Hamburg, 14.02.2017

Warum man jetzt, genau jetzt, eine Firma gründen sollte

Die Bundesregierung schießt Milliarden Euro an frischem Geld in den Startup-Markt. Wer jetzt eine Firma gründet, diese erfolgreich entwickelt – hat gute Chancen auf verlockende Darlehen in ein paar Jahren.

Gründungswillige Menschen in Deutschland bekommen staatlicherseits eine neue Motivationsspritze – in Form eines Startup-Fonds. Dieser neue sogenannte „Tech Growth Fund“ den die Große Koalition plant, richtet sich an Startups, die „aus den ersten Kinderschuhen raus sind“. Förderungswürdige Unternehmen sollen aus dem Fonds in der Wachstumsphase sogenannte Venture Debt erhalten.

Bei dieser Finanzierung gewähren die Investoren endfällige Nachrangdarlehen mit einer festen Verzinsung ab dem ersten Tag des Investments über eine Laufzeit von vier bis fünf Jahren. Die Zinsausschüttung erfolgt halbjährlich, die Tilgung des Darlehens erfolgt endfällig.

Der Fonds, der bei der KfW installiert wird, füllt die Lücke zwischen Unternehmen aus der Wagniskapitalphase und der Phase, an dem Firmen aufgrund ihrer Größe für Banken spannend werden. Dieser Markt zwischen Wagniskapitalphase und Bankenmarkt nennt man den Venture-Debt-Markt, der laut dem Bundeswirtschaftsministerium noch schwach entwickelt ist.

"Ziel ist es, über mehrere Jahre zusätzliche Start-Up-Finanzierung von mehreren Milliarden Euro zu mobilisieren", heißt es in einem Gastbeitrag von Finanzstaatssekretär Jens Spahn und Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig für das „Handelsblatt“. Man wolle, so die Autoren, erreichen, dass schnell wachsende innovative Unternehmen in allen Phasen ihrer Entwicklung in ausreichendem Maße Kapital zur Verfügung stehe.

Beim Bundesverband Deutsche Startups ist die Freude über den Plan groß. "Damit würde das Bundesfinanzministerium das größte Programm zur Startup-Förderung in Deutschland schaffen“, sagt Florian Nöll, Bundesvorsitzender. Nöll weist daraufhin, dass damit der Finanzierungsrückstand zu den USA und China erstmalig reduziert werden kann. Der Startup-Experte appelliert allerdings auch zugleich an die Bundesregierung den Tech Growth Fund mit steuerlichen und regulatorischen Anreizen für private Investoren zu begleiten. „Damit die Milliarden ihren Weg zu den Startups finden, müssen in gleichem Umfang private Investitionen stattfinden.“

Derzeit gibt es bei der Startup-Finanzierung Licht und Schatten. Im vergangenen Jahr haben laut einer Zusammenstellung des Wirtschaftsprüfers EY (ehemals Ernst & Young) junge Unternehmen insgesamt deutlich weniger Geld durch Finanzierungsrunden eingenommen als im Vorjahreszeitraum. Auf den ersten Blick wirkt der Einbruch um fast ein Drittel auf 2,2 Milliarden Euro erschreckend. Die Erklärung für den scharfen Rückgang ist einfach: Große Transaktionen ab 100 Millionen Euro gab es im vergangenen Jahr überhaupt nicht.

Dafür verbreiterte sich deutlich die Basis der Empfänger von frischem Geld. Bekamen 2015 insgesamt 383 Risikokapital, stieg diese Zahl im vergangenen Jahr auf 455. Die Zahl der Finanzierungsrunden stieg von 417 auf 486.

Laut der EY-Studie stieg die Zahl der Unternehmen, die zwischen fünf und zehn Millionen Euro erhielten im vergangenen Jahr von 33 auf 55. Die Zahl der Unternehmen, die zwischen 10 und 50 Millionen Euro erhielten, stieg von 48 auf 461. Und sogar bei den Deals zwischen 50 und 100 Millionen Euro gab es einen leichten Anstieg: von vier auf sechs.

Die Autoren der Untersuchung schließen aus dem „starkem Wachstum bei kleineren Frühphasenfinanzierungen“, dass diese „eine gute Basis für zukünftiges, nachhaltiges Wachstum“ legt. Die weitere Argumentation: Je mehr Gründungen und je mehr Finanzierungen im Seedbereich vorgenommen werden, desto größer sei die Chance, dass sich in Zukunft eine höhere Zahl an Startups zu erfolgreichen Mittelständlern oder sogar Unicorns entwickeln kann. Unicorns sind Startups, die eine Milliarde US-Dollar oder mehr Wert sind.

