SMART COMPANY-Check

Interview: Arno Schelzke, Geschäftsführer ASIG GmbH

Zum Unternehmen: Die ASIG GmbH agiert als Kompetenzzentrum für Schülerfirmen, als Berufsfachschule, als Fachschule für Sozialpädagogik und als Institut für angewandte Pädagogik.

Arno Schelzke ist Geschäftsführer der ASIG GmbH.

Arno Schelzke ist Geschäftsführer der ASIG GmbH (Foto: PR).

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Sehen Sie Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter für die Herausforderung der Digitalisierung gut aufgestellt?

Arno Schelzke: Als Bildungsunternehmen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung nutzen wir die Herausforderungen des digitalen Wandels für die Neugestaltung innovativer Lehr- und Lernarrangements produktiv. Ja, wir fühlen uns für dieses Unterfangen gut aufgestellt, wissen aber auch um die Komplexität.

Welche Chancen sehen Sie für Ihre Firma durch die Digitalisierung?

Schelzke: Ich denke es ist eine Kombination aus beidem. Speziell in der Bildung werden durch den digitalen Wandel völlig neue Zugangsmöglichkeiten zu Bildungsangeboten entstehen – Weiterbildungsmodule können zeit- und ortsunabhängig angeboten und wahrgenommen werden. Darin ergeben sich vielfältige Chancen für die Teilnehmer und für uns als Bildungsanbieter. Digitale Lernsettings stellen aber auch neue Anforderungen an die Kompetenzen von Lehrenden und an die gesamte konzeptionelle Ausrichtung und Organisation eines Bildungsunternehmens. Methodisch-didaktisch, aber auch mit Blick auf die Qualifizierungsbedarfe des Personals und der Transformation der Bildungseinrichtungen zeigen sich hier auch deutliche Herausforderungen, denen wir uns gern und optimistisch stellen.

Wo steht ihre Branche in Sachen digitaler Transformation und wo stehen Sie beziehungsweise steht Ihre Firma im digitalen Vergleich?

Schelzke: Die Digitalisierung ist ein umfassendes Phänomen, dass nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche erfasst und natürlich auch vor der Bildung nicht Halt macht – ganz im Gegenteil: der Einzug digitaler Medien in der Aus- und Weiterbildungsbranche wird in den nächsten fünf Jahren schneller voranschreiten als in den gesamten zurückliegenden Jahrzehnten. Die Branche steht also meines Erachtens noch am Anfang. Das Bereitstellen von digitaler Infrastruktur ist jedoch nur das eine, viel wichtiger ist die Entwicklung methodisch-didaktischer Konzepte, um die Möglichkeiten der digitalen Transformation im Sinne einer nachhaltigen und kompetenzfördernden Bildung sinnvoll zu nutzen. Letzteres ist unser Weg, in einem organischen Wachstums- und Entwicklungsprozess die Rahmenbedingungen zu gestalten und etwa tragfähige und erfolgreiche Konzepte in digitalen Settings neu einzubetten. Hier sehen wir uns zunehmend gut aufgestellt.

Wie wichtig ist ihren Kunden, dass Sie den digitalen Weg gehen?

Schelzke: Das lebenslange Lernen gewinnt durch die anhaltenden Veränderungsprozesse und die damit verbundenen Herausforderungen eine immer größere Bedeutung. In gleichem Maße verändern sich auch die Lebensentwürfe, Berufsbiografien und Bildungsbedarfe der Menschen. Diesen gilt es durch heterogene – sprich individuell passende Lernarrangements und neue didaktische Konzepte zu begegnen. Die Digitalisierung bietet hier in der inhaltlichen Ausgestaltung und Entwicklung von Lehr- und Lernsettings völlig neue Möglichkeiten. Also ja, Kunden erwarten das Bildung auch digital wird: mit digitalen Medien etwa können Lernprozesse orts- und zeitunabhängig gestaltet werden. Das macht den Zugang zur Bildung individualisierter, einfacher und attraktiver und als Bildungsakteur erreichen wir dadurch neue Zielgruppen, die bisher nicht ausreichend an Weiterbildung teilnehmen konnten.

