Vom Mercedes-Benz Manager zum skalierbaren Advisory-Unternehmen

Der Wechsel aus dem Konzern in die Selbstständigkeit ist mehr als ein Karriereschritt. Am Beispiel von Dr. Jörg Storm zeigt sich, wie aus internationaler CIO-Erfahrung ein skalierbares Advisory-Modell entsteht; mit Relevanz für Nachfolge, Positionierung und den Aufbau übertragbarer Unternehmenswerte.

Eleganter Besprechungsraum

Wenn aus Führungserfahrung ein eigenständiges Geschäftsmodell wird

Der Schritt aus einer langjährigen Konzernkarriere in die unternehmerische Selbstständigkeit ist strategisch anspruchsvoll, insbesondere dann, wenn kein klassisches Produkt, sondern Wissen, Netzwerk und Reputation die zentralen Assets darstellen.

Storm war über 25 Jahre in internationalen Führungsrollen bei Siemens, DaimlerChrysler, Mitsubishi Fuso und Mercedes-Benz tätig, zuletzt in globaler Verantwortung für IT-Infrastrukturen und Transformationsprogramme in mehr als 80 Ländern. Seine Stationen reichten von Werks-CIO-Funktionen in Deutschland bis zu mehrjährigen Managementrollen in Asien, unter anderem in Japan und China.

Statt diese Laufbahn im Konzern fortzusetzen, entschied er sich für den Aufbau einer eigenständigen unternehmerischen Struktur.

Der Aufbau immaterieller Unternehmenswerte

Bereits parallel zur Konzernlaufbahn begann Storm, Fachwissen systematisch öffentlich zu teilen. Über mehrere Jahre entstand daraus eine starke digitale Präsenz mit internationaler ReichweiteReichweite von 1,4 Mio LinkedIn Followern Perspektive interessant ist dabei weniger die mediale Sichtbarkeit, als die Frage nach der Wertschöpfungslogik:

Reichweite wurde nicht Selbstzweck, sondern zum strategischen Asset; als Vertriebs- und Positionierungskanal für hochwertige Beratungsmandate im B2B-Segment.

Heute bündelt die Dr. Storm Advisory GmbH Beratungsleistungen in den Bereichen Technologie & KI-Beratung, Social Media Marketing, Executive Positionierung sowie Transformationsbegleitung. Zu den Auftraggebern zählen internationale Technologieunternehmen, wie NVIDIA, AWS, EY, Alibaba,… ebenso wie etablierte Mittelständler und Start-ups.

Relevanz für Unternehmensnachfolge und M&A

Für Unternehmerinnen und Unternehmer stellt sich zunehmend eine zentrale Frage:

Wie entsteht aus personenbezogener Expertise ein übertragbares Geschäftsmodell?

Wissensbasierte Unternehmen stehen im Kontext von Nachfolge und Transaktion vor besonderen Herausforderungen:

  • Die Abhängigkeit von der Gründerperson beeinflusst Bewertung und Strukturierung.
  • Marken- und Reputationswerte müssen institutionell verankert werden.
  • Prozesse, Kundenbeziehungen und Intellectual Capital sind systematisch zu dokumentieren und skalierbar aufzubauen.

Im Fall Storm zeigt sich ein Modell, das frühzeitig auf Strukturierung setzt: klare Positionierung, definierte Leistungsbausteine, Advisory-Gesellschaft als juristische Einheit sowie Einbindung weiterer Akteure in operative Prozesse.

Damit entsteht perspektivisch ein Unternehmen, das über die Gründerperson hinaus Bestand haben kann – ein Aspekt, der im Advisory- und Beratungsmarkt häufig unterschätzt wird.

Familienunternehmen und Integration der nächsten Generation

Bemerkenswert ist zudem die Einbindung der nächsten Generation in das operative Geschäft. Storm lebt mit seiner Familie in Stuttgart; seine beiden Söhne arbeiten heute im Unternehmen mit.

Für Familienunternehmen ist dies ein vertrautes Muster: Wissenstransfer, frühe Einbindung und schrittweise Verantwortungsübernahme. Auch bei beratungsnahen Geschäftsmodellen kann so ein gleitender Übergang vorbereitet werden; vorausgesetzt, Prozesse und Rollen sind klar definiert.

Technologiekompetenz als strategischer Bewertungsfaktor

Unabhängig vom individuellen Werdegang zeigt das Beispiel eine strukturelle Entwicklung:

Technologie- und KI-Kompetenz werden zunehmend zu zentralen Werttreibern in Transaktionsprozessen. Ob im Mittelstand, in Familienunternehmen oder bei Private-Equity-Beteiligungen; die Fähigkeit, digitale Geschäftsmodelle strategisch zu verstehen und umzusetzen, beeinflusst Wettbewerbsfähigkeit und Unternehmenswert unmittelbar.

Unternehmer, die ihre Expertise in diesem Feld systematisch aufbauen und institutionalisieren, schaffen damit nicht nur operative Vorteile, sondern auch substanzielle Argumente für zukünftige Nachfolge- oder M&A-Szenarien.

Fazit: Vom Experten zur unternehmerischen Struktur

Der Übergang vom angestellten Top-Manager zum Unternehmer ist kein Imageprojekt, sondern eine Strukturfrage.

Entscheidend ist, ob es gelingt,

  • persönliche Reputation in institutionalisierte Markenwerte zu überführen,
  • Wissen in skalierbare Leistungsangebote zu transformieren
  • und ein Modell zu entwickeln, das perspektivisch übertragbar bleibt.

Für Unternehmerinnen und Unternehmer im DUB-Umfeld liegt darin eine zentrale Erkenntnis: Auch wissensbasierte Geschäftsmodelle müssen frühzeitig mit Blick auf Nachfolgefähigkeit und Transaktionsrelevanz gedacht werden.

Nicht die Person allein entscheidet über nachhaltigen Erfolg, sondern die Struktur, die sie hinterlässt.

Gastautoren

  • Prof. Dr. theol. Karsten Bredemeier
  • Dr. Jörg Storm