Risikokapitalgeber favorisieren weiterhin am stärksten Firmen aus dem E-Commerce-Bereich und aus der Fintech-Szene. Allerdings sind hier die Investitionen rückläufig. Der E-Commerce-Bereich sammelte 422 Millionen Euro ein, der Fintech-Sektor 413 Millionen Euro. An dritter und vierter Stelle kommen die Bereiche „Mobility“ und „Gesundheit“. Hier sind die Steigerungen beachtlich. Mobility wuchs um 104 Prozent auf 311 Millionen Euro, Gesundheit um 84 Prozent auf 282 Millionen Euro. Zu Investors Liebling entwickelt sich vor allem aber der Dienstleistungsmarkt im Bereich Energie, die Investitionen stiegen hier von 39 auf 230 Millionen Euro.

Das interessiert andere Leser

  • COVID-19-Insolvenz-Aussetzungsgesetz
    Umfangreicher Insolvenzschutz, aber nicht für alle

    Der Bundestag hat ein Gesetz zur vorübergehenden Aussetzung von Insolvenzantragspflichten beschlossen. Was beinhaltet das COVID-19-Insolvenz-Aussetzungsgesetz und wem hilft es?

  • Kurzarbeit in der Corona-Krise
    Kurzarbeit in der Corona-Krise

    Arbeitgeber und Unternehmer stehen vor großen Herausforderungen. Welche rechtliche Grundlage muss geschaffen werden und welche Schritte sind notwendig um das Kurzarbeitergeld zu beantragen?

  • Corona-Virus: Steuerliche Maßnahmen bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten
    Corona-Virus: Steuerliche Maßnahmen bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten

    Die Corona-Pandemie setzt die deutsche Wirtschaft zunehmend unter Druck. Welche steuerlichen Hilfsmaßnahmen hat die Bundesregierung getroffen und wie sehen diese im Detail aus?

  • Förderkredite: ein Weg für Unternehmen aus der Corona-Krise?
    Förderkredite: ein Weg für Unternehmen aus der Corona-Krise?

    Welche Kreditformen es gibt und wie sie für Ihr Unternehmen die nötige Liquidität sicher stellen.

  • Corona-Krise – welche Hilfsangebote gibt es jetzt für Unternehmer?
    Corona-Krise – welche Hilfsangebote gibt es jetzt für Unternehmer?

    Sich selbst und andere schützen: Das Corona-Virus legt das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben fast überall auf Eis. Was können Unternehmer tun?

  • RE/MAX Germany auf Höhenflug
    RE/MAX Pressemitteilung

    RE/MAX Germany konnte im Jahr 2019 das erfolgreichste Geschäftsjahr seit seiner Gründung 1973 verzeichnen. Das Unternehmen verkündete, nach Expansionskurs, für das kommende Jahr große Erfolge.

  • Franchise Trends 2020
    Franchise Trends 2020

    2020 ist bereits in vollem Gange und bringt frischen Wind in die Franchising Welt. Das erwartet die Franchise Branche im neuen Jahr.

  • Unternehmen erwerben: Welche Fördermittel gibt es?
    Staatlich gefördert

    Der Staat bietet Förderprogramme für Existenzgründer oder Unternehmen an. Welche Mittel können beansprucht werden und was müssen Sie beachten?

  • Mangelware Nachfolger: DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2019
    Mangelware Nachfolger: DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2019

    Der Rückblick auf 2019 ist ernüchternd. Unternehmensnachfolger werden weiterhin händeringend gesucht. Der DIHK-Report verdeutlicht die brisante Nachfolgesituation.

  • Franchise Trends 2020
    Aktuelle Franchise-Trends

    In Sachen Franchising liegen im Jahr 2020 die Sparten Fitness, Gesundheit und Umweltschutz im Trend. Auch das Konzept des „Multi Unit Franchising" ist weiterhin beliebt.

  • Digitalisierung im Mittelstand - DUB.de
    Digitalisierung im Mittelstand: fehlende Innovation

    Keine Zeit verlieren: Ein hoher Grad an Digitalisierung ist neben innovativen Produkten unabdingbar für den Erfolg eines Unternehmens. Lesen Sie, hier wie die Transformation gelingt.

  • Neue Funktion beim Inserat von Verkaufsangeboten auf DUB.de
    Neue Funktion beim Inserat von Verkaufsangeboten

    DUB.de Update: Verkaufsangebote mit Dokument erweitern und das Unternehmen noch detaillierter vorstellen.

  • Greenfranchising
    Die Zukunft ist grün

    Ökologische Ansätze sind Kern des Greenfranchising. Immer mehr Franchisenehmer setzen auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Ein Ansatz, der sich bezahlt macht.

  • Unternehmenswert steigern
    Wie erziele ich für mein Unternehmen den besten Verkaufspreis?

    Sie wollen Ihr Unternehmen verkaufen und einen möglichst hohen Preis erzielen? Selbstverständlich! Wie Sie den Verkaufserlös steigern und die Übernahme optimal umsetzen lesen Sie hier.

  • Förderung der Unternehmensnachfolge
    Förderung der Unternehmensnachfolge: Der Staat hilft mit

    Der Schritt in die Selbstständigkeit erfordert gerade bei einer Unternehmensnachfolge meist ein ordentliches Startkapital. Fördermittel für Existenzgründer helfen den künftigen Unternehmern bei der ...