Wie bilden Sie sich persönlich und ihre Mitarbeiter digital weiter?

Schelzke: Entscheidend für ein erfolgreiches Lernen und Lehren in der digitalen Welt ist, dass die beteiligten Personen über entsprechende Kompetenzen verfügen und sich intensiv mit neuen methodisch- didaktischen Entwicklungen auseinandersetzen. Deshalb bieten wir unserem Lehrpersonal und administrativen Mitarbeitern gleichermaßen die größtmögliche Unterstützung bei der Weiterbildung in digitalen Kontexten.

Inwieweit halten Sie die Rahmenbedingungen für geeignet, den digitalen Wandel zu vollziehen. Was ist erforderlich?

Schelzke: Damit der digitale Wandel in der beruflichen Aus- und Weiterbildung gelingen kann, sind meines Erachtens aktuell vielfältige relevante Weichenstellungen vorzunehmen – pädagogisch, didaktisch und technisch- infrastrukturell. Purer Aktionismus ist hierbei aber genauso wenig hilfreich wie Abwarten und Verharren. Ich denke, um die Chancen und Potenziale der Digitalisierung kreativ und kompetent nutzen zu können, müssen wir kritisch reflektieren, wie bisher praktizierten Lehr- und Lernformen sowie die Struktur von Lernumgebungen und formale Bildungsziele überdacht und neu gestaltet werden können. Die dafür notwendigen infrastrukturellen, rechtlichen und personellen Rahmenbedingungen sind hierfür von größter Bedeutung.

Welche konkreten Digitalisierungsmaßnahmen haben Sie ergriffen und welche planen Sie?

Schelzke: Wir arbeiten natürlich daran, die infrastrukturellen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Bildungsgängen so zu gestalten, dass neue innovative, digitale Lernmethoden eingesetzt werden. Bei der Angebotsentwicklung achten wir zudem auf eine pädagogisch sinnvolle Verbindung digital gestützter Lernprozesse mit dem sozialen Lernen in Präsenz. Darüber hinaus versuchen wir mit „blended-learning“ und „flipped-classrom“-Konzepten sowie digitalen Austauschsystemen (moodle etc.) dem selbstgesteuerten Lernen in non-formellen Kontexten noch mehr Raum zu geben.

Ihr erster Eindruck: Wie hilfreich war der SMART COMPANY-Schnellcheck für Sie?

Der SMART COMPANY-Schnellcheck liefert interessante Einblick und man kann ohne langwierige Frageprozedere einen ersten Eindruck vom Status quo bekommen, der einem auch Hinweise gibt, welche Aspekte von Bedeutung sind. Für uns als Bildungsanbieter sind die Vergleichswerte sicherlich nicht absolut zu sehen, da produktive Branchen einen anderen Digitalisierungsfokus haben, aber deswegen nicht weniger interessant.

Leiten Sie konkrete Schritte aus dem SMART COMPANY-Check ab?

Interessant und auch überraschend waren die übergreifenden Mittelwerte zu den einzelnen Fragen und wo man selbst im Vergleich zu anderen Unternehmen steht. Ich denke es ist wichtig, sich den kommenden Herausforderungen der Digitalisierung offensiv zu stellen, Entwicklungen zu antizipieren, Chancen wahrzunehmen aber auch Risiken realistisch einzuschätzen um frühzeitig gegenzusteuern. Wir leisten dies im Rahmen unseres Unternehmens mit einer durchdachten und nachhaltigen Digitalisierungsstrategie, die der aktuell hohen Marktdynamik aber auch unserem Anspruch qualitativer hochwertiger Bildungsangebote gerecht wird.

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