Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Hamburg, 13.07.2017

Prinzip einfach

Um zu unternehmerischem Wachstum zu gelangen, müssen Unternehmer eine passende Vorgehensweise entwickeln. Überzeugend sind Strategien, die sich in wenigen Worten zusammenfassen lassen.

Volle Kraft voraus: Das funktioniert nur, wenn alle Beteiligten dasselbe Ziel vor Augen haben (Bild: iStock.com/SkyClick)

Bevor einem Unternehmen der große Wachstumsschub gelingt, können Jahre ins Land gehen. Es dauert, bis sich zeigt, ob es dazu taugt, Mitbewerber auf die Plätze zu verweisen. Das gelingt längst nicht jedem Unternehmen, und wenn doch, dann scheint oft Glück mit im Spiel zu sein.

Kurz und bündig

Wenn ein Unternehmen wächst, ist dies das Ergebnis einer geeigneten Strategie. Diese muss sowohl zu den beteiligten Personen – Mitarbeitern, Kunden, Geschäftskontakten – passen wie auch zu den Arbeitsprozessen und nicht zuletzt zum vorhandenen Kapital. Denn Wachstum kostet Geld.

Um all diese Kriterien zu erfüllen, muss diese Strategie einfach sein. Nur so lassen sich Geldgeber und Mitarbeiter oder andere Stakeholder überzeugen. Das weiß am besten Greg Brenneman, der als CEO von 2004 bis 2006 der Fast-Food-Kette Burger King zu neuer Stärke verhalf, nachdem er die Fluggesellschaft Continental Airlines saniert hatte, was ihm den Titel „Turn-around-Guru“ einbrachte. Er bietet seine Expertise etwa auf Scale-up-Summits wie zuletzt in Berlin an und bringt sie folgendermaßen auf den Punkt: „Ein Unternehmer muss mit einfachen Worten und in zwei Minuten den Mehrwert benennen, den er seinen Kunden bringen will. Er muss alles, was zu tun ist, um seinem Unternehmen zu Wachstum zu verhelfen, auf eine Seite schreiben können. Klappt das nicht – braucht er mehr Zeit oder Platz, um sich zu erklären –, dann taugt seine Strategie nicht.“

Er selbst investiert nur in Unternehmen, deren Strategien ihm in kürzester Zeit einleuchten. Deshalb schlägt er Unternehmern einen Selbsttest vor: „Überlegen Sie sich eine 20-Sekunden-Erklärung für Ihr Business und eine Zwei-Minuten-Version, wenn es stark ins Detail gehen soll. Die meisten Menschen können ihr Geschäft nur in einer Zwei-Stunden-Version erklären. Sie haben es nicht gut durchdacht“, so Brenneman. Es sei harte Arbeit, sein Geschäftsmodell auf die wesentlichen Bestandteile zu reduzieren. Dafür hat er die „Fünf Schritte, die dein Geschäft verändern und dein Leben bereichern“ entwickelt. Wichtig: Was im Unternehmen zu Erfolg führt, gilt auch für das Privatleben.

Schritt 1: Mache einen Plan und verfolge deinen Fortschritt. Identifiziere drei bis fünf Aktionen, deren Durchführung dein Geschäft maßgeblich- voranbringen werden. Lasse dich auch privat nicht von Nebensächlichkeiten ablenken. Konzentriere dich auf die Dinge in deinem Leben, die dir wichtig sind.

Schritt 2: Stelle eine Bilanz auf. Ausreichend Kapital verschafft dir die Zeit, um deine Pläne umzusetzen. Wähle einen Lebensstil, der zu deinen finanziellen Ressourcen passt, sodass fehlendes Geld nicht zum Problem für dich wird.

Schritt 3: Steigere Gewinne. Das stellt Anteilseigner, Mitarbeiter und Geschäftspartner zufrieden. Sei zugleich großzügig gegenüber notleidenden Menschen. Großzügigkeit ist der Schlüssel zum Glück.

Schritt 4: Stelle ein gutes Team zusammen. Wähle Personen aus, die deine Pläne umsetzen. Notfalls musst du dich von unpassenden Mitarbeitern trennen. Das Gleiche gilt für dein Privatleben: Umgib dich nur mit Menschen, die dich stärken und fördern.

Schritt 5: Statte deine Mitarbeiter mit Kompetenzen aus. Befähige sie zu Entscheidungen, die mit deinem Plan konform gehen. Investiere in Freunde und Familie. Stelle moralische Werte ins Zentrum deines Lebens.

