Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

"Erst durch den Misserfolg bin ich in die Balance gekommen."

Wann haben Sie eigentlich Ihre Leidenschaft für das Boxen entdeckt?

Klitschko: Ich wollte schon zu Zeiten der Sowjetunion unbedingt ins Ausland, etwas von der Welt sehen, im wahrsten Sinne des Wortes über Grenzen gehen. Die einzigen Möglichkeiten, die damals existierten, waren der Sport und die Politik. Mit 14 habe ich mit dem Boxsport begonnen, aber meinen ersten Kampf gleich verloren, ebenso den zweiten. Dadurch habe ich gelernt, wie ich Boxen ernsthaft und richtig betreibe. Und ich habe mir ein Ziel gesetzt und dieses Ziel dann auch erreicht. Die Liebe zum Sport habe ich tatsächlich erst mit 27 Jahren entdeckt. Und gemerkt habe ich es, als ich 2003 meinen Weltmeisterschaftskampf gegen Corrie Sanders verlor und plötzlich erkannte, dass ich sportlich nicht mehr erfolgreich war. Durch diese Niederlage habe ich unglaublich viel gelernt, alles restrukturiert und ein ganz neues Kapitel in meiner Karriere und meinem Leben aufgeschlagen. Erfolg hatte ich schon gekannt, aber erst durch den Misserfolg bin ich in die Balance gekommen.

Wer oder was hat Ihnen geholfen, als Sie 2004 am Boden waren?

Klitschko: 2004 war ich der Loser und mein Bruder der Gewinner. Da haben wir quasi die Rollen getauscht, denn 2000, als ich Weltmeister war, hatte er gegen Chris Byrd verloren und ihm wurde sogar nachgesagt, dass er keine Kämpferqualitäten habe. Und was hat mir aus dieser Situation heraus geholfen? Mein riesiges Ego. Ich wollte es allen Kritikern zeigen, die unheimlich hart mit mir umgesprungen waren. Das hatte mich, ganz ehrlich, damals sehr getroffen. Aber auch meinem Bruder und vor allem mir selbst wollte ich beweisen, dass ich zurückkommen kann – stärker als zuvor.

Und woher kommt Ihr Faible für das Unternehmertum?

Klitschko: Das hat sich tatsächlich mit der Zeit ergeben. Zum Geschäftlichen bin ich teils auch wegen des Sports gekommen. Denn nach und nach habe ich als Aktiver die Regeln des Sportbusiness kennenglernt. Als Profi wusste ich dann, dass ein Boxer neben einem Trainer einen Manager braucht, einen Juristen und einen Promoter. Als Vitali und ich das Ganze aber von innen kennengelernt hatten, haben wir nach und nach realisiert, dass wir unsere Karrieren eigentlich lieber selbst lenken möchten. Deshalb haben wir damals unserem Promoter Klaus-Peter Kohl die Rechte abgekauft. Wladimir Klitschko redet über seine Karriere, seine Ideen, und das ReisenVon Links: Jens de Buhr (Herausgeber DUB UNTERNEHMER-Magazin), Wladimir Klitschko, Thomas Eilrich (Chefredakteur DUB UNTERNEHMER-Magazin) - Bild: ©Frank Egel
2004 in Los Angeles hatten wir dann die erste eigene Top-Veranstaltung: Der WM-Kampf von Vitali gegen Corrie Sanders. Das war der Einstieg. Und von da an hat sich das stetig weiter entwickelt. Nicht alle Erfahrungen, die wir gemacht haben, waren gut, manches ging auch daneben, aber Gott sei Dank nichts Dramatisches. Dennoch war der erste Schritt ganz schwer, denn ich habe den Kampf gegen Lamon Brewster im April 2004 verloren und Ende April lief der alte Vertrag aus. Ich war zu diesem Zeitpunkt der Loser und Vitali war derjenige, der uns beide durch seinen Sieg gegen Sanders weitergezogen hat. Am Ende standen wir sogar ohne TV-Vertrag da, weil wir keinen Promoter hatten. Ich war kein Weltmeister mehr, ich war eigentlich abgeschrieben. Doch von da an ging es erst richtig los.

