Teil 3: „Ich muss nicht in allem der Erste sein”

Welche Steuerungssysteme bevorzugen Sie persönlich?

Hüsges: Ich bevorzuge Systeme, die auf eine Art initialen Trigger von mir warten. Sei es ein Knopf, den ich drücke, oder eine Gestik, auf die das Gerät reagiert. Das ist aber natürlich vollkommen subjektiv. Ein Beispiel: Ich glaube, dass es sinnvoll sein kann, dass ein System Menschen triggert. Ein so genannter „call to action“. Diesen „call to action" möchte ich aber ungern über einen Lautsprecher erleben. Ich möchte nicht, dass ein Lautsprecher beispielsweise die Konversation beim Abendessen stört. Dort will ich lieber eine Nachricht per App auf mein Smartphone oder meine Smartwatch bekommen. Ich halte die Sprachsteuerung dann für sinnvoll, wenn ich derjenige bin, der initiiert.

Steht aber die Unterhaltungselektronikbranche nicht besonders unter dem Zwang, immer wieder Neuerungen auf den Markt bringen zu müssen, die die Menschen begeistern?

Hüsges: Besonders die Amerikaner sind an dieser Stelle vielleicht etwas verspielter, vielleicht auch experimentierfreudiger. Meine Tendenz: Ich muss nicht in allem der Erste sein. Manchmal ist es besser, sich anderes anzuschauen und ein Gesamtkonzept aus verschiedenen Ideen zu schaffen. Das kann trotzdem innovativ sein. Unsere Kunst-App, die wir 2015 gemeinsam mit Lumas auf den Markt gebracht haben, haben sich wiederum Mitbewerber abgeschaut und weiterentwickelt. Es funktioniert also auch in die andere Richtung. 

Gibt es einen Bereich, bei dem Sie fürchten, dass er von einem Mitbewerber abgegriffen werden könnte?

Hüsges: Wir werden uns nie in der Position wiederfinden, dass wir sagen können: Unserer Bereich ist ein gesetzter Markt. Ich glaube fest daran, dass das Thema Unterhaltung zu Hause auch in Zukunft eine hohe Relevanz darstellt, die der Konsument gelöst haben möchte. Meiner Einschätzung nach ist der Bildschirm ein geeignetes Tool dafür. Fernsehen als solches wird sich trotzdem weiterentwickeln. Was könnten die Alternativen dazu sein? Ein Projektor, der an der Decke hängt? Sicherlich auch keine neue Erfindung, und der Trend bewegt sich auch weg davon. Virtual Reality-Brillen werden im Bereich der Lifestyle-Elektronik immer wieder angeführt. Im Bereich des klassischen Fernsehkonsums sehe ich aber auch hier aktuell keine Bedrohung. Dort werden eher die Bereiche Gaming oder industrielle Anwendungen berührt.

Teil 1: Richtig differenzieren

Teil 2: „Können bei den Themen Connected und Smart Home eine interessante Rolle spielen”

Teil 3: „Ich muss nicht bei allem der Erste sein"

 

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