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Weniger Risiko: Expertentipps für Unternehmenskäufer

Gute Planung, eine clevere Strategie und die richtigen Partner sind für Investoren unerlässlich, wenn sie ein Unternehmen kaufen wollen. Dabei können Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen.

Expertentipps für UnternehmenskäuferCopyright: Getty Images/TommL

Die Gründe für den Kauf eines Unternehmens können vielfältig sein. In jedem Fall ist ein Unternehmenskauf immer ein mutiger Schritt – und sollte stets ein Mittel für einen vorher klar definierten Zweck sein. Sonst wird es teuer. Doch es gibt Möglichkeiten, das unternehmerische Risiko zu minimieren und kostspielige Fehler zu vermeiden. Mit diesen fünf Expertentipps holen Käufer mehr für sich heraus.

1. BEI DER UNTERNEHMENSBEWERTUNG GENAUER HINSCHAUEN

Unternehmensbewertungen sind immer subjektiv. „Es gibt keinen objektiven Wert, was die Zukunft des Unternehmens und die Risikoeinschätzung angeht. Anders ist es beim Preis, der das Ergebnis einer Verhandlung am Markt ist“, sagt Professor Birgit Felden von der TMS Unternehmensberatung. Bei jedem Unternehmensverkauf bestehe die Gefahr, dass die Bilanzen aufpoliert werden. Felden rät deshalb dazu, im Rahmen einer breit angelegten Due Diligance die Risiken für ein Investment detailliert zu prüfen: „Dabei geht es um eine valide Einschätzung, was sich der Käufer ans Bein bindet.“

2. MEHR RISIKO BEIM KAUF VON INHABERGEFÜHRTEN UNTERNEHMEN

Beim Kauf von größeren Unternehmen mit entsprechender Struktur findet nur selten ein Eingriff in das operative Geschäft und damit in die potenzielle Ertragskraft des Unternehmens statt. Anders sieht es beim Unternehmenskauf von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aus. Peter Klippel, geschäftsführender Gesellschafter von con|cess erklärt, warum: „Dort gibt es fast immer inhabergeführte Strukturen und die Geschäftsleitung wird im Zuge des Verkaufs ausgetauscht oder ersetzt.

Dieser Einfluss auf das operative Geschäft birgt ein höheres Risiko und wirkt sich dadurch negativ auf die Unternehmensbewertung aus.“

3. TIPP: MEHR RENTABILITÄT DURCH FREMDKAPITAL

Beim Kauf eines Unternehmens stellt sich die Frage: Wie viel Eigenkapital kann oder muss der Investor mitbringen? Gerade in Zeiten von Negativzinsen bringen insbesondere Familienunternehmen beim Investment gern einen höheren Eigenkapitalanteil auf. Sven-Roger von Schilling, Partner bei Kloepfel Corporate Finance, warnt jedoch: „Eigenkapital ist immer teurer als Fremdkapital.“

Er rät dazu, eine nicht unerhebliche Fremdkapitalkomponente in die Kaupreisfinanzierung mit einzubringen. Das erhöhe die Rentabilität. Richtwert für klassische mittelständische Unternehmen: „Banken erwarten etwa einen Mindesteigenanteil von 20 bis 25 Prozent“, erklärt Sebastian Göring, Managing Partner von EUROCONSIL, wobei die Banken ihre Forderungen je nach Kreditnehmerrisiko des Investors und dem zu Grunde liegenden Kaufpreis variieren.

5. TIPP: DIE BONITÄT BEEINFLUSST DEN ZINSSATZ

Bei der Vergabe von Darlehen muss nach den Vorgaben des Basler Ausschusses ein bestimmter Anteil durch Eigenkapital gedeckt sein. Deshalb arbeiten die Finanzinstitute bei Finanzierungspaketen mit risikoadjustierten Zinssätzen, die jedoch mitunter große Schwankungen aufweisen. „Von der Bonität des Käufers hängt sehr viel ab“, erklärt Göring. Sprich: Finanzkräftige Investoren erhalten höchstwahrscheinlich bessere Finanzierungskonditionen als Kleinunternehmer.

4. TIPP: DER BERATER IST WICHTIGER ALS DAS INSTITUT

Zur Finanzierung eines Unternehmenskaufs gehören immer auch Gespräche mit Finanzinstituten. Für Michael Loch, geschäftsführender Gesellschafter der Ulrich Glawe Unternehmensvermittlung, ist allerdings das Know-how des Beraters der alles entscheidende Punkt: „Wenn man den Berater gefunden hat, der die Branche versteht, kann man ziemlich zügig und gut eine Finanzierung auf die Beine stellen.“

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