Teil 2: „Aus unserer Sicht darf das smarte nicht zu Hause aufhören“

 

Beispiel Energieverbrauch: Wie viel Geld im Jahr lässt sich zum Beispiel mit dem Einsatz smarter Technologie in puncto Energiekosten einsparen? 
Sextro: Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Viele Studien rechnen mit etwa 30 Prozent Energie- sparpotenzial durch Smart Home. Wir gehen allerdings in der Praxis eher davon aus, dass Kunden etwa beim Lüften den Thermostat im Raum mit der Hand zugedreht haben – mit Smart Home übernimmt das Haus automatisch. Oder die Eltern haben Energiesparpolizei gespielt und jedes Familienmitglied mühsam dazu erzogen, nicht für draußen zu heizen. Diese Arbeit erledigt nun eigenständig das Smart Home, also handelt es sich oft in erster Linie eher um einen Komfortgewinn. 


Kritiker bemängeln, dass es – wie in vielen anderen digitalen Bereichen auch – zu wenige technische Standards gibt. Was tun Sie bei EWE in Sachen Kompatibilität und Konvergenz der Systeme?
Sextro: Wir haben uns für den Kommunikationsstandard „Z-Wave" entschieden. Damit ist es möglich, Hardware anderer Hersteller, die ebenfalls diesen Standard verwenden, mit einzubinden. Zudem bauen wir unser System so auf, dass wir weitere Komponenten einfach hinzufügen können – wie beispielsweise Geräte, die auch über WLAN kommunizieren. Aber: Aktuell müssen wir als Plattformbetreiber immer noch Geräte gezielt auswählen und diese „einbindbar“ machen. 


Im Smart Home spielen Energie, IT und Telekommunikation eine zentrale Rolle. Warum kann man das eine nicht losgelöst vom anderen betrachten? 
Sextro: Das vernetzte Zuhause spielt sich in allen drei Welten gleichermaßen ab. Wir haben bei uns die besondere Situation, dass EWE in allen drei Bereichen jahrelange Erfahrung hat. EWE vereint  den fünftgrößten Energieversorger in Deutschland, ein erfolgreiches Telekommunikationsunternehmen mit über 600.000 Kunden und eines der führenden IT-Consulting-Unternehmen in Deutschland unter einem Dach. Im smart living-Team sind Kollegen aus allen Bereichen aktiv und bringen ihr Know-How in Sachen Netzwerke- und Datenkommunikation, Datenschutz, Softwareentwicklung, Energiewirtschaft und vor allem die Kundensicht mit ein. Aus unserer Sicht kann hier nur ein ganzheitlicher Ansatz auf Dauer erfolgreich sein.


Die Smart-Home-Lösungen von EWE werden unter dem Begriff Smart Living vermarktet. Was genau verbirgt sich dahinter? Was ist der Unterschied zwischen Smart Home und „Smart Living"?
Sextro: Smart Home ist der Überbegriff für Produkte, die intelligent im Zuhause vernetzt werden. Aus unserer Sicht darf das „smarte“ aber nicht zu Hause aufhören, denn Kunden wollen auch unterwegs von den neuen Möglichkeiten profitieren. Ein Bespiel dafür ist die Einbindung des Standortes des eigenen Smart- phones als Auslöser. So kann zum Beispiel schon mal das Wohnzimmer aufgeheizt werden, sobald man den Arbeitsplatz am Nachmittag verlässt. Daher haben wir für unser Angebot den verwandten Begriff „Smart Living" verwendet.


Teil 1: Smarter leben

Teil 2: „Aus unserer Sicht darf das smarte nicht zu Hause aufhören“

Teil 3: „Wir gehen davon aus, dass viele Anwendungen sich erst noch mit neuen Geräten ergeben werden“

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