Teil 1: "Einen Lucky Punch gibt es nicht."
Teil 2: "Boxen ist der einzige Sport, der mit dem Leben vergleichbar ist."
Teil 3: "Erst durch den Misserfolg bin ich in die Balance gekommen."
Teil 4: "Manchmal steht mir mein großes Ego im Weg."

Das interessiert andere Leser

  • 13.03./14.03.2018 | Global InsurTech Roadshow (GIR18)

    Frankfurt | Erstmals kommen internationale Startups, Insurtechs, Versicherer, Investoren und Service Provider zu Pitch und Erfahrungsaustausch zusammen.

  • Master Franchise International

    Lesen Sie hier mehr über internationales Franchising und die Vergabe von Masterlizenzen.

  • Franchise Expo18 Logo
    Save the date - Franchise Expo18 im September in Frankfurt

    Die Franchise Expo18 bringt vom 27. bis zum 29.09.2018 über 100 internationale Aussteller auf das Messegelände in Frankfurt und bietet Informationsmöglichkeiten und spannende Workshops rund um Franchising.

  • Franchisegründungen und Beteiligungskapital

    Worin unterscheiden sich Business Angels und Venture Capital? In welcher Phase ist welche Art von Beteiligungskapital die richtige? Und was passiert beim Exit? Ein Experte klärt auf.

  • Gemeinsam wachsen

    Nicht nur in der Gastronomie expandieren Unternehmen mithilfe von Franchisenehmern. Auch im Handel, im Handwerk und im Dienstleistungsbereich ist diese Vertriebsform weit verbreitet.

  • Ziele und Sorgen der nächsten Unternehmergeneration

    Gestalten statt verwalten: Die nächste Generation der Unternehmer will nicht nur das Erbe fortführen, sondern die Digitalisierung vorantreiben, zeigt eine aktuelle Umfrage.

  • Forschungsprojekt zur Unternehmensnachfolge

    Bei der Übergabe stehen meist die aktuellen Probleme im Mittelpunkt, Pläne für die Zukunft kommen zu kurz. Ein Forschungsprojekt der Universität Bremen will das mit einer neuartigen Methode ändern.

  • Mama startet durch

    Als Mutter erfolgreich im Job zu sein, ist in Deutschland oft nicht leicht. Die Erfolgsgeschichten zweier Start-up-Gründerinnen zeigen, wie es dennoch geht.

  • Folge-Wirkung

    Wer übernimmt das Unternehmen? Ein Familienmitglied oder doch jemand Externes? Rechtsanwalt Dr. Daniel Mundhenke über eine der entscheidenden Fragen bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

  • Familienunternehmen erwärmen sich für einen Einstieg von Private-Equity

    Beteiligungsgesellschaften waren lange ein rotes Tuch für deutsche Familienunternehmen. Nun findet ein Umdenken statt – auch getrieben durch fehlende Optionen.

  • So läuft eine Due Diligence ab

    Steuernachforderungen, hohe Abfindungssumme, verzwickte Kundenbeziehungen: Risiken bei einem Unternehmenskauf gibt es viele. Eine Due Diligence ist deshalb zwingend erforderlich.

  • Beiräte in Franchisesystemen

    Wie wird ein Beirat organisiert? Was sind die Aufgaben und die Arbeitsweise? Und welche positiven und negativen Aspekte gibt es? Erfahren Sie mehr über Beiräte in Franchisesystemen.

  • Starke Motivation

    Das Nahziel von Bobfahrer Thorsten Margis und Rennrodler Julian von Schleinitz (Foto) ist die erfolgreiche Teilnahme bei Olympia 2018. Ihre Fernziele: Mastertitel und Promotion an der Hochschule.

  • Smarter leben

    Neue Technologien machen die eigenen vier Wände intelligent. Arne Sextro, Smart-Home-Experte bei EWE, über Chancen und Möglichkeiten ferngesteuerter Haustechnik.

