Innovation vorantreiben

Interview: E-Mobilität ausbauen

Die Energiewende erfordert mehr staatliche Unterstützung, so PFALZWERKE-Vorstand Werner Hitschler. Er sieht einigen Nachholbedarf.

Dr. Werner Hitschler verantwortet unter anderem das strategische Marketing, den Energievertrieb und -handel

Dr. Werner Hitschler: Der Diplom-Kaufmann ist seit März 2004 Vorstandsmitglied der PFALZWERKE. (Foto: Pfalzwerke)

Energie aus natürlichen Ressourcen und Autos, die völlig emissionsfrei über den Asphalt gleiten: Der Wunsch nach umweltschonenden Alternativen war nie größer. Während China Milliarden Euro in grüne Versorgungsvarianten investiert, gibt es in Deutschland noch Nachholbedarf. Werner Hitschler, kaufmännischer Vorstand der PFALZWERKE, über staatliche Unterstützung, den Antrieb der Zukunft und das Internet of Things.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Laut dem „Tech Trends Report“ investiert China in den nächsten zwei Jahren bis zu 478 Milliarden Euro in Technologien zur nachhaltigen Energieversorgung. Müsste Deutschland größere Anstrengungen als bisher unternehmen?

Werner Hitschler: Eine nachhaltige und -intelligente Energieversorgung basiert auf einer modernen Netzinfrastruktur und einer hochleistungsfähigen Datenkommunikation. An diesen beiden Stellen müsste die staatliche Unterstützung deutlich wachsen. Gleiches gilt für Speichertechnologien. Als Industrienation sind für Deutschland und unseren Wohlstand Themen wie Innovation und eine moderne Infrastruktur prioritär.

Im Vergleich dazu: Wie schneidet Deutschland im Hinblick auf den Ausbau von Ladestationen für E-Autos ab?

Hitschler: 2017 lag Deutschland mit 25 Ladestationen für Elektroautos pro 100.000 Einwohner leicht über dem EU-Durchschnitt von 20 Stationen. In Zukunft beschleunigt sich dieser Ausbau mit Sicherheit. Die PFALZWERKE haben das Ziel, bis zum Jahr 2020 rund 350 öffentliche Ladepunkte für Elektromobilität hierzulande zu errichten, um an dem sich schnell entwickelnden Markt erfolgreich teilzunehmen.

Der Ausbau der Ladesäulen zählt zu Ihrem Kerngeschäft. Ist die Mobilität der Zukunft rein elektrisch?

Hitschler: Die Mobilität der Zukunft ist zwar zunehmend elektrisch – doch die reine Elektromobilität ist zu einem gewissen Teil auch ein Hype. Bislang gibt es einige technologische Herausforderungen: So sind die Verfügbarkeit von Rohstoffen wie Lithium oder Kobalt für eine Massenproduktion von Batterien oder das Recycling von Altbatterien noch zu lösen. Plug-in-Hybride werden große Marktanteile haben. Und die mobile Brennstoffzelle als Teil einer elektrifizierten Mobilität wird derzeit unterschätzt.

Auch Smart-Home-Anwendungen gehören zum Produktportfolio der PFALZWERKE. Wie sehen Sie die Entwicklung des Internets der Dinge?

Hitschler: Das Internet führte zur ersten digitalen Revolution. Das Internet of Things knüpft daran an – die zweite digitale Revolution also. Viele Geräte, die wir heute nutzen, bieten bald ganz neue Möglichkeiten. Etwa im Bereich der Kontextsensitivität, wenn sie registrieren, was in ihrer Umgebung passiert. Noch wichtiger ist die Kommunikation mit einer sicheren Cloud. Datensicherheit über die gesamte Prozess-kette ist hierbei eine Grundbedingung. Wenn intelligente Systeme einander erkennen und untereinander Informationen austauschen, wird ein Smart Home mehr sein als die Summe seiner Geräte.   

Gut vorgelegt: Deutschland liegt beim Ausbau der Ladestationen für E-Autos leicht über dem EU-Durchschnitt

Gut vorgelegt: Deutschland liegt beim Ausbau der Ladestationen für E-Autos leicht über dem EU-Durchschnitt (Foto: Getty Images/Marco_Bonfan)

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