Nachhaltigkeit: Modewort oder unternehmerische Notwendigkeit?
Unternehmen sind gut beraten, wenn sie das Thema Nachhaltigkeit nicht nur theoretisch aufgreifen, sondern ihre Unternehmensführung daran ausrichten. Warum sich das in vielerlei Hinsicht lohnt und sogar ein 21 Prozent höherer Gewinn erzielt werden kann, lesen Sie in diesem Beitrag.Nachhaltigkeit: Modewort oder unternehmerische Notwendigkeit?

Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit, Enkeltauglichkeit – die fast inflationär verwendeten Begriffe sind vielfältig, spiegeln aber eine deutliche Veränderung des gesellschaftlichen Bewusstseins wider: Der Schutz der Umwelt und ein nachhaltiges Leben gehen alle an. Auch immer mehr Investmentgesellschaften und Ratingagenturen schauen bei der Bewertung von Unternehmen auf die Zukunftsfähigkeit von Geschäftsmodellen und der jeweiligen Führung. Sie analysieren, in welchem Ausmaß Unternehmen soziale und ökologische Aspekte (sogenannte ESG-Kriterien) in ihrer Unternehmensführung berücksichtigen.

Eine ganze Menge – die Gesellschaft bevorzugt nicht nur zunehmend nachhaltig produzierte und gehandelte Produkte und Dienstleistungen, sie strafen auch Unternehmen ab, die sich dieser Notwendigkeit verschließen. Und tatsächlich beweist die Top500-Studie von Accenture: Die 500 umsatzstärksten deutschen Unternehmen, die als Teil ihrer Unternehmenskultur die Anpassung an aktuelle Entwicklungen (u. a. Digitalisierung und Nachhaltigkeitskriterien) in den Markenkern des Unternehmens aufgenommen haben, sind langfristig erfolgreicher.

„Unternehmen, die ein Nachhaltigkeitsmanagement besonders intensiv in ihre Prozesse eingebettet haben, erwirtschaften nach aktuellen Untersuchungen durchschnittlich einen um 21 Prozent höheren Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Und aller Voraussicht nach wird sich dieser Abstand vor dem Hintergrund der aktuellen Energiediskussion in der Zukunft weiter vergrößern,“ so heißt es in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung.

Der Wert eines Unternehmens wird zum einen durch die künftigen finanziellen Überschüsse bestimmt, die den Anteilseignern zur Verfügung stehen. Möchte ein Unternehmen auf lange Sicht erfolgreich agieren, sollten neben barwertorientierten Bewertungsverfahren auch auf sogenannte Soft-facts, weiche Faktoren, wie Kunden- und Mitarbeiterbeziehungen, zukünftige Marktchancen und ESG-Kriterien ein Auge geworfen werden.

Nachhaltig wirtschaften – aber wie?

Fakt ist: Auch kleine Schritte führen zum Ziel – zwar braucht es etwas länger, doch die Richtung ist wichtig. Unternehmen sind gut beraten, wenn sie ihre Abläufe und Prozesse unter die Lupe nehmen, um Optimierungspotenzial in Bezug auf Ökologie, Ökonomie und Soziales zu identifizieren. Ob auf diese Weise der Ressourcenverbrauch reduziert wird, neue Arbeitszeitmodelle eingeführt oder Transportwege sinnvoller gestaltet werden können – in jedem Fall profitieren Mitarbeiter, Umwelt und Unternehmen gemeinsam. Es entsteht faktisch eine Win-Win-Win-Situation. Notwendig dafür ist die Entscheidung auf oberster Führungsebene: Die Unternehmensführung ist aufgerufen, Nachhaltigkeit ebenso wichtig zu nehmen wie die Realisierung von Gewinnen.

Interne Aktivitäten: Taten sprechen lassen

Arbeitsgruppen, Expertengremien, Zertifizierungsaudits – wollen Unternehmen Nachhaltigkeit leben, sollte das Führungspersonal die Mitarbeiter abholen und motivieren. Das Ziel: Nachhaltigkeit wird ein täglich gelebter Unternehmenswert und ein Teil der Unternehmenskultur. Mitarbeiter lassen sich am besten in gemeinsamen Projekten und Aktivitäten überzeugen, wenn diese ökologischen und sozialen Aspekte mit den Unternehmenswerten und -zielen verknüpfen. Der Aufwand zahlt sich in jedem Fall aus, da nicht nur die Motivation steigt, sondern auch Teamgeist und Mitarbeiterbindung gestärkt werden.

Externe Aktivitäten: Tue Gutes und berichte darüber

Kunden, Geschäftspartner und Lieferanten dürfen gerne davon erfahren, dass und wie Nachhaltigkeit zu den Unternehmenszielen und -werten gehört und gelebt wird. In der Unternehmenskommunikation inklusive im Marketing ist diese Weiterentwicklung hinsichtlich des Nachhaltigkeitsaspektes respektive der unternehmerischen Sozialverantwortung (ESG) ein profanes Werkzeug, welche in verschiedenster Form auf den Unternehmenswert einzahlen: Sowohl im Image, als auch in monetärer Form.

Fazit: Nachhaltigkeit als unternehmerische Notwendigkeit

Mögen die konkreten Beiträge, die Unternehmen zum Schutz von Umwelt und Gesellschaft anfänglich leisten, zunächst auch klein anmuten: Sie zahlen sich definitiv langfristig aus! Steigern Sie den Wert Ihres Unternehmens, indem Sie heute die Weichen für verantwortungsvolles Handeln stellen und innovative Umwelttechnologien in Ihre Planung einbeziehen.

Sie sorgen damit für eine lebenswerte Zukunft nachfolgender Generationen und gleichzeitig für eine Wertsteigerung Ihres Unternehmens. Die Bewertungs- und Analysetools des aumento value® systems berücksichtigen die Zukunftsfähigkeit von Geschäftsmodellen unter sozialen und ökologischen Aspekten. Das Thema Nachhaltigkeit findet dabei besondere Berücksichtigung. Mehr Informationen finden Sie auf www.aumentovalue.com.

 

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Gastautoren

Harald Rieder
Harald Rieder
Managing Partner
aumento value system

Roland Morizet
Roland Morizet
Managing Partner
aumento value system

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