Beispiel Continental Airlines

Exemplarisch für die Einfachheit stellt Brenneman seinen Sanierungsplan für Continental Airlines vor.

Ziel: Umsatz erhöhen und Profit erwirtschaften.
Notwendige Schritte: Defizitäre Flüge streichen und gut ausgelastete Strecken verstärken; Zielgruppe von Rucksacktouristen bis zu Geschäftsreisenden ausdehnen, Kooperationen mit Reisebüros eingehen.

Ziel: Liquidität sichern.
Notwendige Schritte: Flugzeugflotte von 13 auf vier Typen reduzieren, marktgängige Flugzeuggrößen anbieten, überhöhte Charterraten kündigen; Zahlungen nachverfolgen; Vermögenswerte verkaufen, die nicht zum Kerngeschäft gehören.

Ziel: Fluggesellschaft aufwerten.
Notwendige Schritte: Zuverlässigkeit steigern (Pünktlichkeit, Gepäckhandhabung, Kundenbeschwerden ernst nehmen), Image verbessern (neue Innen- und Außenfarben, erste Klasse anbieten), Sauberkeit und Essen an Bord verbessern.

Ziel: Neue Unternehmenskultur schaffen.
Notwendige Schritte: Mitarbeitervertrauen stärken (Incentives, zuverlässiger Dienstplan, interne Kommunikation, Mitarbeiterbeteiligung anbieten).

Alle Schritte klingen einfach, setzen allerdings ein hartes Stück Arbeit voraus.

Zur Person: Greg Brenneman

Von 1994 bis 1998 sanierte er Continental Airlines. Heute ist er CEO von CCMP Capital, einem Private-Equity-Unternehmen.


Foto: PR

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Ideen innen und aussen

    Beim Innovationsforum 2015 in Frankfurt am Main sprachen vier Konzernlenker darüber, welche Quellen sie anzapfen, um neue Ideen zu generieren.

  • Aufs große Spielfeld

    Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, sagt, was passieren muss, damit Europa nicht den Anschluss verliert.

  • Was bleibt, was kommt

    Ob Digitalisierung, Mobilität, Demografiewandel – Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Wer erfolgreich sein will, muss sich dem globalen Wandel stellen.

  • Die Cloud im eigenen Unternehmen kann IT-Kosten sparen und die Nerven schonen.
    Weg mit dem Server

    Die Cloud im eigenen Unternehmen kann IT-Kosten sparen und die Nerven schonen – wenn sie richtig eingesetzt wird. Zwei Experten sagen, wie sie am besten eingeführt wird.

  • Über den Erfolg der Fintechs, Online-Strategien der Banken und das Ende des klassischen Beratungsgeschäfts.
    Roboter statt Banker

    Prof. Dr. Martin Hellmich über den Erfolg der Fintechs, Online-Strategien der Banken und wie Mittelständler von den neuen Angeboten profitieren.

  • 7 Tipps für eine gelungene Franchise-Vertragsunterzeichnung.
    Erst Verträge schließen, dann Geld verdienen

    Vertragslaufzeit, Einkaufsbedingungen Gebührenhöhe – Franchisenehmer müssen sich mit dem Kleingedruckten befassen. 7 Tipps für eine gelungene Vertragsunterzeichnung.

  • Die Entdeckung Europas

    Aus AG wird SE - Immer mehr deutsche Firmen werden ihrer Rechtsform nach europäisch. Die Vorteile: mehr Flexibilität beim Management, aber auch bei Mitbestimmung und Verlagerungen.

  • Mischung mit System

    Geldanlegen wie die Profis - das war lange Zeit nur vermögenden Investoren vorbehalten. Doch jetzt mischen Multi-Asset-Fonds den Markt auf.

  • Werben Sie jetzt auf der DUB-Franchisebörse

    Seit Jahren suchen Unternehmer in spe bei DUB.de Ihr eigenes Unternehmen. Bieten Sie finanzstarken Interessenten ein neues Zuhause unter Ihrem Dach.

  • Alles im Fluss

    Istanbul steht auf der Liste der beliebtesten Spots für Städtetrips ganz oben. Mit einem privaten Guide kann man die Stadt abseits der Touristenströme entdecken.

  • Welches Preisschild trägt ein Lebenswerk?

    Über Jahre hat Kirsten Schubert im Unternehmen ihres Vaters mitgearbeitet. Bis er unerwartet starb. Statt trauern zu können, musste sie die Firma verkaufen. Ein Erfahrungsbericht.

