Franchise als Wachstumschance

Town & Country Haus Franchise über Erfahrungen und Chancen

Town & Country Haus ist das Franchise-System im Bereich Hausbau. Benjamin Dawo, Leiter Gründungsmanagement, spricht im Interview über Erfahrungen und Chancen in der Hausbau-Branche.

Town & Country Haus Franchise

Benjamin Dawo: ist Leiter des Gründungsmanagements bei Town & Country Haus, das in Deutschland zu den meistgebauten Markenhäusern zählt. (Foto: Town & Country Haus)

Ihre Eltern, Herr Dawo, haben Town & Country 1997 gegründet. Wie steht die Unternehmensmarke heute da?

Benjamin Dawo: Im Hausbaumarkt sind wir die bekannteste Marke, das Town & Country-Haus ist Deutschlands meistgebautes Markenhaus. Wir wachsen auch weiter stark. In 2017 haben unsere Franchise-Partner Häuser im Wert von 844 Millionen Euro verkauft.

Warum haben Sie die Wirtschaftsform Franchise gewählt?

Dawo: Meine Eltern haben sich in jungen Jahren selbstständig gemacht – und standen schnell vor der Frage, wie das Unternehmen wachsen kann. Folgerichtig sind sie auf Franchise gekommen, sie waren schnell fasziniert davon mit selbstständigen Unternehmen zu kooperieren und gemeinsam zu wachsen. Mittlerweile arbeiten wir mit mehreren Generationen auf der Franchisenehmerseite zusammen, das hat Vorteile für beide Seite.

Wie steht es generell um Marken im Franchise? Wie sehen Sie Franchise in Deutschland?

Dawo: Meiner Einschätzung nach spielen Marken in Deutschland immer noch eine große Rolle, denn eine Marke strahlt Vertrauen aus. Die Menschen sind aber nicht mehr so markentreu wie dies vielleicht noch vor ein paar Jahrzehnten war. Wenn ein Verbraucher morgen eine besseres Produkt oder eine bessere Dienstleistung bei einer anderen Marke bekommt, dann wechselt er. Das bedeutet für uns, dass wir uns als Unternehmen immer weiter entwickeln müssen

Wie sehen Sie Franchise im Hausbau hierzulande?

Dawo: Wir haben in unserem Marktsegment keinen wirklichen Wettbewerber, der auch Franchise anbieten würde. Ich kann das ehrlich gesagt nicht zu 100 Prozent verstehen, denn gerade im Hausbau ist die Kombination eines lokalen Partners und einer starken Nationalen Marke ein großer Teil unseres Erfolgs. Das liegt vor allem an unserer Größe. Wir haben in 2017 4466 Häuser verkauft, bei 100.000 Baugenehmigungen pro Jahr ist das allerdings immer noch ein kleiner Ausschnitt – und für uns zugleich eine große Chance, noch stark zu wachsen.

Wir haben mittlerweile 128 bauende Partner und 190 verkaufende Partner. Letztere konzentrieren sich, wie der Name schon sagt, auf das Verkaufen der Häuser, begleiteten die Familien vom ersten Kontakt bis zum Kauf des Hauses. Wir verstehen uns im Verkauf als Problemlöser rund um Haus, Grundstück und Finanzierung. Der bauende Partner übernimmt dann das Projektmanagement und baut durchschnittlich 30 Häuser im Jahr, bei einem Durchschnittspreis von 180.000 Euro pro Haus, macht er also fünf Millionen Euro Umsatz. Bei rund 5 Mitarbeitern in dieser Größenordnung ist das eine beachtlicher Umsatz.

Town & Country Haus über Franchise-Partner und Nachfolge

Über Erfolg mit Quereinsteigern und die Suche nach Franchise-Nehmern und Nachfolgern spricht Benjamin Dawo, Leiter des Gründungsmanagements bei Town & Country Haus im zweiten Teil des Interviews.

Erfolg als Quereinsteigerin: Town & Country Franchise-Partnerin Annette Meyer wurde „Franchisegründerin des Jahres 2018“ (Foto: Town & Country Haus)

Alle Welt klagt darüber, nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Wie sieht das bei Ihnen auf Franchisenehmer-Seite aus?

Benjamin Dawo: Auf der Franchisenehmer-Seite haben wir weniger Probleme. Im Bereich der bauenden Partner ist die Quereinsteiger-Quote hoch. Wir haben Doktoren der Chemie, Geographen oder Betriebswirte unter unseren Franchisenehmern. Alle sie vereint eine profunde Führungserfahrung, vor allem im Projektmanagement. Es müssen gestandene Manager sein, die diesen Job machen. Oft wollen sie aus dem Hamsterrad ihres großen Arbeitgebers, meist eines Konzerns, aussteigen und in agile Strukturen wechseln. Unter den verkaufenden Partnern gibt es wahrscheinlich noch mehr unterschiedliche Berufsgruppen.

Qualifizierte Angestellte für die Franchisenehmer und deren Handwerker zu finden, ist dagegen in den letzten Jahren schwieriger geworden. In der Zentrale haben wir deswegen vor Kurzem eine Mitarbeiterin eingestellt, die sich ausschließlich um das Recruiting kümmert, wahrscheinlich werden wir unser Partner beim Recruiting in Zukunft auch stärker unterstützen. Unsere Partner vor Ort gehen zunehmend an die Universitäten und Hochschulen der Region, um dort für sich zu werben.

Ein Trend im Franchise ist der des Multi-Units-Franchising, gibt es das bei Ihnen?

Dawo: Im Unterschied zu einem standortbasierten System, bei dem Sie zuerst einen, dann zwei und dann drei Läden eröffnen, wachsen unsere Partner organisch. Selbst die größten Partner mit 20 Millionen Euro Umsatz und Jahresverdiensten im 7-stelligen Bereich haben nur einen Standort. Vielleicht gibt es irgendwo ein zweites kleines Vertriebsbüro, aber das würde ich nicht als Standort bezeichnen.

Wie steht es um die Herausforderung Unternehmensnachfolge?

Viele unserer Franchisenehmer kommen jetzt in ein Alter, in dem das Thema Nachfolge aufkommt. Der Prozess lässt sich unsererseits nur teilweise standardisieren. Jeder Fall ist anders. Wir unterstützen den ausscheidenden Partner sowie den Nachfolger durch eine spezialisierte Unternehmensberatung, die die Übergabe begleitet.

Im Gegensatz zu anderen Unternehmen haben Franchise-Betriebe einen gewichtigen Vorteil. Statt eine Nachfolge nur einmal im Leben zu haben, führen wir diese als Systemzentrale mehrfach im Jahr durch. Der Franchisegeber hat also viel an Erfahrung gesammelt.

Unterscheiden Sie zwischen Nachfolge und Neugründung?

Die Motive, warum sich jemand mit einer Nachfolge beschäftigt sind oft ähnlich wie die Motive, warum sich jemand mit einem Franchise-System beschäftigt. Da spielt der Wunsch eine Rolle, nicht auf der grünen Wiese zu starten, sondern auf etwas Vorhandenes aufzubauen. Und das kann ein Gründer beziehungsweise ein Nachfolger in beiden Bereichen. Menschen, die sich also für eine Nachfolge interessieren, kommen prinzipiell auch für ein Franchise-System in Frage.

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Informationen zum Town & Country Franchise finden Sie hier: zum Franchiseprofil

Informationen und Angebote Rund um Franchise und Nachfolge in der Bau-Branche finden Sie auf unserer Branchen-Seite: DUB.de/baugewerbe


 

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