Drei Unternehmen und ihr Weg aus der Krise
Insolvenz als Neustart

Wieso die Übernahme eines insolventen Unternehmens als Neuanfang und nicht als Kauf eines imagegeschädigten, schwachen Unternehmens gesehen werden sollte. Prominente Beispiele aus Deutschland zeigen, dass eine Insolvenz ein Neubeginn sein kann, die Schwachstellen und interne Probleme offenlegt und löst.Insolvenz als Neustart
Den wahren Wert erkennen: Oftmals geraten Unternehmen unverschuldet in eine Schieflage

Bei zahlreichen Insolvenzen kann der Vorgang zu einem erheblichen Imageschaden führen, doch das muss nicht sein. Denn eine Insolvenz ist nicht das Ende, sondern ein geordneter Neuanfang, der mehr als Chance denn als letzter Ausweg gesehen werden sollte. Zahlreiche sehr bekannte Unternehmen und Marken haben das Manko der Insolvenz erfolgreich überwunden. Sie stehen nach erfolgreich durchgeführter Insolvenz inzwischen wieder stabil am Markt.

Eine Insolvenz bedeutet nämlich auch, dass ein Unternehmen sich im Idealfall komplett neu strukturiert, die Schwachstellen die zu dieser Situation geführt haben, benennt und beseitigt. Ein Blick auf drei traditionsreiche deutsche Unternehmen zeigt, dass der Weg aus der Krise die Segel für eine neue Unternehmensausrichtung setzen kann.

Aus der Schockstarre:
Drei Traditionsunternehmen und ihr erfolgreicher Weg aus der Insolvenz

Die Weichen neu stellen: Märklin wieder auf Erfolgskurs

Der traditionsreiche Modellbahnhersteller meldete 2009 Insolvenz an. Bereits 2006 stand das Unternehmen trotz Beteiligungen des Finanzinvestors Kingsbridge und der Goldman Sachs Investmentbank kurz vor der Pleite. Der Grund für den ausbleibenden Erfolg war eine falsche Strategie, die einen Ausbau des Sortiments, nicht aber eine Neuausrichtung vorsah. Produziert wurde zunehmend für Sammler. Angebote für Kinder, die eigentliche Zielgruppe des Unternehmens, fehlten.

Der beauftrage Insolvenzverwalter erkannte diese Fehlausrichtung und schaffte es mittels neuer Strategie und angepasster Produkte den Einzelhandel und die Kunden zu überzeugen. Steigende Gewinne waren die Konsequenz, was 2012 zur erfolgreichen Übernahme durch die Spielwarengruppe Simba-Dicke führte. Alle Jobs wurden gerettet und die Marke Märklin ist seither wieder gut im Geschäft.

Auch weiterhin weich gebettet: Matratzen Direct

Das Kölner Unternehmen blickt auf eine lange Firmenhistorie zurück. Bereits seit 1929 gibt es den Matratzenhersteller. Er umfasste rund 420 Filialen in Deutschland sowie der Schweiz und die Marke genießt eine relative große Bekanntheit. Dennoch wurde 2017 ein Antrag auf einen Schutzschirmantrag gestellt um mittels eines Eigenverwaltungsverfahrens das Unternehmen neu auszurichten. Grund für die Krise waren Versäumnisse im Bereich der Digitalisierung und der Aufbau unrentabler Filialen die auf eine Strategie des sehr schnellen Wachstums zurück gingen.

Durch einen gut ausgearbeiteten Insolvenzplan, der sich bei Filialbetrieben als optimales Sanierungs-Tool erwies, konnte Matratzen direct wieder auf Erfolgskur gebracht werden. Mit rund 170 Filialen, über 400 Mitarbeitern und einem optimierten Online-Angebot blickt das Unternehmen optimistisch in die wirtschaftliche Zukunft.

Mit Feinripp in die Zukunft: Schiesser

Auch bei der Traditionsfirma Schiesser war die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens 2009 nicht mehr abwendbar. Grund für den Abstieg des renommierten Unterwäschehersteller war der Wandel der Zeit und vor allem der modischen Präferenzen der Verbraucher. Feinripp-Unterhosen und Hemden waren aus der Zeit gefallen. Ein zur Hilfe gerufener Insolvenzverwalter strukturierte daraufhin das Unternehmen neu, kündigte belastende Lizenzverträge und restrukturierte die Belegschaft neu.

Eine Umgestaltung des Firmenlogos, eine Modernisierung der Kollektion sowie der Verkauf an das israelische Konsumgüter-Unternehmen Delta Galil brachten frischen Wind und vor allem auch genügend Kapital um die Forderungen der Gläubiger zu bedienen. Einem Neustart stand nichts im Wege und das Unternehmen schreibt bis heute wieder schwarze Zahlen.

Die Beispiele zeigen deutlich, dass der Schritt in die Insolvenz weder für den Antragsteller noch für den Übernehmenden zwangsläufig dauerhaft mit dem vermeintlichen Manko der Insolvenz behaftet sein müssen. Oftmals haben firmenpolitische und strategische Fehlentscheidungen in der Vergangenheit in die Krise geführt.

Neue Investoren, frischer Wind durch eine Neuausrichtung und die Überzeugung von den angebotenen Produkten oder Dienstleistungen können zum Wiedererstarken führen.

Grundlegend dafür ist eine stringente Strategie, die von Beginn an zielstrebig umgesetzt wird. Eine transparente sowie gut koordinierte interne und externe Kommunikation runden ein geplantes Vorgehen ab.

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