  • Mehr externe als familieninterne Nachfolgen angestrebt

    Das KfW Nachfolgemonitoring stellt zum Jahresende eine Entlastung bei Nachfolgen fest. Diese kommen auch durch mehr Übernahmen zustande. Externe Investoren werden aber nach wie vor gesucht.

  • Nachfolge im Handel: Chancen und Risiken von Unternehmern
    Nachfolge im Handel: Chancen und Risiken von Unternehmern

    Auch im Handel ist die Unternehmensnachfolge ein großes Thema. Außerdem finden Sie hier ein umfassendes kostenloses White Paper zum Thema.

  • 5 Schritte auf dem Weg zum eigenen Unternehmen
    5 Schritte auf dem Weg zum eigenen Unternehmen

    Über den Schritt in die Selbstständigkeit denken viele Führungskräfte nach. Eine Unternehmensnachfolge ist eine attraktive Option. Worauf sollte man dabei achten und welches ist das richtige Unternehmen?

  • FEX19 - Der Rückblick
    Franchise Expo 2019 - Der Rückblick

    DUB.de war vor Ort – Welche Themen beschäftigte die Branche? Gespräche mit Besuchern und aktuellen Franchisepartnern geben Antworten.

  • Perfekt aufgegangen
    Perfekt aufgegangen

    Jakob Preisenberger, Geschäftsführer von Kapitalkontor, sucht ganz besondere Unternehmen. Solche, die andere nicht auf dem Schirm haben, die aber in ihrer Nische überaus erfolgreich sind.

  • Geschäftsübernahme – 7 Punkte die Sie unbedingt beachten müssen
    Geschäftsübernahme – 7 Punkte die Sie unbedingt beachten müssen

    Unternehmensnachfolge im Mittelstand ist kein triviales Thema. Der Kaufinteressent sollte die favorisierte Firma genau prüfen, um Risiken bei einer Geschäftsübernahme zu vermeiden.

  • BESTER FRANCHISENEHMER DER WELT
    BESTER FRANCHISENEHMER DER WELT

    Eine Fachjury hat fünf Franchisenehmer nominiert heute, die heute im Finale stehen. Doch nur einer der Finalisten wird als „Franchisenehmer der D-A-CH Region“ gekürt.

  • Verbesserte Suchfunktion und erweiterter Support auf DUB.de
    Neue Funktionen auf DUB.de

    Verbesserte Suchfunktion und erweiterter Support - lesen Sie in der folgendeen Meldung mehr zu den Neuerungen auf DUB.de.

  • Franchise: Deutschland ist attraktivster Franchising-Standort
    Franchise: Traumstandort Deutschland?

    Franchising in Deutschland ist laut dem International Franchise Attractiveness Index die beste Wahl wenn es um den idealen Standort geht.

  • Zielabgleichung - Wollen Verkäufer und Käufer tatsächlich das Gleiche?
    Zielabgleichung - Wollen Verkäufer und Käufer tatsächlich das Gleiche?

    Damit die Unternehmensnachfolge gelingt, ist Klarheit über die eigenen Ziele und Bedürfnisse sowie auch der anderen Seite von Vorteil. Worauf sollten beide Seiten achten damit das Geschäft gelingt?

  • Unternehmensbewertung: Was Firmeninhaber wissen müssen
    Das Gelbe vom Ei?

    Was ist mein Unternehmen wert? Das Ertragswertverfahren und die Discounted-Cashflow-Methode werden oft zur Ermittlung genutzt. Kleine Firmen sollten eine andere Methode nutzen.

  • Videointerview zur Unternehmensnachfolge
    Videointerview: Herausforderung Unternehmensnachfolge

    Dr. Daniel Mundhenke und Andreas Grandt (BRL) im Interview: Die Experten berichten von Herausforderungen aus der Praxis, den unterschiedlichen Formen der Nachfolge, über Fallstricke dabei und vieles mehr.

  • Mehr als Kunst

    Wenn Unternehmer und Künstler gemeinsame Sache machen: Dorottya Novak, die Chefredakteurin von „Secrets of Art“, beleuchtet in ¬ihrem Magazin und im Interview wie weit diese Verbindung gehen kann.

  • DUB-Video: Die fünf häufigsten Fehler beim Unternehmensverkauf
    DUB-Video: Die fünf häufigsten Fehler beim Unternehmensverkauf

    Dem Verkauf eines Unternehmens wird oft nicht der richtige Stellenwert eingeräumt. Oft scheitert er aus ebenso profanen wie vermeidbaren Fehlern. Das sind die fünf häufigsten.

  • Nachfolge und Digitalisierung
    Unternehmensnachfolger von morgen

    Unternehmensnachfolge ist für viele Betriebe herausfordernd. Nun erschwert die Digitalisierung noch den Prozess. Sind vor allem die mittelständischen Unternehmen auf den bevorstehenden Wandel vorbereitet?

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis

Was Unternehmer wissen müssen

DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis

Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick

Das interessiert andere Leser