  • Falsche Vorstellung

    Die Berater von Project Partners sind Spezialisten für die Umsetzung der Blockchain. Wie sich ein Unternehmen der Technologie öffnen kann, erfahren Sie im Interview.

  • Seit 2012 Blockchain-User

    Estland ist digital ganz vorn dabei. Riina Leminsky, Leiterin der Wirtschaftsförderung Estlands in Deutschland, über erste Anwendungen der Technologie.

  • Bessere Entscheidungen

    Über 600 Millionen Euro an ausgezahlten Krediten – auxmoney ist ein führender Kreditmarktplatz in Kontinentaleuropa. CEO Raffael Johnen über die Digitalisierung des Kreditmarkts.

  • Erfolgsrezept: Loslassen lernen

    Ein pragmatischer Ansatz zur Umsetzung eines Nachfolgeprojektes bei einem Mittelstandsunternehmen in der metallverarbeitenden Industrie.

  • Unternehmensbewertung: Das müssen Sie beachten!

    Unternehmen zu bewerten ist alles andere als trivial. Es kommen verschiedene Methoden infrage. Wie sich ein Preis für ein Unternehmen ermitteln lässt, zeigt unsere Übersicht.

  • 20 Tipps für die Selbstständigkeit

    Befreit von Hierarchien Ideen umzusetzen, ohne sich absprechen zu müssen – das sind nur einige der Vorteile. Doch viele unterschätzen den Aufwand und die neue Verantwortung.

  • Deutsche Unternehmen zögerlich beim Kauf von Startups

    Um im Wettbewerb zu bestehen, brauchen Unternehmen Innovationen. Startups zu übernehmen, ist aber nicht an der Tagesordnung.

  • Das sind die wichtigsten Kommunikationsregeln bei einer M&A Transaktion

    Wenn eine Firma die andere kauft, dann kann viel schiefgehen. Eine laienhafte Kommunikation ist eine große Gefahr für eine M&A Transaktion.

  • Wie läuft die Systemintegration ab?

    Eine Hauptleistungspflicht des Franchisegebers ist es, den Franchisenehmer in das Franchisesystem zu integrieren. Erfahren Sie mehr über den Ablauf und die Inhalte der Systemintegration.

  • Stressfrei studieren

    Studieren gleicht einem Fulltime-Job. Klausuren, Hausarbeiten und knappe Deadlines treiben den Adrenalinspiegel deutlich in die Höhe. Was dagegen hilft.

  • CEO-Interview: Dynamischer Prozess

    Künstliche Intelligenz avanciert zum Treiber des digitalen Wandels. Im DUB UNTERNEHMER-Magazin geben CEOs und führende Manager exklusive Einblicke in die Transformationsprozesse ihrer Unternehmen.

  • Jung, begabt, sucht ...

    ... findet und kauft Firma: Ein neues Modell aus den USA bringt Käufer und Verkäufer elegant zusammen.

  • So sieht eine ideale Digital Due Diligence aus

    Ob ein Unternehmen fit für die digitale Zukunft ist, lässt sich mit der Digital Due Diligence überprüfen. Ein Teil davon ist die IT Due Diligence.

  • Welches Konzept passt zu mir?

    Ein Franchisesystem, das universeller Erfolgsgarant für jedermann ist, gibt es nicht. Das Konzept sollte Ihnen ein solides Einkommen bieten - da ist sorgfältiges Selektieren angesagt.

  • Judoka ist „Sport-Stipendiat des Jahres 2017“

    Theresa Stoll, EM-Zweite und Medizin-Studentin, ist „Sport-Stipendiat des Jahrs 2017“– eine Auszeichnung von Deutscher Bank und Deutscher Sporthilfe.

  • Leasing: Tipps für Gewerbetreibende

    Bei Firmenwagen ist Leasing weit verbreitet. Worauf Unternehmer im Kleingedruckten achten müssen und welche Alternativen es gibt.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick