Marketing-Tipps für nachhaltige und umweltfreundliche Werbung

Nachhaltigkeit, Bio, Ökologie, Regionalität, Umwelt- und Klimaschutz – all das sind Themen, die die heutige Generation Konsumenten beschäftigen. Kein Wunder also, dass auch Gründer vermehrt auf grüne Startups setzen und vor allem auf grünes Marketing.

Die laufende Sustainability Transformation zum nachhaltigen, umweltbewussten und ressourcenschonenden Wirtschaften wird im Green Startup Monitor 2018 deutlich sichtbar. Dort werden 26 Prozent aller bis dato in Deutschland existierenden Startups als grün eingestuft, bedeutet, sie tragen mit ihrem Angebot zu einer Green Economy bei. Doch um als Startup gleichzeitig nachhaltig und wirtschaftlich zu sein, darf natürlich auch das richtige Marketing nicht fehlen.

Green Marketing: Tipps für die richtige Umsetzung (Foto: ©Olivier Le Moal_shutterstock.com)

Was ist Green Marketing?

Zum grünen Marketing gehört mehr als nur die Einsparung von Plastikmüll oder der grüne Anstrich des Corporate Designs. Primär geht es um die bewusste Einstellung und den Entschluss, sämtliche Marketingmaßnahmen auf die Vermeidung von Umweltbelastungen und im Sinne einer sozialen Verantwortung auszurichten. Infolge dessen dreht sich bei Green Marketing neben der Abnehmer- und Wettbewerbsorientierung alles um den Konsumenten als Mensch, der seine Kaufentscheidungen basierend auf ökologischen und ethnischen Werten trifft.

Im Gegensatz zu nachhaltigem Marketing steht das sogenannte Greenwashing. Hierbei wird dem Verbraucher durch Marketingstrategien ein grünes Image vorgetäuscht. Produkte und Dienstleistungen werden als umweltfreundlich und nachhaltig dargestellt, obwohl sie es nicht sind.

Der nachhaltige Marketing-Mix

Jedem in der Marketingbranche ist der klassische Marketing-Mix mit den vier Ps bekannt. Um den Kern von Green Marketing besser zu verstehen, kann aus dem Original ein nachhaltiger Mix erstellt werden.

• Product – Produktpolitik: Das Angebot trägt zum Umweltschutz bei, hilft bestehende Probleme zu lösen und/oder hat einen sozialen Mehrwert.

• Price – Preispolitik: Der Preis von grünen Produkten ist meist höher, der Konsument nimmt diese Mehrkosten für sinnvolle Umweltmaßnahmen aber auch gerne in Kauf, solange diese transparent sind.

• Place – Distributionspolitik: Der Vertrieb und Transport eines grünen Unternehmens sollte weitestgehend auf nachhaltige Fortbewegung, wie zum Beispiel auf Elektromobilität, setzen.

• Promotion – Kommunikation: Die Botschaft des Green Marketings sollte außerdem ressourcenschonend verbreitet werden, beispielsweise digital, um Papier zu sparen. Eine weitere Möglichkeit bietet die Nutzung von nachhaltigen Werbeartikeln. So bestehen solche Tassen oder Notizblöcke zum Beispiel oft aus recycelten Materialien und sind viel langlebiger als einfache Flyer, die schnell mal im Müll landen.

Tipps zur Umsetzung von grünem Marketing

Um nachhaltiges Marketing glaubhaft umzusetzen, muss sich der Grundgedanke in sämtlichen Unternehmensbereichen widerspiegeln. Wie Gründer und Unternehmer das realisieren können:

• Green Thinking: Um Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung im Marketing zu leben, müssen diese Werte selbstverständlich auch Teil der Unternehmensphilosophie sein. Wer sich Green Marketing nur auf die Fahne schreibt, ohne Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Brand Purpose verankert zu haben, läuft schnell Gefahr des Greenwashings bezichtigt zu werden. In diesem Fall gilt das Ganz-oder-gar-nicht-Prinzip. Wenn Unternehmen nicht aus eigener Überzeugung, sondern halbherzig und nur des „Titels“ wegen grünes Marketing betreiben, wird das von Konsumenten und Wettbewerbern schnell erkannt und bestraft. Green Marketing kann ohne Green Thinking nicht existieren.

• Transparenz: Erfolgreiches nachhaltiges Marketing lebt von absoluter Transparenz gegenüber den Kunden. Jeder Prozess sollte offen kommuniziert werden können, schließlich sollten grüne Unternehmen nichts zu verbergen haben. Diese Ehrlichkeit wird von den Konsumenten sehr geschätzt, sodass bei transparenter Kommunikation auch über kleine Fehler hinweggesehen werden kann.

• Globaler Produktnutzen: Bei grünen Produkten und Dienstleistungen lässt sich der Nutzen meist nicht in wenige Worte fassen. Das liegt natürlich daran, dass die Produkte auch in mehreren Dimensionen einen Mehrwert besitzen sollten. Während „normale“ Angebote oft nur einen speziellen Nutzen für den einzelnen Kunden haben, verbinden grüne Gründer und Unternehmer den Mehrwert für den Kunden mit einem Mehrwert für Umwelt, Natur und verschiedene Menschen. Dieser vielfältige Produktnutzen muss deshalb im Green Marketing besonders aktiv hervorgehoben werden.
 

Green Marketing als Chance und Herausforderung

Um grünes und nachhaltiges Marketing im eigenen Betrieb umzusetzen, braucht es mehr als nur guten Willen. Gründer und Unternehmer müssen sich dem vollen Ausmaß von Green Marketing bewusst sein, es reicht nicht nur ein grüner Anstrich. Der Aufwand, den die grüne Umstellung mit sich bringt, wird, bei gewissenhafter Umsetzung, aber auch vom Konsumenten mit großem Vertrauen belohnt.