Sprung ins kalte Wasser – Haufe Group Teil 1

Haufe Group: Netzwerkinitiative

Diese Erfahrung machte auch Reith­wiesner. Zwar entwickelte sich das Unternehmen mit den neuen Produkten gut. Die Mitarbeiter waren aber alles andere als zufrieden, wie Befragungen zeigten. Man hatte schlicht versäumt, sie über die Wichtigkeit und die Vorteile des Change-Prozesses aufzuklären. Die Folge: Sie fühlten sich nicht mitgenommen.

Ideen erwünscht

Veränderung funktioniert aber nur mit Menschen. Daher ist es essenziell, die Mitarbeiter zu Gestaltern des Wandels zu machen. Partizipation hat bei der Haufe Group viele Gesichter. Eines der bekanntesten Beispiele ist das Tochterunternehmen Haufe-umantis: Ob neue Mitarbeiter, Führungskräfte oder die Unternehmensstrategie – die Mitarbeiter bestimmen mit.

Noch einen Schritt weiter – von der Mitbestimmung zur Selbstbestimmung – ging die Haufe Group mit einem unternehmensweit angelegten Experiment, der Netzwerkinitiative. Das Ziel: neue Formen der Zusammenarbeit verproben und Mitarbeitern Raum für eigene Ideen geben. 23 Vorschläge für Business-Ideen und interne Start-ups wurden eingereicht. „Es ist essenziell, Menschen ihre Lust an Neuem ausleben zu lassen, sie zum Experimentieren anzuregen, sie auch scheitern zu lassen. Also eine Unternehmenskultur zu leben, in der die Digitalisierung als Chance, aber zugleich als gemeinsame Lernreise begriffen und genutzt wird“, sagt Reithwiesner.

Der Umgang mit Freiheiten

Wo sich Ordnungen verändern und Führung wegfällt, müssen Menschen auch neu befähigt werden. So gibt es etwa Coachings zur Persönlichkeitsentwicklung. Dabei lernen Mit­arbeiter, wie und wo sie ihre individuellen Fähigkeiten in den neuen Strukturen gewinnbringend einsetzen können. Denn anstatt in einer hierarchie­ge­triebenen Linienorganisation wird bei Haufe nun bevorzugt in temporären, interdisziplinären Teams gearbeitet. Statt auf Arbeitsaufträge zu warten, übernehmen Mitarbeiter Verantwortung und treffen selbst Entscheidungen. Doch der richtige Umgang mit dieser neu gewonnenen Freiheit will gelernt sein.

Wandel als Dauerzustand

Zudem gilt: Veränderungsprozesse sind nie abgeschlossen. Jedes Unternehmen muss sich immer wieder neu erfinden, das Kerngeschäft erfolgreich führen und gleichzeitig Neugeschäft generieren. Genau das setzt die Haufe Group seit Jahren um. Und entwickelt aus ihren Erfahrungen Lösungen für den Transformations­erfolg anderer Unternehmen. Neuestes Beispiel: Um Unternehmensagilität zu fördern, wurde das FLEAT-Modell entwickelt. Das Ziel: anhal­tender Wandel, indem konstant daran gearbeitet wird, aus Ideen neue, Erfolg versprechende Geschäftsmodelle zu kreieren.

Teil 1: Veränderungsprozesse in Unternehmen

Teil 2: Haufe Group: Netzwerkinitiative

Sie wollen mehr zu dem Thema erfahren? Hier geht's zum Interview mit Markus Reithwiesner und Hermann Arnold von der Haufe Group.

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