Hamburg, 02.02.2017

Auf den Punkt flüssig

Wenn Unternehmen kurzfristig in Neugeschäft und Wachstum investieren möchten, ist die Hausbank nicht immer der flexibelste Partner. Factoring verschafft Firmen Kapital – und das genau zu dem Zeitpunkt, zu dem sie es auch brauchen.


Viele Unternehmer kennen das Szenario: Während ihre Lieferanten eine Bezahlung binnen eines Monats erwarten, lassen sich Großkunden 60 oder 90 Tage Zeit, um Rechnungen zu begleichen. Ausländische Geschäftspartner zahlen oft sogar noch später. Was aber, wenn Unternehmen auf diese Zahlungen warten, etwa weil sie das Geld in die Neukundengewinnung oder einen frisch akquirierten Auftrag investieren möchten? Bis die Hausbank die Kreditlinie ausweitet, vergeht oft viel Zeit. Schneller lässt sich eine alternative Fremdfinanzierung umsetzen. „Factoring bietet Firmen die Möglichkeit, ihre Liquidität auf den Punkt genau zu steuern“, sagt Stephan Ninow, Geschäftsführer des Factoring-Spezialisten abcfinance. Dabei verkaufen Firmen kurzfristige Forderungen aus Warengeschäften oder Dienstleistungen an einen Factoring-Spezialisten. „Der Factoring-Nutzer entscheidet, ob er sämtliche Forderungen en bloc verkaufen oder beispielsweise diejenigen eines bestimmten Kunden weiterhin selbst bearbeiten möchte“, erklärt Ninow.

90 Prozent der Summe fließen sofort

Im Gegenzug erhält das Unternehmen sofort bis zu 90 Prozent des Bruttobetrags, die restlichen zehn Prozent fließen, sobald die Rechnung bezahlt ist. „Mit dem Geld können Firmen auch kurzfristige oder ungeplante Investitionen tätigen und sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren“, betont der Experte. Weiterer Vorteil: Das Risiko von Forderungsausfällen trägt der Factoring-Dienstleister zu 100 Prozent. Für ihre Leistungen kassieren die Factoring-Unternehmen eine Gebühr. Deren Höhe bemisst sich im Wesentlichen am Gesamtvolumen der eingereichten Rechnungen. „Im Gegenzug können die Factoring-Nutzer ihre Rechnungen pünktlich bezahlen und oft von Skonti profitieren. Diese gleichen die Gebühren in der Regel aus. Weil Unternehmen obendrein Mittel gewinnen, um etwa in Neugeschäft zu investieren, lohnt sich Factoring für sie doppelt“, erklärt Ninow. Immer mehr Unternehmen – gerade auch Mittelständler – nutzen Factoring. 2015 lag das Plus im Vergleich zum Vorjahr laut Deutschem Factoring-Verband bei 7,5 Prozent. Vorbehalte bestehen kaum noch. „Es hat sich herumgesprochen, dass sich nur Firmen mit werthaltigen Forderungen sowie guter Bonität und Ertragskraft für eine langfristige Factoring-Beziehung eignen. Insofern bestätigt die Nutzung von Factoring auch die Qualität des Unternehmens“, sagt Ninow.

Lesen Sie auch: Auf den Punkt flüssig - Teil 2

Das interessiert andere Leser

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser
  • Franchisegründungen und Beteiligungskapital

    Worin unterscheiden sich Business Angels und Venture Capital? In welcher Phase ist welche Art von Beteiligungskapital die richtige? Und was passiert beim Exit? Ein Experte klärt auf.

  • Gemeinsam wachsen

    Nicht nur in der Gastronomie expandieren Unternehmen mithilfe von Franchisenehmern. Auch im Handel, im Handwerk und im Dienstleistungsbereich ist diese Vertriebsform weit verbreitet.

  • Ziele und Sorgen der nächsten Unternehmergeneration

    Gestalten statt verwalten: Die nächste Generation der Unternehmer will nicht nur das Erbe fortführen, sondern die Digitalisierung vorantreiben, zeigt eine aktuelle Umfrage.

  • Mama startet durch

    Als Mutter erfolgreich im Job zu sein, ist in Deutschland oft nicht leicht. Die Erfolgsgeschichten zweier Start-up-Gründerinnen zeigen, wie es dennoch geht.

  • Unternehmensbewertung - eine schwierige Angelegenheit?

    Kaum ein betriebswirtschaftlicher Sachverhalt gibt zu so verschiedenen Meinungen Anlass wie der Wert eines Unternehmens.

  • Folge-Wirkung

    Wer übernimmt das Unternehmen? Ein Familienmitglied oder doch jemand Externes? Rechtsanwalt Dr. Daniel Mundhenke über eine der entscheidenden Fragen bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

  • Familienunternehmen erwärmen sich für einen Einstieg von Private-Equity

    Beteiligungsgesellschaften waren lange ein rotes Tuch für deutsche Familienunternehmen. Nun findet ein Umdenken statt – auch getrieben durch fehlende Optionen.

  • So läuft eine Due Diligence ab

    Steuernachforderungen, hohe Abfindungssumme, verzwickte Kundenbeziehungen: Risiken bei einem Unternehmenskauf gibt es viele. Eine Due Diligence ist deshalb zwingend erforderlich.

  • Beiräte in Franchisesystemen

    Wie wird ein Beirat organisiert? Was sind die Aufgaben und die Arbeitsweise? Und welche positiven und negativen Aspekte gibt es? Erfahren Sie mehr über Beiräte in Franchisesystemen.

  • Starke Motivation

    Das Nahziel von Bobfahrer Thorsten Margis und Rennrodler Julian von Schleinitz (Foto) ist die erfolgreiche Teilnahme bei Olympia 2018. Ihre Fernziele: Mastertitel und Promotion an der Hochschule.

  • Smarter leben

    Neue Technologien machen die eigenen vier Wände intelligent. Arne Sextro, Smart-Home-Experte bei EWE, über Chancen und Möglichkeiten ferngesteuerter Haustechnik.

  • Falsche Vorstellung

    Die Berater von Project Partners sind Spezialisten für die Umsetzung der Blockchain. Wie sich ein Unternehmen der Technologie öffnen kann, erfahren Sie im Interview.