Spezial Shared Mobility: Volkswagen: Vom Autohersteller zum Mobilitätsanbieter

MOIA setzt auf E-Busse

„Wer in Eile ist, nimmt ein Taxi. Wer besonders günstig unterwegs sein will, wählt den ÖPNV. MOIA liegt dazwischen“, ordnet Robert Henrich, einer der Geschäftsführer des Shuttledienstes MOIA, das Unternehmen ein. Wie sich eine Fahrt mit dem elektrischen Kleinbus anfühlt und vor welchen Herausforderungen der Fahrdienst von Volkswagen steht.

Goldener Sprinter: 200 Fahrzeuge fahren derzeit in Hamburg, 76 sind in Hannover unterwegs
Goldener Sprinter:
200 Fahrzeuge fahren derzeit in Hamburg, 76 sind in Hannover unterwegs (Foto: PR)

Beinah lautlos öffnet sich die Tür zum Einstieg, als mir der betont gut gelaunte Fahrer meinen Vornamen zur Begrüßung entgegenträllert. Fühlt sich ein bisschen nach VIP-Shuttle an, denke ich. Exklusivität versprüht auch der in Beige und Creme gehaltene Innenraum: Sechs Einzelsitze bieten ausreichend Privatsphäre. Hier muss niemand zur Seite rücken, damit ein anderer ein- oder aussteigen kann. Dazu gibt es an jedem Platz die Möglichkeit, Smartphone oder Laptop per USB-Anschluss zu laden. Ein Display vorn zeigt die Initialen jedes Mitfahrers und die Stopps, an denen wir Leute einsammeln oder verabschieden.

„Wir haben potenzielle Nutzer über alle Altersgruppen hinweg in die Entwicklung der Fahrzeuge eingebunden“, erklärt Geschäftsführer Henrich. An Bord vernimmt man Adjektive wie „spacig“ und „gemütlich“. Worte, welche die Atmosphäre in den goldfarbenen, kastenförmigen Fahrzeugen ziemlich treffend beschreiben. Volkswagen baute die elektrischen Kleinbusse, die nur auf Buchung in der App eine virtuelle Haltestelle in der Nähe des Abholortes anfahren und per Wisch mit der Kreditkarte gezahlt werden, in nur zehn Monaten. Der Fahrdienst des Autoherstellers nahm Mitte April den Betrieb in Hamburg auf. Und auch wenn die Nachfrage wohl zu stimmen scheint – ich musste diese Fahrt etwa zehnmal anfragen, bis es klappte –, ließ der erste Rückschlag nicht lange auf sich warten: Um Taxiunternehmen zu schützen, hat ein Verwaltungsgericht die Zahl der Shuttles vorerst auf 200 begrenzt. Geplant waren 500 bis Jahresende.

Nach einer überraschend kurzweiligen Fahrt öffnet sich die Tür automatisch. Nur wenige Meter vor meiner Haustür. Und mit einem sanften „Willkommen zu Hause!“ steige ich aus.