bAV-Spezial: Betriebsrente in Zahlen

Was macht eine gute Betriebsrente aus?

5. Wie ein gutes bAV-Angebot aussehen sollte

Auch bei der bAV besteht der Zielkonflikt zwischen Rendite und Sicherheit. Die für die Deloitte-Studie befragten Arbeitnehmer bewerteten fünf poten­zielle Merkmale nach ihrer Wichtigkeit, wobei Rang 1 der höchsten Wichtigkeit entspricht. Sicherheit hat für 36 Prozent allerhöchste Priorität.

Worauf kommt es an? Deloitte hat Arbeitnehmer zu ihren Prioritäten bei der bAV befragt (Quelle: „bAV zwischen Wunsch und Wirklichkeit“, Studie zur betrieblichen Altersversorgung 2017, Deloitte)

Worauf kommt es an? Deloitte hat Arbeitnehmer zu ihren Prioritäten bei der bAV befragt (Quelle: „bAV zwischen Wunsch und Wirklichkeit“, Studie zur betrieblichen Altersversorgung 2017, Deloitte)

6. Verbreitung der bAV in Deutschland

Der Anteil der Berufstätigen, die über eine betriebliche Alters­versorgung beziehungs­weise über berufsständische Versorgungswerke ihren Ruhe­stand absichern, ist von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. So liegt die Quote in Rheinland-Pfalz mit 47 Prozent fast doppelt so hoch wie in Sachsen-Anhalt (24 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung im Rahmen des „Axa Deutschland-Report 2017“. Abzuwarten bleibt, welchen Effekt das Betriebsrentenstärkungsgesetz auf die Quoten haben wird.

bAV-Gefälle: In den ostdeutschen Bundesländern nutzen weniger Arbeitnehmer eine betribeliche Altersversorgung (Quelle: „Axa Deutschland-Report 2017“)

bAV-Gefälle: In den ostdeutschen Bundesländern nutzen weniger Arbeitnehmer eine betriebliche Altersversorgung (Quelle: „Axa Deutschland-Report 2017“)

7. Verbreitung der bAV nach Branchen

Dem Alterssicherungsbericht 2012 der Bundesregierung zufolge ist die Nutzung der bAV mit Blick auf die Branchen sehr verschieden. Die bAV ist im Finanzdienstleis­tungssektor am meisten verbreitet. Dort liegt der Anteil bei 84 Prozent. Mit 63 Prozent zeigt das ver­arbeitende Gewerbe den zweithöchsten Anteil. In den Wirtschaftszweigen Gast­gewerbe, Erziehung, Unterricht und den sonstigen Dienstleis­tungen besteht ein erheblicher Nachholbedarf. Sie weisen jeweils einen Anteil um 20 Prozent auf.

8. Verbreitung nach Unternehmensgröße

Wie das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) in der „Studie zur gesetzlichen Reform der bAV“ feststellt, nimmt der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die eine bAV in der Privatwirtschaft haben, mit sinkender Betriebsgröße deutlich ab. Diese Entwicklung sei ein Teil der Wahrheit, die sich hinter dem Thema „Alters­armut“ verberge. Ein Mitgrund dafür müsse in der Komplexität der Bestimmungen des alten Betriebsrentengesetzes gesehen werden.

 Verbreitung der bAV: Je größer der Betribe, desto eher bietet er seinen Mitarbeitern eine Betriebsrente an (Quelle: „BMAS Alterssicherungsbericht 2012“, IVFP)

Verbreitung der bAV: Je größer der Betrieb, desto eher bietet er seinen Mitarbeitern eine Betriebsrente an (Quelle: „BMAS Alterssicherungsbericht 2012“, IVFP)

9. Potenzial BRSG

Zwischen November 2017 und März 2018 hat die V.E.R.S. Leipzig im Auftrag der Axa 37 Arbeitgeber­verbände und neun Gewerkschaften befragt. Mit der Studie sollte die Einstellung der Tarifvertragsparteien gegenüber dem Betriebsrentenstärkungs­gesetz (BRSG) allgemein und in Bezug auf einzelne Neuregelungen untersucht werden. Eines der Ergebnisse: Auf beiden Seiten ist die Bereitschaft zur Vereinbarung des Sozialpartnermodells vorhanden. Beide sehen dessen Potenzial.

- Rund jeder fünfte ­Arbeitgeberverband ist der Ansicht, das BRSG eigne sich eher nicht zur ­Verbreitung der bAV in Deutschland.
- Gewerkschaften glauben eher an das Potenzial des BRSG als Arbeitgeberverbände.
- Zwei Drittel der Gewerkschaften sind der Meinung, dass mit dem ­Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) die bAV in Deutschland weiter verbreitet werden kann.


10. BRSG – wichtige Neuerungen

Förderbetrag für Einkommen bis 2.200 Euro: Zahlt der Arbeitgeber mindestens 240 Euro (Höchstbetrag 480 Euro) jährlich in einen bAV-Zuschuss ein, kann er 30 Prozent davon bei der Lohnsteuer-Anmeldung verrechnen.
Beitragszusage statt Garantie: Arbeitgeber und Gewerkschaften können eine Vereinbarung über eine bAV in den Tarifvertrag aufnehmen (Sozialpartnermodell). Der Arbeitgeber verspricht den Mitarbeitern die Zahlung von bAV-Beiträgen. Für die Höhe der daraus resultierenden Altersrente gibt es keine Garantie.
15 Prozent Arbeitgeberzuschuss: Im Sozialpartnermodell muss der Arbeitgeber nun bei einer Entgeltumwandlung einen Zuschuss von 15 Prozent auf den Umwandlungsbetrag bezahlen, soweit er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart. Ab 2019 gilt diese Regelung für alle Neuverträge auch ohne Sozialpartnermodell, ab 2022 greift sie bei den jetzt schon bestehenden.
Höhere steuerliche Förderung: Seit 2018 kann deutlich mehr Geld in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds investiert werden. Mit Inkrafttreten des BRSG wurde der Förderrahmen von 4 Prozent auf 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze erweitert. Das entspricht einem Betrag von zurzeit 6.240 Euro. 4 Prozent der Beiträge sind zudem sozialversicherungsfrei.

Teil 1: Warum Mitarbeiter betriebliche Altersvorsorge wollen

Teil 2: Was macht eine gute Betriebsrente aus?

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