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Teil 3: „Keine Gadget-Firma”

Welche Technologie hat für Sie das größte Potenzial?
Abadie: Wir haben viele Technologien auf dem Schirm, teilweise aus dem B2B-Bereich. Sozusagen Technologien, die für die Formel 1 entwickelt wurden, das heißt für die professionelle Anwendung, und dann auf den Endverbrauchermarkt kommen. Wir entwickeln zum Beispiel eine VR-Brille, die eine sehr gute Bildqualität hat. Wir haben generell einen großen Erfahrungsschatz in der Bildverarbeitung. Wir suchen allerdings auch nach einer richtigen Killer-Applikation, in die wir investieren und auf die wir uns voll konzentrieren können. So wollen wir sicherstellen, dass wir in naher Zukunft eine disruptive Technologie entwickeln.

Wie einschneidend wird der dynamische Wandel in den nächsten zehn Jahren aus Ihrer Sicht ausfallen?
Abadie:
Zwei Beispiele dazu: Im Automobilbereich etwa werden wir in den nächsten zehn Jahren mehr Veränderungen erleben, als in den letzten hundert Jahren. Es wird wie der Übergang vom Pferd zum Automobil. Die totale Disruption. Autonomes Fahren, Elektroantrieb, Car Sharing – diese Konzepte unterscheiden sich grundlegend von den bisherigen Herangehensweisen. Und ich glaube, das Gleiche werden wir im Bereich der Energieversorgung erleben. Wir sind daran gewöhnt, Strom von Versorgungsunternehmen zu beziehen, aber Konsum aus Eigenproduktion und intelligente Systeme, die das Stromnetz im Gleichgewicht halten, werden viel verändern. Wenngleich es noch etwas länger dauern könnte, als im Automobilsektor.

Welche Rolle spielen Privatunternehmen, wenn es um die Umsetzung von großen Gesellschaftsprojekten wie zum Beispiel die Energiewende geht? 
Abadie: Ich glaube, dass wir sowohl die Technologie als auch die nötigen Antworten für den Wandel haben. Dennoch brauchen wir Unterstützung von Staat und Politik. In Deutschland etwa gibt es Subventionen für Batterien und Brennstoffzellen. Das finde ich gut. Wir kooperieren zum Beispiel mit Viessmann für eine Brennstoffzellenheizungs-Lösung, was in Teilen Deutschlands subventioniert wird. Ich denke, dies ist notwendig, um Wandlungsprozesse zu beschleunigen.

Aber bedeutet das nicht, dass die Leute noch nicht wirklich bereit sind für einen Wandel und dass man sie ein wenig zu ihrem Glück zwingen muss?
Abadie: Nein. Die Herausforderung liegt in den Kosten. Wenn eine wirklich neue Technologie auf den Markt kommt, sind die Stückzahlen zunächst eher gering – das heißt, die Preise sind höher. Um den Wandel zu beschleunigen, braucht man also Anreize, ansonsten dauert es länger. Luft-Wasser-Wärmepumpen etwa werden in Europa für die Erhitzung von Wasser und für zentrale Heizungssysteme verwendet. Diese Technologie ist hocheffizient und kann bis zu 70 Prozent Energie sparen – und fürs Heizen wird im durchschnittlichen europäischen Haushalt am meisten Energie verwendet. In Ländern in denen Luft-Wasser-Wärmepumpen subventioniert werden, boomt die Technologie noch mehr als in anderen Ländern, in denen noch die Öl- und Gasindustrie dominiert. Für die Beschleunigung einer Transformation braucht man also gelegentlich Subventionen.

Werden digitale Lösungen künftig näher an den gesellschaftlichen Herausforderungen sein?
Abadie: Ich glaube, wir stehen vor großen Herausforderungen im Bereich smarte und vernetzte Produkte. Bis dato gelten solche Produkte als Gadgets. Es gibt viel Wirbel darum, aber helfen diese Produkte dem Kunden dabei, sein Leben zu verbessern? Da bin ich mir nicht sicher. Wir denken ständig über die gesellschaftlichen Herausforderungen nach. Das macht Panasonic aus. Wir sind keine Gadget-Firma. Wir setzen auf Qualität und die Erfüllung von Kundenbedürfnissen. 

Teil 1: Die Killer-App finden

Teil 2: „Zu einer besseren Gesellschaft beitragen”

Teil 3: „Keine Gadget-Firma”

 

 

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