Spezial Female Leadership: „Netzwerken ist essenziell“

Der digitale Wandel verändert die Ansprüche an Führungskräfte

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Denken Sie, dass der digitale Wandel mehr Diversität in deutsche Unternehmen bringt?

Rövekamp: Der digitale Wandel an sich vielleicht nicht; aber die Art und Weise, wie wir innerhalb dieses Wandels zusammenarbeiten, verlangt sicherlich Eigenschaften, die wir bisher noch nicht in dieser Form betont haben und die viele junge Mitarbeiter heute fast selbstverständlich mitbringen. Die höhere Geschwindigkeit und Automatisierung der Arbeitsprozesse erfordern ausgeprägte kommunikative Eigenschaften. Auch die Ansprüche an Führung verändern sich so, dass die Führungskraft eher unterstützt und moderiert als vorzugeben. Mitbestimmung, Individualität und die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit werden zentral.

Sehen Sie sich als Digital Leader und was verbinden Sie mit diesem Begriff?

Rövekamp: Ich bin sicherlich vor allem in meinem Bereich Personal & Recht gefragt, die Digitalisierung dort zu nutzen, wo sie uns weiterbringen und Prozesse für uns vereinfachen kann. Wir müssen als Personalbereich unsere Daten kennen, um das  Geschäft optimal zu unterstützen. Genauso wichtig ist aber auch hier die bereits erwähnte kommunikative Kompetenz in Kombination mit Beratung und Planung, um diese Daten richtig zu interpretieren und zu nutzen.

Viele Managerinnen lehnen die Frauenquote ab. Wie ist Ihre Einstellung dazu?

Rövekamp: Frauenquoten sind zunächst ein Instrument und kein Ziel per se. Wenn man sich ambitionierte Ziele setzt, kann man mit der Frauenquote den Fortschritt messen. Deshalb setzen wir bei EWE auf differenzierte, an den Möglichkeiten des Geschäfts orientierte Quoten und auch entsprechende Zeiträume, in denen sie umgesetzt werden sollen. In Ergänzung dazu glauben wir, dass auch die Gesamtheit unserer Veränderungsbemühungen dazu führen wird, dass wir mehr Frauen in Führung bringen können.

Welche Erkenntnis, die Sie im Laufe ihrer beruflichen Karriere gewonnen haben, hätten Sie gern schon zu Beginn gehabt?

Rövekamp: Einer meiner beruflichen Leitsätze lautet: „Eine Tür geht zu, sieben gehen auf.“ Wenn mir das in dieser Form schon zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn so klar gewesen wäre, hätte ich mir damals eventuell um den ein oder anderen Schritt nicht ganz so viele Gedanken gemacht.

Welche vermeintlich männlichen Soft Skills haben Ihnen auf Ihrem Weg weitergeholfen? Welche weiblichen?

Rövekamp: Als vermeintlich männlich gilt es wohl, stark in der Analyse zu sein und sich gut durchsetzen zu können. Beides liegt mir. Als eher weibliche Eigenschaft könnte man meine Fähigkeit sehen, zwischen entgegen gesetzten Polen zu vermitteln und gemeinsam getragene Lösungen auch zu erreichen.

Was geben Sie anderen als Erfolgsrezept für ihre persönliche Entwicklung mit auf den Weg?

Rövekamp: Seien Sie selbstbewusst und setzen Sie selbst Trends, statt ihnen hinterher zu laufen. Schauen Sie trotzdem über den Tellerrand, denn auch Best Practices können inspirieren.

Teil 1: Agiles Arbeiten bedeutet Verantwortung zu übernehmen

Teil 2: Der digitale Wandel verändert Ansprüche an die Führungskräfte

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