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„Staat als Treiber der Digitalisierung“

CDU-Digitalexperte Kai Whittaker vertraut auf die Anpassungsfähigkeit seiner Mitmenschen.


 

Kai Whittaker: Der CDU-Politiker ist Mitglied im Bundestagsausschuss Digitale Agenda und war 2015 Vorsitzender der CDU-Arbeitsgruppe „Staat 4.0“ (Foto: Steven Vangermain)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Digitalisierung verändert unser Arbeits- und Privatleben mit Smartphone, Smart Home, Fitness-Trackern und Social Media. Was bedeuten diese Entwicklungen für Sie?

Kai Whittaker: Ich empfinde diese Umbrüche als Bereicherung. Sie machen den Alltag einfacher und flexibler. Wir dürfen auch nicht vergessen, wie anpassungsfähig Menschen sind und immer waren. Deshalb ist mir vor der Digitalisierung nicht bange.

Wie kann die Politik die richtigen Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft schaffen?

Whittaker: Die Politik hinkt vor allem im Bereich der digitalen Verwaltung hinterher. Wir haben diese Entwicklung verschlafen und Potenziale verschenkt. Der Staat muss Treiber der Digitalisierung werden. Wir müssen das „Silo-Denken“ in der öffentlichen Verwaltung beenden. Wir müssen eine dezentrale digitale Infrastruktur schaffen, die den Datenaustausch zwischen Behörden ermöglicht. Dies können wir nur erreichen, wenn wir das Thema „Digitale Verwaltung“ ganz oben auf die Agenda setzen und einen Staatsminister im Kanzleramt mit deren Umsetzung beauftragen. Er soll mithilfe einer digitalen Plattform und eines eigenen Budgets Deutschland zum bürgerfreundlichsten Land in Europa machen.

Welche zentralen infrastrukturellen Aufgaben sind dabei zu erfüllen? 

Whittaker: Es muss eine dezentrale digitale Infrastruktur geschaffen werden, die den Datenaustausch zwischen Behörden ermöglicht. Dafür müssen wir das Silo-Denken in der öffentlichen Verwaltung überwinden und den Datenaustausch deutlich erleichtern.

Wie sollen Bundesbürger aufgefangen werden, die mit den Verwerfungen nicht zurechtkommen? 

Whittaker: Länder wie Dänemark und Estland zeigen, dass die befürchteten Verwerfungen in der Realität nicht eingetroffen sind. Das dänische Beispiel bringt Erstaunliches zu tage: Dort sind es vor allem jüngere Menschen, die bei der digitalen Kommunikation mit dem Amt Probleme bereiten. Sie wissen zwar, wie man eine E-Mail öffnet, aber viele vergessen, dass sie eine E-Mail vom Amt bekommen haben (lacht).

Teil 1: „Staat als Treiber der Digitalisierung“

Teil 2: „Die Arbeit ist noch nie ausgegagen“

Teil 3: „Mehr Risiko wagen, um nicht im Geschichtsbuch zu landen“

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