Eine Organisation, die fit für die Zukunft ist

Sprechen wir über Technologie: Experten sehen Gefahren in unkontrollierter Künstlicher Intelligenz. Sie auch?

Guillaume-Grabisch: Ich bin ein optimistischer Mensch. Dank der Digitalisierung wird vieles leichter. Wir sollten die Entwicklung mit Vernunft diskutieren. Nestlé durchläuft zurzeit eine Digital Enterprise Transformation Journey, die mit Social Media anfing, über das Internet of Things führte und mittlerweile nicht nur Marketing oder E-Commerce, sondern alle Bereiche umfasst.

Welche neuen digitalen Vertriebswege können Sie sich für Wasser, Schokoriegel, Tütensuppen oder Pizzen vorstellen?

Guillaume-Grabisch: Wir wollen den Verbraucher und weitere Partner über alle Kanäle erreichen. Dafür haben wir in Frankfurt den Nestlé Campus und das Nestlé Competence Center eingerichtet. Letzteres ist eine Plattform, um die Kompetenz von Nestle zu präsentieren, aber vielmehr noch, um den Dialog mit den Verbrauchern zu gestalten. Dort geht es um alle möglichen Facetten der Ernährung, des Verbrauchers oder des Handelns in der Zukunft, die wir in Planspielen entwickeln. Das ist ein echter Co-Creation-Prozess. Dort haben wir auch einen Prototyp der Küche der Zukunft aufgebaut, mit der wir verschiedene Zukunftsszenarien durchspielen und diskutieren können. Wir können auch eine digitale Verbindung zum Maggi Kochstudio in der Frankfurter Innenstadt herstellen.

Können Sie mir die Küche der Zukunft beschreiben?

Guillaume-Grabisch: Sie zeigt, wie die Digitalisierung in der Küche Einzug halten kann. Dabei ist beispielsweise der Kühlschrank oder der Ofen mit dem Smartphone verbunden. Eine digitale Küchenwand lässt sich als Bildschirm nutzen, auf die ich alles projizieren kann, was ich sonst beim Kochen auf meinem Handy oder Tablet habe. Zugleich kann ich in Interaktion mit dem Maggi Kochstudio treten und ich kann beispielsweise aus der Küche heraus direkt meine Online-Bestellungen im Internet tätigen. Darüber hinaus gibt es die intelligente Induktionsplatte, die bei Kontakt Lebensmittel erkennt und nähere Informationen dazu anzeigen kann, aber auch als Schneidefläche und Kochfeld fungiert. Dadurch kann die Küche als Mittelpunkt des Hauses eine ganz andere Bedeutung bekommen.

Themenwechsel: Was macht gute Führung für Sie aus?

Guillaume-Grabisch: Für mich ist entscheidend, dass Führung an den Menschen orientiert ist. Es ist wichtig, eine klare Orientierung zu geben. Daneben gilt: „move the things“, „move the people“ und „move the organisation“. Zur ersten Ebene gehören die Strategiedefinition, die Entwicklung der Projekte und die Durchführung. Damit haben Sie die Basis der Pyramide gebaut. Mit dem zweiten Level sorgen Sie dafür, dass Mitarbeiter im Unternehmen ihre richtige Funktion haben, die richtige Aufgabe und sich entsprechend weiterentwickeln können. Und als drittes haben Sie die Organisation, wie das Unternehmen organisiert ist, um die Ziele zu erreichen. Das ist die Ebene, die man behutsam entwickeln muss. Mit dieser Ebene ist etwa auch das Thema Unternehmenskultur verbunden. Projekte sind manchmal schwierig zu entwickeln, aber die Kultur zu verändern und zu bereichern und dafür zu sorgen, dass eine Organisation fit für die Zukunft ist, das ist unendlich viel komplizierter.

 

Teil 1: „Der Genuss bleibt!“

Teil 2: „Dank Digitalisierung mehr Leute gleichzeitig unterstützen“

Teil 3: „Eine Organisation, die fit für die Zukunft ist”

Teil 4: Inklusivität statt Diversity

 

 

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Interview

Béatrice Guillaume-Grabisch
CEO Deutschland Nestlé

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