein Team arbeitet daran, Maschinen das Lernen beizubringen. Zuvor leitete er Technologieprojekte bei Facebook und Microsoft

Teil 1: Menschen lernen schneller

Teil 2: „Experimentieren und Ausprobieren ausdrücklich erwünscht”

Teil 3: „Von Cambridge bis Bangalore“

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