bKV Roundtable: „Gesundheit wird zur Chefsache“

Amazon, Google & Co. als Platzhirsche der bKV?

Über welches Investment für den Unternehmer sprechen wir denn konkret?

Ebenkamp: Bei der arbeitgeberfinanzierten bKV reden wir über einen Bereich von unter einem Prozent der Gehaltssumme. Das heißt, gegen relativ kleines Investment kann das Unternehmen einen hohen Attraktivitätsschub erreichen.

Stichwort Digitalisierung: Inwiefern hat dieses Thema bei der bKV Einzug gehalten?

van de Bürie: Wir arbeiten heute schon mit einem digitalen bKV-Kundenportal. Dies ermöglicht dem Unternehmen die digitale Abwicklung einer Vielzahl von Geschäftsvorfällen, zum Beispiel die An- und Abmeldung von Mitarbeitern. Das bringt hohe Flexibilität und eine enorme Zeitersparnis mit sich. Und künftig wird natürlich das App-Angebot eine große Rolle spielen.

Nobis: Unser Unternehmen würde nicht mit einem bKV-Anbieter zusammenarbeiten, der noch großen Papierkram abverlangt. Und eine Arbeitnehmer-App, in der die Rechnungen eingereicht werden können, ist für mich State of the Art. Das bietet aber auch längst noch nicht jeder Versicherer an, da trennt sich der Markt gewaltig auf.

Simons: Da haben Sie recht. Es gibt große Versicherer, die das bkV-Geschäft ohne Digitalisierung betreiben. Das ist erstaunlich.

Gladis: Wir bauen für jeden Arbeitgeber mittlerweile eine individuelle Microsite. Mit eigenen Texten, eigener Begrüßung, mit eigenem Logo. Die Digitalisierung gibt uns hier ganz große Möglichkeiten an die Hand. Dennoch ist es wichtig, weiterhin auch Services in klassischer Form anzubieten. Denn es gibt immer noch viele Arbeitgeber, bei denen die Mitarbeiter alles in Papierform haben wollen.

van de Bürie: Das Kernthema ist doch, dass gute Beratung für die Kunden unverzichtbar ist. Dabei finden wir heraus, welchen Bedarf unser Gegenüber hat – und helfen ihm dabei, das Gewünschte zu bekommen. Denn was für den einen passt, muss nicht auch beim anderen optimal sein.

Bleiben wir noch bei der Digitalisierung. Meinen Sie, dass die Internetgiganten Amazon, Google & Co. in absehbarer Zeit auf den bKV-Zug aufspringen könnten – und dann zu Platzhirschen werden?

Gladis: Die Angst, dass uns Google oder Amazon das Geschäft wegschnappen, habe ich Stand heute nicht. Ganz im Gegenteil. Die bKV ist ein hochindividuelles Geschäft, bei der ein Geschäftsführer Entscheidungen für die gesamte Belegschaft treffen muss. Das ist meines Erachtens zu kleinteilig, um für die großen US-Plattformen attraktiv sein zu können. Was nicht heißen soll, dass es nicht auch neue digitale Ansätze im Vertrieb gibt, denen wir uns öffnen müssen.

Simons: Da pflichte ich bei. Das gilt gerade auch für die angesprochenen kleineren Betriebe. Für uns ist es nicht wirklich wirtschaftlich, zu einem Betrieb mit zehn Mitarbeitern hinauszufahren. Hierfür brauchen wir digitale Lösungen. Darum arbeiten wir derzeit daran, hier den digitalen Abschluss möglich zu machen.

Teil 1: Ein entscheidener Faktor im War for Talents

Teil 2: Amazon, Google & Co. als Platzhirsche der bKV?

Teil 3: bKV mehr als nur ein Steuervorteil

Teil 4: Die bKV gewinnt immer mehr an Bedeutung