Spezial: E-Health - Medizin der Zukunft. Ziel: Datenautobahn

Vernetzung von Gesundheitsdaten

Die Digitalakte zur Vernetzung von Gesundheitsdaten erfordert besonderen Schutz. Und Schutz schafft Chancen, findet Uta Lindner, CDO bei der BKK Mobil Oil.

Uta Lindner ist Chief Digital Officer bei der BKK Mobil Oil

Uta Lindner ist Chief Digital Officer bei der BKK Mobil Oil (Foto: PR)

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung sieht in der Digitalakte zur Vernetzung von Gesundheitsdaten einen Meilenstein in der Modernisierung der Patientenversorgung. Die elektronische Patientenakte (ePA) soll den Patienten jederzeit die vollumfängliche Datenhoheit gewähr­leisten. Dass die US-Tech-Riesen mit Macht in die Gesundheitsbranche drängen, sieht Uta Lindner, CDO bei der BKK Mobil Oil, entspannt. Denn deren ­größte Herausforderung ist die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Warum tun sich die Akteure bei der Einführung der ePA so schwer?

Uta Lindner: Das liegt insbesondere an den noch fehlenden Spezifikationen der Telematik-Infrastruktur. Die Struktur soll die IT-Systeme von Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern und Krankenkassen miteinander verbinden und einen systemübergreifenden Austausch von Informationen ermöglichen. Auch der Versicherte soll die Chance bekommen, bestimmte Daten zu pflegen und diese gezielt an Ärzte weiterzugeben. Die Herstellung einer so großen Datenautobahn ist leider nicht trivial und erfordert die Anbindung und Nutzung sämtlicher Player.

Wie sicher sind unsere Daten?

Lindner: Die DSGVO hat den Datenschutz noch einmal erhöht. In Bezug auf die neuen Technologien und die digitale Transformation hat sie neue Impulse gesetzt. Selbstverständlich stand die Sicherheit der Sozialdaten bei uns schon immer hoch im Kurs. Das neue Gesetz unterstützt uns nun aber dabei, die Daten noch sicherer als bisher zu halten. Die gemeinsamen Grundlagen helfen außerdem, dass die Daten Europa nicht verlassen und überall in der gleichen Qualität gesichert werden.

Sie sehen die neue DSGVO also eher als Segen?

Lindner: Branchenriesen wie Apple oder Google haben in den letzten Jahren viele Produkte auf den Markt gebracht, die den Menschen im Alltag große Mehrwerte liefern. Sei es die Möglichkeit eines ein­fachen EKG zur Feststellung von Unregelmäßigkeiten beim Herzrhythmus oder die Möglichkeit, einen Sturz zu erkennen und direkt einen Notfallkontakt zu benachrichtigen. Die größte Herausforderung für die neuen Anbieter ist die Datenschutz-Grundverordnung. Wenn Daten in den USA gespeichert werden, hat der Versicherte nur wenig Einfluss, diese selbst freizugeben. Zudem ist unklar, wer alles Zugriff auf die Daten hat. Anders ist die Lage bei der ePA: Aufgrund der Regulierungen der zuständigen Behörden ist gewährleistet, dass der Patient selbst jederzeit bestimmen kann, welcher Arzt Daten einsehen kann. Die Datenhoheit verbleibt damit beim Versicherten.

Teil 1: Vernetzung von Gesundheitsdaten

Teil 2: Smarte Krankenkasse?

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