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Teil 2: „Die BARMER GEK erfindet sich gerade neu“

 

Nach Stationen beim Verband der Angestellten-Krankenkassen, bei der Techniker Krankenkasse und der Rhön Klinikum AG übernahm der promovierte Mediziner Dr. Christoph Straub 2011 den Vorstandsvorsitz der BARMER GEK (Foto: PR)

Glauben Sie, dass unsere Politiker die Herausforderungen der Zukunft richtig einschätzen und beispielsweise die richtigen Reformen auf den Weg bringen?

Straub: Politik hat die verantwortungsvolle Aufgabe, Leitplanken zu setzen, damit der rasante Wandel unserer Gesellschaft und Wirtschaft fair für alle Beteiligten verläuft. Politik braucht dabei aber auch Unterstützung. Ich denke, wir in Deutschland können stolz darauf sein, wie konstruktiv im Grunde genommen alle wichtigen Entscheidungsträger an der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und Wirtschaft mitwirken. Das schließt Politik genauso ein wie die Arbeitgeber, die Gewerkschaften und auch die Träger der sozialen Sicherungssysteme.

Wie offen ist Ihr Unternehmen für die Themen Innovation und Wandel?

Straub: Die BARMER GEK erfindet sich gerade neu. Wir durchlaufen eine Transformation von der klassischen Krankenkasse als Bezahlstelle für medizinische und pflegerische Leistungen hin zu einem modernen Dienstleister, der alle digitalen Chancen nutzt, um aktives Gesundheitsmanagement zu betreiben, den medizinischen Fortschritt zu pushen und den sich wandelnden Kundenerwartungen durch ganzheitliche Lösungen gerecht zu werden.

Was tut die BARMER GEK, um intern ein Klima der Offenheit gegenüber Ideen zu fördern?

Straub: Heutzutage kommt es mehr denn je darauf an, notwendige Wandlungsprozesse und permanente Weiterentwicklung offen, fair und transparent im Unternehmen zu kommunizieren. Damit meine ich nicht die althergebrachte Ansage von oben nach unten. Ganz im Gegenteil, wir leben in unserer tiefgreifenden Reorganisation eine offene Kommunikationskultur als Austausch in alle Richtungen. Ich setze mich beispielsweise regelmäßig mit Mitarbeitern aus allen Bereichen zusammen. Dazu gehören nicht nur Führungskräfte, sondern auch Auszubildende. Von ihnen lerne ich eine ganze Menge, zum Beispiel in Sachen Digitalisierung und Kundenerwartungen.

Was fördert also das Innovationsklima?

Straub: Ganz einfach, offene Kommunikationskultur, Wertschätzung und Abbau von Hierarchien – vor allem in unseren Köpfen.

Was muss sich in Ihrem Haus ändern, um den Wandel erfolgreich zu vollziehen?

Straub: Stichwort Fehlerkultur: Wer Angst hat, einen Fehler zu begehen, kann keinen entscheidenden Beitrag dazu leisten, das Unternehmen nach vorn zu bringen. Natürlich sollten Fehler am besten nicht oder derselbe Fehler nur einmal passieren. Aber unsere Führungskräfte müssen lernen, diese wertschätzende Fehlerkultur zu leben. Und die setzt nicht erst dann ein, wenn der Fehler passiert ist, sondern weit vorher. Sie ist Teil einer modernen Führungskultur, die Fehler nicht verteufelt, Fehlerursachen frühzeitig eruiert, Ziele formuliert und Schlussfolgerungen als Antrieb fürs Qualitätsmanagement nutzbar macht.

Teil 1: Offen austauschen

Teil 2: „Die Barmer GEK erfindet sich gerade neu“

Teil 3: „Kunden sind heute mündiger denn je“

 

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