bAV-Spezial: Interview mit Ralf Berndt

Gesetzliche Rente nur Existenzsicherung

Jeder braucht sie, aber niemand möchte sich mit dem Thema beschäf­tigen - sagt Ralf Berndt, der Teil des Vorstands der Stuttgarter Versicherungsgruppe ist, über die private Rentenversicherung im Gespräch mit dem DUB UNTERNEHMER-Magazin.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Wo steht die bAV im Renditevergleich mit der gesetzlichen Rente?

Ralf Berndt: Ein Renditevergleich zwischen bAV und der gesetzlichen Rentenversicherung verbietet sich und ist meiner Meinung nach sogar unseriös.

Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung?

Berndt: Nach einem Kommentar von Professor Bert Rürup im „Handelsblatt“ erhält die gesetzliche Rentenversicherung heute jährlich einen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt in Höhe von 80 Milliarden Euro. Somit erhält rechnerisch jeder Rentenempfänger etwa 4.000 Euro pro Jahr aus Steuermitteln. Das beeinflusst eine Renditeberechnung natürlich enorm und verfälscht die Ergeb­nisse. Zudem erfolgt die Rendite­berechnung eines kapitalgedeckten Systems auf der Grundlage der am Kapitalmarkt erzielbaren Renditen abzüglich der Kosten sowie der Gewinne der Unterneh­men. Im Umlagesystem, also der gesetzlichen Rente, bestimmt das Wachstum der Lohnsumme die kollektive Rendite. Derzeit sind die Kapitalmarktrenditen niedriger als die in den letzten Jahren vereinbarten ­Lohnzuwächse. Insofern ist ein Renditevergleich nicht möglich. Ein dauerhafter Vorteil für das Umlagesystem würde sich nur dann ergeben, wenn die steuerliche Subventionierung erhöht wird und der Zins am Kapitalmarkt dauerhaft unterhalb des Wachstums der Lohnsumme liegen würde. Dies ist unrealistisch. Nur nach der Rendite zu fragen, halte ich aber für den falschen Ansatz, wenn es um Altersvorsorge geht.

Was ist Ihrer Meinung nach der richtige Ansatz?

Berndt: Gegenüber anderen Sparformen wie einem Auszahlungsplan oder Sparbuch bietet eine Rentenversicherung einen zentralen Vorteil: Sie zahlt eine lebenslange Rente. Damit können die Kunden ihren Lebensstandard im Ruhestand halten – egal, wie alt sie werden. Es geht doch im Kern darum, das Risiko abzusichern, länger zu leben, als das Geld reicht. Dies kommt in den öffentlichen Debatten viel zu kurz

Teil 1: „Schnell handeln“

Teil 2: Gesetzliche Rente nur Existenzsicherung

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