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So wichtig erachten deutsche Firmen Innovationen für den Geschäftserfolg

Hamburg, 01.02.2017

So wichtig erachten deutsche Firmen Innovationen für den Geschäftserfolg

Nur ein mickriger Anteil von 31 Prozent der Bundesbürger vertraut technischen Innovationen. Das öffentliche Klima für innovationsfreudige Firmen ist deshalb nicht besonders gut. Das hat Folgen.

Der Konjunkturmotor läuft in Deutschland auf mittlerer Geschwindigkeit, viele mittelständische Firmen schauen optimistisch in die Zukunft – und zugleich drohen große Risiken, durch die die Unternehmen hierzulande gegenüber der Konkurrenz aus dem Ausland ins Hintertreffen geraten können.

Der Status Quo: 46,8 Prozent der befragten mittelständischen Industriefirmen bewerten ihre wirtschaftliche Lage von gut bis sehr gut. Der Anteil der zufriedenen Unternehmen dürfte wachsen, für dieses Jahr glauben sogar 47,3 an eine gute bis sehr gute Lage. Was 2019 angeht, rechnen sogar 49,8 Prozent mit einer guten Weiterentwicklung. Das ist ein Ergebnis der Untersuchung „Mittelstandspanel 2016“ im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie und der Unternehmensberatung AT Kearney, durchgeführt durch das Institut für Mittelstandsforschung (IfM). Befragt wurden Industrieunternehmen aller Größen.

Zugleich glauben nur ein Drittel der Firmen, dass die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in 2019 gut sind. Zum Vergleich: Derzeit bewerten satte 45,7 Prozent der Firmen das wirtschaftspolitische Klima in Deutschland mit gut bis sehr gut.

Das wirtschaftspolitische Klima erhält bei einer weiteren Abfrage konkrete Gestalt. Als die größten Risiken der nächsten zwölf Monate nennen 67 Prozent der Firmen die Schuldenkrise in Europa – Platz eins in diesem Ranking. 55 Prozent fürchten den Fachkräftemangel, 47 Prozent die Europäische Zinspolitik und 40 Prozent hohe Energie- und Rohstoffpreise.

Diese Faktoren erschweren also den Unternehmenserfolg. Setzen die befragten Firmen in der Folge die richtigen Schwerpunkte, um am Markt weiter zu glänzen? Die Studienautoren hegen schwere Zweifel. So nennen die befragten Firmen die finanzielle Unabhängigkeit als das wichtigste Kriterium für den Unternehmenserfolg (13 Prozent). Auf den weiteren zwei Plätzen folgen „Markt und Kundenorientierung“ (10 Prozent) und die „Zulieferer“ (9 Prozent). Erst danach folgt „Marktreife der Innovationen“ mit 7 Prozent – auf einer Ebene mit „Finanzierungszugang“, ebenfalls 7 Prozent.

Die Studienautoren folgern daraus, dass der industrielle Mittelstand „mit seiner Innovationsfähigkeit kämpft“ und ihm dadurch droht, seiner „zukünftigen Existenzgrundlage beraubt zu werden“.

Als Ursache arbeitet die Studie sowohl interne als auch interne Faktoren heraus. Als schwere Bürde für die Unternehmen brandmarken die Autoren das öffentliche Klima, was nicht innovationsfördernd ist. Die mittelständischen Unternehmen erleben die öffentliche Stimmung offenbar als wenig innovationsfreundlich – und damit als „Hemmschuh ihres Erfolgs“. Als Beleg für die These führt die Untersuchung das mangelnde Verbrauchervertrauen in technische Neuerungen an.

Nur 31 Prozent der Bundesbürger vertrauen demnach technischen Neuheiten. Zum Vergleich: In den USA vertrauen 53 Prozent der Menschen Innovationen, in China sind es sogar 71 Prozent, in Indien 78 Prozent, in den Vereinigten Arabischen Emiraten 80 Prozent. Zum niedrigen deutschen Wert passt, dass 57 Prozent der Menschen hierzulande die Geschwindigkeit, mit der neue Geschäftsideen und Produkte entwickelt werden, als zu hoch einschätzen. Zum Vergleich: Deutschland rangiert damit sechs Prozentpunkte über dem Durchschnitt der insgesamt 27 untersuchten Länder.

Flankierend führen die Studienautoren die Erkenntnis an, dass es in Deutschland viele Konflikte bei zukunftsträchtigen Großprojekten gibt – wie etwa beim Bau neuer Stromtrassen und Flughafenerweiterungen. Auch würden neuartige Verfahren der zukunftsweisenden Branchen wie der Biotechnologie und der Gentechnik nur wenig Rückhalt in der Bevölkerung haben.

Dabei wären Innovationen in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland der richtige Weg, um sich international durchzusetzen. Doch ausgerechnet in dieser Disziplin schätzen die Unternehmen die Notwendigkeit als gering ein – wie zuvor dargestellt. Auch scheitern viele Innovationsprojekte, wie eine andere Studie gezeigt hat. Rund 63 Prozent der befragten Personen gaben an, das mehr als 40 Prozent ihrer Projekte während der Umsetzungsphase scheitern, fand die Unternehmensberatung Safari im Jahr 2015 heraus.

Ganz offenbar reüssieren also deutsche Unternehmen selten, ihre Innovationen möglichst rasch marktreif zu machen – und sich so im Wettbewerb durchzusetzen.

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