  • Anstand zahlt sich aus
    Anstand zahlt sich aus

    Der Gründer des Club of Hamburg, Frank Breckwoldt, erklärt, warum sich Wertschätzung und Verbindlichkeit gegenüber Mitarbeitern, Kollegen und Kunden lohnen.

  • Unternehmer per System

    Mit Franchising kann der Traum von der unternehmerischen Selbstständigkeit schnell wahr werden. Richtig angepackt, können beide Seiten profitieren.

  • Deckung oben halten

    Abischerung ist oft nicht das Erste, an das Entrepreneure denken. Doch die Altersvorsorge, die Deckung betrieblicher Risiken zählen.

  • Bester Agrarunternehmer zum „Landwirt des Jahres“ gekürt

    Bei der „Nacht der Landwirtschaft“ wurden zum zweiten Mal die begehrten „CeresAwards“ für innovative Ideen und verantwortungsvolles Wirtschaften verliehen.

  • Mach dein Ding!

    So manch erfahrener Konzernmanager liebäugelt mit einem Chefsessel im Mittelstand. Und viele Unternehmer suchen dringend einen Nachfolger. So kommen beide zusammen.

  • Digital-Know-how für alle

    Wie externe Beiräte dabei helfen, Unternehmen einen Weg durch die digitale Revolution zu weisen.

  • Print ist nicht tot

    Mindshare-Chef Christof Baron erklärt, warum gedruckte Medien im Zeitalter der Digitalisierung unterschätzt werden und Inhalte so wichtig sind wie der Kanal.

  • Erfolgreiches Franchising in fünf Schritten

    Franchise erleichtert den Weg in die Selbstständigkeit. Die Systeme sind allerdings bei weitem kein Selbstläufer. Diese fünf Tipps sollten angehende Franchise-Nehmer beachten.

  • Werbe lieber ungewöhnlich

    Für einen wirksamen Mix aus klassischen und digitalen Instrumenten gehört vor allem Mut zum Wagnis. Experten und Unternehmer verraten, wie Sie ihrer Firma Gehör verschaffen.

  • Glamour + Camping = Clamping

    Komfort-Camping führt längst kein Nischendasein mehr. Das liegt nicht zuletzt an den weltweit entstehenden Glamping-Angeboten, die Natur, Abenteuer und Fünf-Sterne-Niveau miteinander kombinieren.

  • Sophia Saller
    Sport-Stipendiatin des Jahres 2015

    Und die Gewinnerin ist ... Sophia Saller! Die U23-Weltmeisterin im Triathlon und Mathematikstudentin in Oxford wurde zur „Sport-Stipendiatin des Jahres“ 2015 gekürt.

  • Ohne Moos nichts los

    Wie bekomme ich einen Gründerkredit? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

  • Cash per Klick
    Cash per Klick

    Fintechs sind auf dem Vormarsch. Die Online-Vermittler bringen Kredite flexibler und oft günstiger an die Kunden als Banken. Die Finanzwelt steht vor einem großen digitalen Wandel.

  • Freund oder Feind?

    Seit 129 Jahren steht Daimler für Mobilität. Geht es nach Apple und Google, hat die Ära der Automobilbauer nun ein Ende. Ein Gespräch mit Vorstandschef Dieter Zetsche.

  • Nichtstun ist das neue Arbeiten

    Entrepreneure kennen keinen Feierabend. Dabei ist Nichtstun viel effizienter, sagen Fachleute. Eine Anleitung zum produktiven Müßiggang.

  • Mythos Cholesterin

    Wann ist Cholesterin gut? Wann ist es schlecht? Was sollte man bei der Ernährung beachten? Eine Fachärztin steht Rede und Antwort.

  • Reisetipp: Basel

    Basel ist die Kulturhauptstadt der Schweiz. Kunst- und Architekturhighlights säumen das Rheinufer. Heute steht Basel für Lebensqualität. Ein kleiner Reiseführer.

  • „Zweifel zermürbten mich“

    Niemand spricht gern über sie: Verunsicherung wird besonders Chefs schnell als Schwäche ausgelegt. Wie Unternehmer mit Zweifeln an sich selbst umgehen und wieder Kraft schöpfen können - ein Erfahrungsbericht.

  • Putten mal anders

    Strikte Kleiderordnung und gediegenes Clubhaus waren gestern. Viele Golfspieler wollen mehr. Sie suchen nach unterhaltsamer Atmosphäre auf dem Platz. Zwei Turnierveranstalter aus dem Norden bieten genau das.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick