Cross-Border-Nachfolge: Warum Unternehmer heute international denken müssen

Die Übergabe eines Unternehmens ist ein emotionaler, komplexer und strategischer Prozess – und längst nicht mehr nur eine nationale Angelegenheit. In einer global vernetzten Wirtschaft rückt das Thema Cross-Border-Nachfolge immer stärker in den Fokus. Grenzüberschreitende M&A-Transaktionen allein im ersten Quartal 2025 machen bereits über 32 % des weltweiten Transaktionsvolumens aus – Tendenz steigend.

Unternehmer mit Koffer geht über eine Brücke bei Sonnenuntergang

Für Unternehmerinnen und Unternehmer, die mittel- bis langfristig über einen Verkauf nachdenken, bedeutet das: Wer seinen Nachfolgeprozess erfolgreicher gestalten möchte, sollte die Möglichkeiten internationaler Käuferkreise in Betracht ziehen. Insbesondere in stabilen Märkten wie Deutschland, Österreich, der Schweiz und zunehmend auch Polen eröffnen sich attraktive Chancen – wenn man den richtigen Partner an seiner Seite hat. 

DACH, Polen und Tschechien: Stabilität trifft auf Wachstum 

Die DACH-Region bleibt ein verlässlicher Kernmarkt für Unternehmensnachfolgen. Trotz konjunktureller Unsicherheiten und sinkender Transaktionszahlen steigt das Volumen einzelner Deals weiter an. In der Schweiz wurden erst kürzlich regulatorische Handelsbeschränkungen gegenüber der EU aufgehoben – ein Schritt, der Fusionen und Übernahmen mit EU-Parteien erheblich vereinfacht. In Österreich sehen wir eine zunehmende Aktivität im Technologiesektor sowie bei industriellen Nischenanbietern.

Beispiel Polen: Dynamischer Markt mit zunehmender Nachfolgefrage

Trotz geopolitischer Herausforderungen wächst Polens Wirtschaft seit Jahren kontinuierlich. Für 2025 wird ein BIP-Wachstum von über 3 % prognostiziert. Die EU-Mitgliedschaft, stabile rechtliche Rahmenbedingungen, hohe Digitalisierung, eine innovationsfreudige Unternehmergeneration sowie qualifizierte Fachkräfte machen den Standort für Investoren und Unternehmer aus dem DACH-Raum gleichermaßen attraktiv. 

Gleichzeitig stehen viele polnische Mittelständler, die nach der politischen Wende ab 1989 gegründet wurden, heute vor der Frage der Nachfolge – ein ideales Umfeld für strategische Übernahmen. Zugleich treten polnische Unternehmen zunehmend als Käufer im deutschsprachigen Raum auf, insbesondere in industriellen Nischen oder technologiegetriebenen Branchen.

Internationale Nachfolgeprozesse erfordern Erfahrung und Marktkenntnis

Die erfolgreiche Umsetzung einer internationalen Unternehmensnachfolge stellt hohe Anforderungen an Struktur, Kommunikation und rechtliche Rahmenbedingungen. Insbesondere mittelständische Unternehmen profitieren dabei von Beratern, die mit den spezifischen Gegebenheiten einzelner Märkte vertraut sind – etwa in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen oder Tschechien.

Zentrale Erfolgsfaktoren sind der Zugang zu geeigneten Käuferkreisen, die sichere Gestaltung von grenzüberschreitenden Transaktionen sowie die Fähigkeit, kulturelle und strategische Passung zu bewerten. Internationale Käufer können – je nach Branche und Unternehmenssituation – interessante Perspektiven eröffnen, etwa durch technologische Expertise, Kapitalstärke oder Marktkenntnis.

Entscheidend ist, dass der Nachfolgeprozess strukturiert und fundiert gesteuert wird: von der Identifikation potenzieller Käufer über die rechtliche und steuerliche Ausgestaltung bis hin zur erfolgreichen Übergabe. In einem internationalen Kontext gewinnen dabei Erfahrung, Marktverständnis und persönliche Netzwerke zunehmend an Bedeutung.

Warum Sie international denken sollten

Ein wachsender Teil unserer Mandate zeigt: Unternehmer, die frühzeitig auch internationale Optionen prüfen, sichern sich strategische Vorteile. Internationale Käufer sind oft kapitalstark, technologieaffin, langfristig orientiert – und bringen neue Perspektiven für die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens mit. Gerade in Familienunternehmen, in denen es keine interne Nachfolge gibt, kann dies der Schlüssel für den werteorientierten Fortbestand sein.

Dabei geht es nicht um blindes Globalisieren, sondern um gezieltes Öffnen: für passende Käuferprofile, ergänzende Kulturen und neue Märkte – gesteuert durch ein erfahrenes M&A-Team, das Sprache, Mentalität und Verhandlungslogik auf allen Seiten versteht. 

Fazit: Nachfolge kennt heute keine Grenzen mehr 

Die internationale Unternehmensnachfolge ist keine ferne Vision mehr – sie ist längst Realität. Wenn auch Sie über einen Verkauf Ihres Unternehmens nachdenken, sollten Sie die Optionen jenseits der Landesgrenzen nicht außer Acht lassen. 

Als Teil des con|cess-Netzwerks begleite ich – Norbert Richter – seit vielen Jahren Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Suche nach dem richtigen Nachfolger. Und ich bin überzeugt: Die besten Deals entstehen, wenn Marktkenntnis, Strategie und internationale Erfahrung zusammenkommen. 

Sprechen Sie uns gerne an – auch wenn es nur um erste Gedanken zur Nachfolge geht. Denn gute Vorbereitung ist die halbe Transaktion.

Gastautor