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Teil 2: „Medienkompetenz hat Schlüsselrolle in digitaler Gesellschaft“

Was machen Taxi- und Lkw-Fahrer, wenn autonomes Fahren Standard wird? Was wird aus Krankenpflegern, wenn Roboter ihre Aufgaben übernehmen? Was wird aus Postboten, wenn die Auslieferung von Briefen und Paketen mithilfe autonomer Autos oder Drohnen funktioniert? Kommt die Grundsicherung?

von Notz: Die Frage suggeriert, dass durch Internet und Digitalisierung eine erhebliche Anzahl an Jobs wegfallen wird. Das ist sicherlich richtig. Gleichzeitig werden auch neue Jobs entstehen. Wie genau das Verhältnis aussieht, darüber streiten sich die Experten. Sicher ist jedoch, dass die Fähigkeit, sich auf neue Entwicklungen einzustellen, für jeden Arbeitnehmer zweifellos immer wichtiger wird. Die Zeiten, in denen man einen Job sein ganzes Leben lang behielt, scheinen endgültig vorbei. Die Zukunft der Arbeit, ein effektiver Beschäftigtendatenschutz und die Frage, wie wir als Gesellschaft diejenigen unterstützen, deren bisherige Arbeitsplätze der Digitalisierung zum Opfer fallen, müssen ganz oben auf die politische Agenda. Die Diskussionen um die Einführung einer Grundsicherung verfolge ich in diesem Kontext mit großem Interesse.

Welche Herausforderungen entstehen durch soziale Medien und ihren Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung für Sie als Politiker?

von Notz: Ich schätze die vielfältigen Möglichkeiten der Kommunikation über die sozialen Medien sehr. Sie bauen Hierarchien ab und erlauben mir als Politiker, mich mit anderen Menschen auszutauschen und meine politischen Konzepte einem ständigen Realitäts-Check zu unterziehen. Die Diskussion um „Hate Speech“, „Fake News“ und „Social Bots“ ist meines Erachtens das Resultat einer jahrelangen Nichtregulierung, die sich heute rächt. Es ist mir vollkommen unverständlich, dass die Bundesregierung tatenlos zuschaut, wie sich Hass und Hetze ausbreiten, und die Verantwortlichen dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

Was kann der Bildungssektor leisten, um vor allem ältere Bürger dabei zu unterstützen, sich auf digitale Anforderungen einzustellen?

von Notz: Wie gesagt, der Vermittlung von Medienkompetenz kommt in der digitalen Gesellschaft eine Schlüsselrolle zu. Ich würde hier gar keine Unterscheidung zwischen jüngeren und älteren Bürgern machen wollen. Der kompetente Umgang mit neuen Medien, die Fähigkeit, zu wissen, wie man Informationen richtig einschätzt und das Wissen darüber, was die Grundfunktionen der von mir eingesetzten Geräte sind und wie ich mich möglichst selbstbestimmt online bewege, ist für jeden Menschen wichtig. Wir brauchen eine möglichst lebenslange Vermittlung dieser Fähigkeiten – vom Kindergarten bis zum Seniorenheim.

Sind die deutschen Hochschulen entsprechend gerüstet um Studenten adäquat auszubilden und damit dazu beizutragen, dass hiesige Unternehmen den Anschluss an die Digitalisierung nicht versäumen?

von Notz: Ich bin kein Bildungspolitiker, aber mein Eindruck ist der, dass da durchaus noch Luft nach oben ist. Dies liegt aber nicht nur an den Hochschulen, sondern beispielsweise auch an gesetzlichen Vorgaben für die Wissenschaft, die mit digitalen Realitäten nicht mehr in Einklang zu bringen sind. Denken Sie nur an das Urheberrecht. Obwohl die Bundesregierung sie seit Jahren verspricht, gibt es noch immer keine Bildungs- und Wissenschaftsschranke im Urheberrecht. Dies hat kurz vor Weihnachten dazu geführt, dass erst im letzten Moment abgewendet werden konnte, dass Universitäten den Studierenden Lehrmaterialien nicht mehr online, sondern nur noch in Handapparaten zur Verfügung stellen dürfen. Das ist einfach bizarr und zeigt noch einmal, wie wichtig Reformen hier sind.

Teil 1: „Digitaler Wandel braucht aktive politische Gestaltung“

Teil 2: „Medienkompetenz hat Schlüsselrolle in digitaler Gesellschaft“

Teil 3: „Standortfaktor Datenschutz“

Teil 4: „Soziale Medien als Bereicherung“

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